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    <title>Chile Aktuell - Die Reise des Peter Erdtmann</title>
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    <pubDate>Sun, 02 Dec 2007 13:04:30 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Chile Aktuell - Die Reise des Peter Erdtmann - Heinz Wattler: Neues, Aktuelles und Kurioses aus Chile</title>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 44</title>
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Warum diese Reise?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Manche mögen mich fragen: warum diese Reise per Schiff, und dann auch noch auf einem Frachter ? &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Beweggründe waren mannigfaltig.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte in meinem Kupferdasein in Chile stets mit Logistik und Verschiffungen zu tun; im letzten Jahr war ich für die logistische Bewegung von ungefähr einer halben Million Tonnen Kupfer in einem Warenwert von 1 Milliarde US-Dollar verantwortlich gewesen. Schiffe, Beladungen und Staupläne gehörten bei mir zum täglichen Brot. Ich hatte als verantwortlicher Logistiker nicht nur ein Gehalt außerhalb jeglichen Tarifvertrages, sondern auch einen überaus geladenen 12-Stunden Tag, den ich telefonisch zwischen Chile, London und New York verbrachte. Hatte anspruchsvolle Vorgesetzte und glücklicherweise menschliche und professionelle Kollegen. Einen Alltag, bei denen man morgens beim ins Büro kommen bereits die Finger in die Steckdose steckte, um sie 12 Stunden später vollends entladen herauszuziehen. Mit solch einer Spannung begann jeder Tag um 9 Uhr morgens und endete 9 Uhr abends, und der Portier sah mich nicht nur einmal abends aus dem Bürogebäude herauswanken, weil die Erschöpfung mir das Gleichgewicht vorenthielt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man war einfach “auf”, wie es auf gut Deutsch heißt, für den Tag “verbraucht”. Zu abendlicher Lektüre war keine Konzentration mehr, war doch kaum mehr genug Kraft für einen klaren Gedanken übrig. Nur schnell etwas gegessen, was der Kühlschrank eben hergab und eine Flasche Wein vor dem Fernseher, damit man sich irgendwie vom Büro und den damit verbundenen Problemen für ein paar Stunden lösen konnte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;So gab es für diese Reise berufliche Berührungspunkte und auch den Drang, vieles Nachzuholen; ungedachte Gedanken, ungeschriebene und ungelesene Bücher. Auf einem Frachter hat man einen geregelten Tagesablauf, kann aber sonst machen, was man will; niemand kümmert sich um einen. Auf einem Luxusliner wird man flugs verplant, Konversation mit Mitreisenden, Unterhaltungsprogramm, Kaptain’s Dinner im “Pinguin”, wie die Chilenen den Smoking gerne nennen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf der “&lt;b&gt;Atacama&lt;/b&gt;” ist nur Freundlichkeit Pflicht und geradeaus zu sein, der Rest ist Kür und unterliegt jedem Reisenden selbst. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;So ist die Fahrt auf der “Atacama” eine Reise zurück zu mir, auch wenn sie mich zu neuen Ufern in der alten Ferne führt. Zeit für Besinnung, für Erinnerung, für Projekte, und für meine Zukunft.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;table cellspacing=&quot;1&quot; cellpadding=&quot;1&quot; border=&quot;1&quot; align=&quot;center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/beladung1.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/beladung1.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Beladung&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;br /&gt;
&lt;td&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/CCNI_Atacama_Mejillones.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/CCNI_Atacama_Mejillones.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;CCNI Atacama&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;br /&gt;
&lt;td&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Fischereihafen_Valparaiso.jpg&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Fischereihafen_Valparaiso.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Fischereihafen Valparaiso&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;br /&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 64px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/am_Pier_in_Bilbao.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/am_Pier_in_Bilbao.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Pier in Bilbao&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;div style=&quot;width: 100px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Die_chilenische_Kueste_hinauf.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Die_chilenische_Kueste_hinauf.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Die chilenische Küste hinauf...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;br /&gt;
