Es gibt ein Leben ohne Fußball - aber es lohnt sich nicht! So könnte man den Satz von Loriot abändern, der Ähnliches einmal über den Mops gesagt hat. Allerdings gab es ja auch an den Tagen ohne Spiele bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ein wenig Spannung: Deutschland bekam einen neuen Bundespräsidenten. Christian Wulff heißt er und in der dritten Halbzeit machte er dann die entscheidenden Punkte. Die Veranstaltung besaß einen eher mittleren Spannungswert, vergleichbar dem eines Vorrundenspieles durchschnittlicher Kategorie in Südafrika. Der Sieg zählte, wie er zustande kam interessierte bereits eine Stunde später außer der schlecht gelaunten Opposition keinen mehr. Meine Güte, waren die mies drauf, selbst der endlos arrogante Trittin musste sich zu süffisantem Lächeln zwingen.
Und nun zu Ihnen, Herr Bundespräsident: Herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt! Ich wünsche ihnen viel Glück und Erfolg, verdribbeln Sie sich nicht, immer schön geradeaus spielen, zügig abschließen und dann und wann einmal in die Rolle des Schiedsrichters schlüpfen. 82% aller Deutschen sind froh, einen jungen und dynamischen Frontmann im nationalen Team zu haben. Sie machen das schon!
Doch jetzt zum eigentlichen Thema. Am Wochenende geht´s um die Wurst. Nein, ich meine nicht die kleinen und herzhaften Brutzelteile, die morgen und übermorgen bundesdeutsche Grillroste zieren, ich denke an das heiß erwartete Duell zwischen den Gauchos und den Krauts. Zahlreiche Fragen stehen im Raum: Hat Messi seine Grippe überwunden und wird er spielen können? Lässt die weiland lädierte schweinsteigersche Pobacke trotzdem eine überragende Leistung zu? Gelingt Poldi trotz seiner Abstinenz beim Training wieder einmal ein prächtiger Wumser, den er tief im argentinischen Tor versenkt? Beenden auch alle aufs Feld gelaufenen 22 Spieler das Match? Kommt es nach dem Spiel erneut zu einer dezenten Rauferei? Fragen über Fragen, am Samstagabend sind wir klüger.
Übrigens: Wie wir aus üblicherweise bestens unterrichteter Quelle erfuhren, ist der Flieger unseres neuen Staatsoberhauptes in besten Reisezustand versetzt worden. Es scheint so, als ob Wulff seine erste Dienstreise nicht wie geplant nach Brüssel, Frankreich und in die Türkei unternimmt. Südafrika steht auf dem Flugplan. Wulff möchte gerne die deutsche Mannschaft beim Endspiel gegen Brasilien unterstützen. Ich sehe es bereits jetzt vor mir: Christian Wulff, stehend, in der rechten Hand eine schwarz-rot-goldene Vuvuzela, mit der er dann die Jungs um Lahm zum Sieg trötet - das wär´s doch!!!
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