Teil 2
Nun, in den letzten Tagen ist eine Welle der privaten Hilfe in wirklich unfassbarer Größe angelaufen. Damit sind auch die kleinen, teilweise durch Straßenschäden schwer zugänglichen Orte, erreicht worden. Auch wir haben uns in eine der privaten Initiativen eingebunden, Kleider, Nahrungsmittel, Wasser und , was weitgehend vergessen wurde, auch Spielsachen (Teddybären etc.) sowie Tierfutter gekauft und verteilt.
Die anfangs chaotischen Zustände, die sich fast in Richtung Anarchie mit Überfällen und Plünderungen bewegten, konnten durch den gezielten Einsatz von Polizei, Kripo und Militär bereits nach 2 Tagen gestoppt werden. Interessanterweise werden seit 2 Tagen auch zunehmend geraubte Gegenstände „leise“ auf die Straße gestellt, es ist verblüffend, was da an Kühlschränken, Herden, Möbel und besonders Elektronik aus aufgebrochenen Supermärkten weggetragen wurde. Nun, nachgeholfen haben mutige TV-Journalisten, die sich mit Ihren Kameras in das „Getümmel“ mitten hinein gestürzt hatten und damit sehr viele der Täter identifizieren halfen. Ein entsprechender Aufruf mit Vorstellung von 2 Tätern wirkte hier genau so Wunder, wie die berühmte Steuer-CD aus der Schweiz.
Ich wünschte mir, dass Ihr, liebe Freunde, diese unüberbietbare Hilfsbereitschaft mit einer fast unfassbaren Ruhe und Hilfe dem Nachbarn gegenüber hier in Chile hättet miterleben dürfen. Sicher, der Anlass war in seiner Grausamkeit für diese betroffene Region auch unüberbietbar. Selbst in den betroffenen Gebieten, wie Concepción, der vorgelagerten Hafenstadt Talcahuano und aus den Regionen wurden enorme Spenden aller Art erbracht. Ich bin sicher, niemandem fällt noch etwas ein, was nicht gespendet wurde, nur ein paar Beispiele.
Eine Schulklasse - es sind derzeit noch Ferien angeordnet - hatte sich zusammengefunden und bei Familien ,Freunden und Bekannten Lebensmittel, Decken und Zelte etc. eingesammelt und über einen geliehenen Pickup in einen der weitgehend zerstörten kleinen Küstenorte verbracht. Ein junger Mann hatte einfach in Santiago in einem Supermarkt, Nahrungsmittel und Wasser gekauft und kleine Schüsseln , Besteck und ein paar Spielsachen und hat sich anschließend zu so einem Küstenort, der zu 95% von dem Tsunami weggerissen wurde, durchgeschlagen, Leute um sich versammelt, Feuer gemacht und sie über Nacht betreut. Kleine , aber sehr wirkungsvolle Taten.