&lt;td&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 120px;&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Sonnenuntergang_in_Mejillones.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Sonnenuntergang_in_Mejillones.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Sonnenuntergang in Mejillones&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;br /&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/MV_Alexandra.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/MV_Alexandra.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;MV Alexandra - Bilbao&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;br /&gt;
&lt;td&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/Bewegung_der_Deckluken.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/Bewegung_der_Deckluken.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Bewegung der Deckluken&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;br /&gt;
&lt;td&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Richtung_Barquito.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Richtung_Barquito.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Richtung Barquito&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;p /&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 03 Dec 2007 07:25:00 +0100</pubDate>
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    <category>Atlantik</category>
<category>CCNI Atacama</category>
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<category>Peter Erdtmann</category>
<category>Reise</category>
<category>Reise des Peter Erdtmann</category>
<category>Schifffahrt</category>
<category>Schiffsreise</category>

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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 43</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/392-Die-Reise-des-Peter-Erdtmann-Weg-zurueck-nach-vorn,-43.html</link>
            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
09. Juni 2004:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Letztes Frühstück an Bord. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Patricio serviert zum letzten Mal Spiegeleier. Mit dem ersten Offizier trinke ich eine letzte Tasse Kaffee. Der grosse Aluminiumkoffer ist gepackt, ich schleppe die 25 Kilo die vier Treppen bis zum Hauptdeck herunter, lasse mein ganzes Hab-und-Gut in der Offiziersmesse stehen, damit das Abreisen später schneller geht. Kästner’s Ausreisevisum fällt mir dabei wieder ein. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zwischenzeitlich habe ich ja meinen Pass zurück und bin wieder jemand. Herr Churchill und ich halten ein letztes, inniges Gespräch auf dem Achterdeck, bei dem er sich und seinen braunen Tabaksmantel zum letzten Mal in Rauch auflöst. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Glücklicherweise ist mittlerweile die Sonne herausgekommen und wird mir bei Ankunft zulachen. Fünfzehn Uhr sieht die Schiffsplanung vor. Mir scheint, alle an Bord fiebern dem Festland entgegen. Gegen halb drei taucht nach fast zwei Wochen auf See auf einmal Land auf, bergige Konturen erscheinen aus dem Nebel, unscharf und wie im Traum steigt aus dem Atlantik die bergige Küste Nordspaniens. &lt;b&gt;Bilbao, wir kommen.&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Land_in_Sicht_Europa.jpg&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Land_in_Sicht_Europa.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Land in Sicht: &lt;b&gt;Europa!&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Aber die Reiseplanung wird zunichte gemacht, wir werden zum Ankern angewiesen, unser Liegeplatz ist noch durch ein anderes Schiff besetzt. Zwei Stunden Liegezeit vor den Toren des Hafens. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bleibe auf den Brückenflügeln und geniesse die warme Sonne, beobachte mit dem Fernglas die gegenüberliegende Gebirgslandschaft, rechne mit der Uhr. Wartezeit, Anlegemanöver, Ankunft des Agenten … Ich habe noch keine Bleibe in der Stadt. Wenn man mit dem Schiff reist, kann man so etwas nicht im Voraus planen. Man kann einen Tag früher oder später ankommen, da kann man nichts reservieren… &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/spanischer_Schlepper.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/spanischer_Schlepper.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Spanischer Schlepper&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Gegen 17 Uhr kommt der Lotse an Bord, wir haben im Einvernehmen mit “&lt;b&gt;Bilbao Pilots&lt;/b&gt;” um 16:20 Uhr den Anker gelichtet und eine grosse Kurve in Richtung Hafeneinfahrt begonnen.