1. Wohneigentum in Osorno erwerben, um ein Familienleben führen zu können.
2. Flexible Arbeitszeiten, d.h. die Besuche auf den zu bewirtschafteten Betrieben wurden von mir festgelegt.
3. Beibehaltung der beiden Gutsverwalter.
4. Die Freiheit, private Investitionen in der Landwirtschaft tätigen zu können.
5. Urlaub bis Ende der ersten Januarwoche.
6. Weiterführung der Firmenaltersversorgung und Abführung freiwilliger Soziallasten.
Es gab keine Bedenken und es fehlte nur noch eine Flugkarte nach Spanien. Herr Dr. Schickedanz erledigte ein Telefongespräch und ließ mich dann mit Dorlis verbinden, um meine Ankunft für heute Abend durchzusagen. Wir verabschiedeten uns, wünschten frohe Weihnachten und glückliche Jahre für unsere Familien. Den genauen Termin des geplanten Abschiedsgespräches sollte ich dann telefonisch durchgeben. Ein Wagen brachte mich dann zum Flugplatz und weiter bis zum Rollfeld. Da stand der Learjet der Firma mit den zwei mir bekannten Piloten. In drei Minuten verschwand Nürnberg unter uns. Ich saß als einziger Passagier in der Maschine. Nachdem wir die Flughöhe erreicht hatten, wurden mir Whisky und Zigarren angeboten.
Was werden Dorlis und die Kinder sagen? Ich selbst war nun von mir, dem Schicksal oder von dem anderen Kulturkreis Chiles besiegt worden. Alle Versuche, für immer in meiner Heimat zu leben, waren irgendwie fehlgeschlagen. So ganz konnte ich mich damit nicht abfinden. Aber es blieben ja später die Rentnerjahre, tröstete ich mich. Nach einer kleinen Flasche Wein machte ich mir aber auch die vielen Vorteile klar, die ein Leben in Chile mit sich brachte. Vor allem war da die Freiheit und Unabhängigkeit im Beruf und die Sicherheit im Hintergrund, von einem großen, internationalen Konzern angestellt zu sein.
Wir überflogen die Alpen und unter mir sah ich wie kleine Vögel die Jumbojets. Der Pilot erklärte mir, daß unsere Flughöhe noch 6.000 Meter über dem Linienverkehr lag. In Kürze würde ich auch die Erde als Kugel erkennen können, informierte er mich. Mit diesem einmaligen Eindruck fand ich zu einer gewissen Selbstzufriedenheit und auch Dankbarkeit zurück. Wie gut hatte es doch Gott oder das Schicksal nach der Auswanderung mit mir gemeint. Wir flogen über das Mittelmeer und ich wurde in die Pilotenkabine gebeten. In weiter Ferne sah man die Stadt Barcelona, dann die Rollbahn und dann standen wir schon auf dem Flugfeld. Der Pilot brachte mich ohne Kontrolle durch Zoll und Polizei und dann saß ich im Taxi Richtung Familie. Das Flugzeug war in 90 Minuten wieder in Nürnberg.
Meine Frau empfing mich und ohne Fragen zu stellen gingen wir zu den Kindern, die gerade ins Bett gegangen waren. Alle musterten ihren schweigsamen Vater und ahnten wohl, dass etwas Besonderes passieren würde. "In 12 Tagen geht es nach Chile". Die Kinder hüpften in ihren Betten, weinten, lachten, und schrieen vor Freude. Dorlis hatte Tränen in den Augen, wer weiß ob aus Freude an den Kindern oder ................ ?
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