Nun standen auf "Pichihuinco" Veränderungen an. Bisher hatte Mario die Verwaltung des Gutes unentgeltlich übernommen. Auf Dauer konnte und wollte ich ihm diese Arbeit nicht zumuten. Wir einigten uns darauf, den Betrieb zu teilen. Damit war jeder frei in seinen Entscheidungen, wie und in welcher Höhe in das Land investiert werden sollte. Mein Gedanke ging auf Schwiegersohn Ignacio zu, die Verwaltung nebenberuflich zu übernehmen. Freund Mario, ein unparteiischer Kollege und ich entwarfen die Teilung des Betriebes auf dem Papier. Die Grenzzäune wurden errichtet und es entstanden zwei Betriebe mit ungefähr gleicher Hektarzahl.
Erst dann kam der große Moment: Zwei Zettel, die symbolisch für die beiden Betriebshälften standen, kamen in einen Hut. Die Frau von Mario zog B und mir blieb die andere Hälfte. So wurde es eine faire Teilung. Mein Partner hatte auf seiner Hälfte das Sommerhaus. Das war nur gerecht, denn er hatte ja auch die Hauptlast der Verantwortung tragen müssen.
Schwiegersohn Ignacio übernahm die Leitung von Betrieb A. und wir begannen mit den ersten Verbesserungen. Ein Sommerhaus wurde errichtet und eine Stromleitung mußte vom nächsten, drei Kilometer entfernten, Anschluß herangeführt werden. Die Kosten des Betriebes sollten durch das Milchgeld einer im Aufbau befindlichen Milchviehherde gedeckt werden. Ein Vorarbeiter mit seinen Söhnen verrichtete die Arbeiten. An den Wochenenden fuhren wir in das Sommerhaus. An der Schönheit der Umgebung konnten wir uns nicht sattsehen. Im Osten lag, zum Greifen nah, der schneebedeckte Gipfel des Vulkan Osorno. Im Südwesten erstreckte sich die weite Fläche des Llanquihue Sees (drei Mal so groß wie der Bodensee). Besonders die Ausflüge mit unseren Enkelkindern genossen wir immer sehr. So trat innerlich die Heimat in die Ferne und die Fremde kam uns immer näher.
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