1.
Jedem enteigneten Landwirt wurde ein Restgut von 200 ha zugestanden, einschließlich des Wohnhauses mit Einschreibung in das Grundbuchamt. In Sonderfällen können Ausnahmen erteilt werden, aber nur bei Übernahme des beschäftigten Personals. Als erstes Ziel sollte Arbeitslosigkeit vermieden werden.
2.
Das Personal der CORA sollte ausgewechselt und durch verlässliche Fachkräfte, die nicht Mitglieder einer Linkspartei gewesen sein durften, ersetzt werden.
3.
Die gegründeten landwirtschaftlichen Produktionsgesellschaften wurden baldmöglichst aufgelöst.
4.
Das restliche enteignete Land sollte als Siedlerland verteilt werden, um eigenständige Bauern zu schaffen. Die Parzellen sollten 8 ha Basis umfassen. Da ein Hektar Acker bzw. Weideland in der Region Osorno schlechter eingestuft wurde, als die selbe Fläche bewässerbares Land in der Region Santiago, entsprachen 8 ha Basis in Osorno 40 ha landwirtschaftliche Nutzfläche.
5.
Die Auswahl der Siedler gehe nach einem noch zu entwickelnden Punktsystem.
6.
Das Land aus den 200 ha Restgütern wurde wieder Privatbesitz und war damit wieder frei verkäuflich.
7.
Das enteignete Land dagegen sollte den ehemaligen Besitzern in Form eines langfristig abzuzahlenden Bonussystems erstattet werden.
8.
Auch nicht in Chile ansässige Interessenten hatten nun Zugang zu Wald, Land und Bodenschätzen unter Beachtung der chilenischen Steuergesetze und Gesundheitsbestimmungen.
Das waren klare Auskünfte. Nach meiner Ansicht ein gangbarer Weg, um von Anarchie zur notwendigen Ordnung im Staatsgefüge zu kommen. General Mendoza erklärte mir die Regierungsweise der künftigen Jahre und verglich diese mit der Nachkriegszeit in Deutschland:
·Die chilenische Junta wollte gleich den Alliierten regieren, bis eine neue Verfassung durch Volksentscheid bestätigt werden konnte. In dieser Übergangszeit sollten alle politische Parteien verboten werden.
·Die Provinzen wurden durch Intendenten - meistens aktive Offiziere - regiert. Die Bürgermeister wurden ernannt.
·Die Arbeit des Senates, also die Legislative, wird durch die Mitglieder der Militärjunta ersetzt. Der Chef der Militärjunta- und damit der chilenische Staatspräsident - sollte immer vom Heer gestellt wird.
·Die Justiz bleibt unabhängige Staatsgewalt.
Privat erzählte er noch über seine Besuche in Deutschland, vor allem als begeisterter Teilnehmer von Reitturnieren in Aachen und Luhmühlen. Beim Abschied bat er mich, in Deutschland eventuelle Investoren zu informieren, da nach seiner Ansicht die internationale Presse keine Kosten scheuen würde, den Wiederaufbau in Chile - nach Beseitigung des Kommunismus/Sozialismus - zu bremsen.