Kaum sind die zu den Nachbarn gesandten Familienmitglieder in die heimische Küche zurückgekehrt, werden sie zunächst ihre Beute los. Dann kommen neue Forderungen auf. Jaime ist schier unersättlich:
"Y quién se preocupa del cocinero? Harhar, tengo sed ...! Y sabes, necesito ...!"
"Stopp, Jaime, para, es sind jetzt 23.30 Uhr und wir haben HUNGER!"
"O.k., dann kommt jetzt der ´Gruß aus der Küche`!"
Meine Güte, ich wusste gar nicht, dass Pfifferlinge so lecker schmecken können - aber es waren ja nicht nur die Pfifferlinge, zubereitet in wundervoll fruchtigem chilenischem Olivenöl ...
Jaime hatte sich eine kleine Pause gegönnt, seinen eigenen Gruß verspeist und war wieder in der Küche.
Als nächstes standen Locos, diese wundervollen chilenischen Riesenmuscheln auf dem Plan. Begleitet wurden sie von einem feinen Kartoffelsalat, vermischt mit fein gekochten Möhren und per Hand geschlagener Mayonnaise. Meine Güte, wie lecker kann das alles sein!!!
Tarara! Nun zum Hauptgericht; es war ja inzwischen 0.30 Uhr geworden.
"Den Fisch essen wir aber mit einem besonderen Reis. Den Reis bereiten wir mit einer wundervollen Brühe aus Hühnchensuppe, oder?"
"Jaime, wenn du es so willst...!" Ehrfürchtig und ergeben blickten wir zum Meister auf.
"Ja, da müssen zwei oder drei Löffelchen Consommée dran. Hast du ein Huhn?? Ich wusste es, du hast kein Huhn, daher habe ich ZWEI mitgebracht."
Schwupp, Jaime zieht zwei Hühner aus der mitgebrachten Kühltasche, fordert unseren größten Topf und pflanzt dort eines der Hühner ein.
Eine Stunde und dreißig Minuten später, die Mitglieder der häuslichen kulinarischen Veranstaltung nähern sich unabwendbar dem Hauptgericht: Das Huhn ist fertig, der Fisch gart auf seinem Bett aus Dill über einem See aus Sauvignon Blanc, der Reis wartet noch unschlüssig auf seine Dusche aus Hühnerconsommée, alle werden erneut zu Tisch gebeten -
und lecken sich anschließend die Finger nach einem bemerkenswerten kulinarischen Ereignis, das so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird...
Jaime, das war mehr als ein normales Abendessen, das war ein richtiger und unvergesslicher Event!
P.S.:
Um vier Uhr löschten wir die Lichter und rollten alle gemächlich in die Betten. Es sind die besonderen Momente, die das Leben so liebenswert machen...