Unerwartet erhielten wir die Nachricht vom plötzlichen Ableben der Oma in Salzderhelden. Unsere Reisepässe lagen im weitentfernten Osorno und somit wurde uns die Möglichkeit genommen, zur Bestattung nach Deutschland zu fliegen. Wir verloren einen lieben Menschen, der für uns immer eng mit dem Begriff der Heimat verbunden war. Bei unseren späteren Besuchen in Deutschland versuchten Schwager Ernst-Joachim und Familie, das Verlorene zu ersetzen. Diese Tage merkten wir mehr denn je die Ferne zur Heimat. Der Trost für uns war, das wir die Kinder und Enkelkinder in Chile um uns hatten.
Zu Beginn des Jahres 1984 wurde Schwiegersohn Ignacio von seinem gegenwärtigen Arbeitgeber nach Osorno versetzt und wir hatten Tochter Gabi mit Mann und den Enkelkindern Tomas und der am 14. Oktober 1981 geborenen Tochter Maria-Ignacia ganz in der Nähe. Das auf einmal sehr ruhige Leben wurde durch einen Anruf von einem Herrn J. Schörghuber unterbrochen, den ich 1977 anläßlich des Besuches vom bayrischen Ministerpräsidenten Franz Joseph Strauß in Osorno kennen lernte. Damals gab ich dem Herrn Schörghuber die Zusage, ihm bei einem geplanten Kauf eines Fundos in Chile behilflich zu sein. Jetzt nach sieben Jahren wurde ich an das Versprechen erinnert.
Meine Ausflüchte, ich wäre durch den Arbeitsvertrag bei der Firma “Quelle” zeitlich zu sehr gebunden, fanden kein Gehör. Mein Argument wurde durch einen Telefonanruf bei Frau Schickedanz versucht zu entkräften: "Grete, Du hast doch nichts dagegen, daß Herr Schirmer mir bei meiner Investition in Chile behilflich ist." Später versuchte man mich, als Generalbevollmächtigten seiner verschiedenen Investitionen in Chile zu gewinnen. Es wurde nicht einfach mich aus der Affäre zu ziehen.
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