&lt;p /&gt;&lt;p&gt; Unser Lotse ist Baske, ein Zivilist, und mit allem beschäftigt, unter anderem auch mit seinem Handy, sodass der Kapitän ihn zur Ordnung rufen muss, worauf wiederum der Lotse eingeschnappt ist. Aber Konzentration tut Not, wir lassen das vordere Hafenbecken hinter uns und nähern uns einer Lücke zwischen dem Containerschiff “&lt;i&gt;Alexandra&lt;/i&gt;” und der Autoverladerampe. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da will er hinein, frage ich mich ? &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie wird er unsere fast 200 Meter zwischen die Verladerampe und die “Alexandra” bringen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Dann fällt mir der Spruch unses Kapitänes ein: “Die wissen schon, was sie tun !” Und so ist es auch; die beiden Schlepper ziehen unser Schiff seewärts während unser Diesel uns bei eingeschlagenem Ruder landwärts schiebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 100px;&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/achtern_festgezurrt.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/achtern_festgezurrt.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Achtern festgezurrt.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt; Das Schiff beschreibt einen stumpfen Winkel zum Ufer. Die ersten Leinen werden übergeben. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… vordere und hintere Seilwinde treten in Aktion und ziehen unsere 45.000 Tonnen so lange, bis wir parallel zum Pier zu liegen kommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Nicht nur parallel zum Pier, auch parallel zur Wasserlinie, denn wir haben bei ablaufenden Wasser angedockt, so dass Schiffsdeck und Betonkai auf gleicher Ebene zu liegen kommen. Auch daher kommt heute die längere Gangway zum Einsatz. Die Metalltreppe mit dem geschlossenen Boden wird mittels dem eigenen Schiffskran mit einer Seite auf Land, mit der anderen Seite auf das Schiffsgeländer aufgesetzt. Das garantiert Beweglichkeit innerhalb der Gezeiten. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div style=&quot;width: 64px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/am_Pier_in_Bilbao.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/am_Pier_in_Bilbao.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Am Pier in Bilbao.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Auf Deck stehen schon unser Koch, unser Steward und ein paar Matrosen und warten auf Landgang… ich geselle mich dazu, denn der Agent hat mir mittlerweile schon per Funk ein Taxi organisiert. &lt;p /&gt;&lt;p&gt;Das ist auch bald darauf zur Stelle. So mache ich mich auf, nach die “&lt;b&gt;CCNI Atacama&lt;/b&gt;”, die fast einen Monat lang mein Heim gewesen ist, zu verlassen. Koch und Steward helfen mir mit meinen Siebensachen. Wir müssen eine kleine Leiter empor, als wollten wir ein Siegerpodium besteigen. Danach geht es im sanften Winkel den metallnen Steg hinab in Richtung Pier - meine Füsse betreten das europäische Festland, das von nun an mein neues Zuhause sein wird. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Siebentausend Meilen über das Meer haben ihr Ende gefunden. Das Ende einer Seereise von Südamerika zum alten Kontinent !&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 200px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/Reiseroute.jpg&quot;&gt;&lt;img width=&quot;200&quot; height=&quot;181&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/Reiseroute.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Meine Reiseroute!&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 26 Nov 2007 07:06:00 +0100</pubDate>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 42</title>
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
08. Juni 2004:&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es hätte nicht viel gefehlt, und ich hätte verschlafen… &lt;/p&gt;&lt;p&gt;meinem Handy-Weckmobil geht langsam die Puste aus obwohl ich es täglich nachlade. Mit etwas “Katzenwäsche” schaffe ich es gerade noch rechtzeitig zum Frühstück. Ein Rührei mit Schinken wartet schon unter Aluminiumfolie auf mich, zwei Scheiben Toast mit Salami und Käse folgen. Dazu gibt es ein Glas Apfelsaft. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Die Erklärung der persönlichen Gegenstände für die Ankunft in &lt;b&gt;Bilbao&lt;/b&gt; muß unterschrieben werden. Draußen an Deck ist es unleidlich und grau wie gestern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ob es wohl bis Bilbao etwas aufklaren wird ? Etwas Sonne wäre nicht verkehrt, aber es sieht nicht sehr danach aus. Mein letzter Tag an Bord ?