Morgens findet man die Nachricht im eMail-Fach: "Hör mal, könntest du bitte für meine Mutter eine Schürze besorgen?" Na klar, denkt man, für den lieben Freund aus Chile tun wir alles - auch Schürzen besorgen.
Also mach ich mich auf den Weg in die Stadt - und werde bereits im ersten Kaufhaus, das ich betrete, grob enttäuscht: "Schürzen führen wir nicht mehr!" Dieses kleine "nicht mehr" machte mich gleich etwas stutzig, hörte es sich doch so an, als ob in früheren Zeiten Schürzen wohl beliebte Artikel gewesen wären, inzwischen aber in der Verkaufsstatistik wohl keine Rolle mehr spielten. Neues Geschäft, gleiche Antwort. Allmählich wurde ich nachdenklich. Drittes Geschäft, viertes. Die hilfswilligen Verkäuferinnen bekamen den berühmten "Oh, dem armen Mann müssen wir aber helfen"-Blick, Mutterinstinkte blitzten durch.
In einem kleinen Laden schließlich traf ich auf eine Dame, die mich an die Hand nahm, zu einem noch kleineren Geschäft führte, das einer Freundin gehörte - und dort hingen sie, die Objekte meiner Begierde. Neben Kleinigkeiten, die normalerweise direkt und unmittelbar die Haut der Damen mehr oder weniger bedecken, lachten mich die wohl adrettesten Schürzen der Welt an und riefen: "Nimm mich mit. Ich habe hier schon lange auf dich gewartet!"
Nun ist die Schürze fein verpackt und reist Richtung Hamburg. Misión cumplida, amigo mío!