Nun zurück zu uns. Wir lernten einen tüchtigen Menschen in Osorno kennen. Mario war befreundet mit einem Mädchen, die wir schon in der Pension Marahrens schätzen gelernt hatten. Beide hatten erst kürzlich geheiratet. Von ihm kam der Gedanke, ein größeres Fundo zu kaufen. Am Fuße des Vulkan Osorno gelegen, lag das Fundo in einer einmalig schönen Landschaft. Die 530 ha Land standen zur Versteigerung und nach einigem Hin und Her erwarben wir den Betrieb je zur Hälfte.
Mario übernahm die Verwaltung und alle anfallenden Kosten wurden durch zwei geteilt. Jeder hatte das Anrecht 250 Mastbullen dort zu ernähren. Der Betrieb wurde durch die umsichtige Führung von Mario zum vollen Erfolg. Ich konnte mich aus zeitlichen Gründen um das Fundo "Pichihuinco" nicht kümmern. Der Plan, ein gemeinsames Sommerhaus zu bauen wurde kurzfristig verwirklicht. Die Wochenenden auf "Pichihuinco" waren immer etwas besonderes. Vor dem brennenden Kamin, versorgt mit einer oder zwei Flaschen Rotwein, wurde Karten gespielt oder geredet. Am Sonntag standen lange Spaziergänge oder auch Ausritte auf dem Programm. Der abschließende Grillbraten wurde zur angenehmen Pflicht des Tages. Bei Sonnenuntergang erfolgte die Rückfahrt in das 70 Kilometer entfernte Osorno.
Mitte März 1983 besuchten wir Christina in Santiago in der neu gemieteten Wohnung. Nach ihrer Rückkehr aus Deutschland hatte sie nach Absprache mit der Firma "Jumbo" 100 Quadratmeter Ladenfläche für eine neue Textilabteilung zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser Gedanke von ihr machte sie auf viele Jahre zur selbstständigen Abteilungsleiterin. So wurde von ihr das, bei Frau Schickedanz absolvierte, Praktikum in Chile umgesetzt.
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