Nun musste ich doch eine Entscheidung treffen: "Zehn Mitarbeiter (meistens Kleinbesitzer), die auf La Poza keine Werkswohnung besaßen und nur Arbeitsverträge als Tagelöhner hatten, mussten zum Staatsbetrieb übersiedeln. Jeder der Ausscheidenden erhielt vom Betrieb kostenlos drei Milchkühe als Abfindung und mein Versprechen, mit Rat und Tat in den ersten Monaten behilflich zu sein. Dieser Vorschlag fand Zustimmung und ich nutzte die gute Stimmung aus und schenkte den ehemaligen Mitarbeitern dazu noch einen fast neuen Traktor. So wurde diese letzte, aber fast tödliche Hürde genommen. Einiges Kapital ging verloren, aber auf der anderen Seite wurden 400 Hektar Land mit moderner Melkanlage sowie Herrenhaus und Verwalterhaus als Mittelpunkt für die Familie Schickedanz erhalten. Zur Erläuterung für den Leser füge ich die folgende Erklärung bei: Plan A Fundo “Santa Luisa” Restgut mit 200 ha Plan B Fundo “Dona Grete” Restgut mit 200 ha* Plan C Enteignet mit 45 ha Plan D Enteignet mit 205 ha Vorwerk Enteignet mit 200 ha** * durch Tausch mit dem Vorwerk von Frau G. Schickedanz entstanden ** ehemaliges Vorwerk von Frau G. Schickedanz Auch mein Arbeitsplatz wurde abgesichert, um das begonnene Werk zum Abschluss zu bringen. Kurze Zeit später wurden unsere Abmachungen durch die Veröffentlichung im Gesetzblatt legalisiert. Die letzte Aufgabe stand mir allerdings noch bevor. Der neu errungene Besitz konnte nur durch eine erneute Eintragung des Besitztitels im Grundbuchamt vollends abgesichert werden. Fast ein Jahr sollte dieses Tauziehen mit den Behörden dann noch dauern. Ohne einen treuen Verbündeten in Santiago, einem äußerst geschickten Rechtsanwalt, wäre das letzte Ziel wohl nicht erreicht worden.
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