In Santiago in der Abgeordnetenkammer und auch besonders im Senat verlor die Regierung Allende immer weiter an Zustimmung und Unterstützung. Viele Mitglieder der Christdemokraten, die zur Bestätigung des Amtsantrittes für Allende gestimmt hatten, entzogen der Regierung bei Gesetzesabstimmungen immer öfter ihre Stimmen. So versuchte die Regierung einfach durch Dekrete das Land zu regieren.
Die ersten Verstöße gegen die chilenische Verfassung brachten eine verstärkte Opposition in die politische Landschaft. Auch seitens der USA wurde verstärkt gegen die entschädigungslose Enteignung der nationalisierten Minen der Firma "Braden Company" protestiert.
Auch die zu Gewerkschaften zusammengeschlossenen Arbeitgeberverbände riefen die ersten Streiks aus. Die Vereinigung der Spediteure zeigte schon ihre Macht. So wurde der Betrieb La Poza und auch ich persönlich in eine nicht sehr angenehme Situation verwickelt.
Die gemolkene Milch wurde nicht mehr von den Betrieben zu den Molkereien befördert.
Kurz darauf schlossen sich viele Landwirte dieser Bewegung an, und brachten ihre Erzeugnisse nicht mehr auf den Markt. Der Betrieb mußte also als Gewerkschaftsmitglied der Aufforderung zum Streik folgen. Ich persönlich als Ausländer hatte mich verpflichten müssen (laut des von der chilenischen Regierung genehmigten Arbeitsvertrages) keine Handlungen gegen die Interessen des Landes zu begehen. Andernfalls lief ich Gefahr, des Landes verwiesen zu werden.
Dieser Gefahr wollte ich mich nicht aussetzen und auch das Gut nicht ohne Führung lassen. Einer meiner Schlepperfahrer mußte also die erzeugte Milch, auf zwei Anhänger verteilt, ungefähr 30 Kilometer auf Schleichwegen zur Molkerei fahren
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