&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Nachmittag_an_Deck.JPG&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Nachmittag_an_Deck.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Nachmittag_an_Deck.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Nachmittag an Deck&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Die Männer schrubben das Deck und fetten die Umlenkrollen der Ankertaue. Ich lungere auf Deck und um die Deckaufbauten herum und weiss nicht so recht, was ich mit mir anstellen soll. Zum Packen ist es noch viel zu früh; die Siebensachen sind in einer halben Stunde im Aluminiumkoffer verschwunden. Der Kapitän gibt mir meinen Reisepass zurück. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ausgereist im Hafen von Mejillones am 19. Mai,&lt;/i&gt; steht dort gestempelt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Am frühen Abend nochmal kurz auf die Brücke, nach dem Abendessen nochmal an Deck. Eine letzte Zigarre mit Blick von der Reling mit Blick auf den zaghaft sonnigen Abendhimmel – diese Ausblicke werde ich vermissen. Die endlose, lichte Weite des Horizonts, das Spiel der Wolken, die blassen Pastelltöne des atlantischen Abendhimmels, die Lichtreflexe auf dem Meer, die Wellen mit ihren kleinen Schaumkronen, das Platschen der Wellen, die wechselnden Blau- und Grautöne des Wassers.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/und_es_ward_Licht.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; style=&quot;border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/und_es_ward_Licht.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Morgen nachmittag werde ich nach dreißig Tagen Seereise einen neuen Kontinent betreten. Ich werde ein Taxi nach &lt;b&gt;Bilbao&lt;/b&gt; nehmen, mich in einem guten Hotel einquartieren, bei einem Stadtbummel eine neue Batterie für meine Kamera kaufen, irgendwo gut (und möglichst fleischarm) zu Abend essen, vielleicht die Sauna oder das Dampfbad des Hotels in Anspruch nehmen. Oder mich einfach in der Badewanne einweichen, meine e-mails zu empfangen versuchen, zu Hause anrufen, ein Reisebüro aufsuchen, um meinen Heimflug zu buchen. Ein einmonatiges, modernes Abenteuer geht seinem Ende entgegen…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 200px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Goetterdaemmerung.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;200&quot; height=&quot;116&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Goetterdaemmerung.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Götterdämmerung...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 19 Nov 2007 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 41</title>
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            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
07. Juni 2004:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist Montag. Draussen regnet es Bindfäden. Die Chancen, dass es bis &lt;b&gt;Bilbao&lt;/b&gt; besser wird, sind ziemlich gering. Europa wird uns mit weinendem Himmel empfangen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;An Bord geht die Routine weiter. Die Männer machen Ölwechsel am Mittelkran, ca. 800 Liter Altöl müssen in Stahlfässer abgelassen und neues Öl muss eingefüllt werden. Glücklicherweise mittels einer Motorpumpe und nicht von Hand. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Alltagsroutine auch in der Küche; es ist Montag, es gibt Leber. Unser Koch schwört, das sei gesund wegen des hohen Vitamingehaltes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 200px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/auf_grosser_Fahrt.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;200&quot; height=&quot;116&quot; alt=&quot;Peter Erdtmann&quot; title=&quot;Peter Erdtmann&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/auf_grosser_Fahrt.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Auf großer Fahrt.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Da die Batterie meiner Kamera in den letzten Zügen liegt und ich mit dem Photografieren sparsam sein muss, tausche ich Photos mit dem Chefingenieur per Diskette. Fast jeder der Offiziere hat seinen eigenen Computer an Bord, der Bordcomputer selbst ist sehr langsam, vielen zu langsam zum Arbeiten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Fast jeder der Offiziere hat eine Digitalkamera, so kann man mittels CD oder Diskette das ein oder andere Bild vom Schiff- oder Hafenbesuch austauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Da an so einem verhangenen Regentag wie heute wenig anzustellen ist, hole ich mir einen Roman aus der Schiffsbibliothek und schmökere etwas vor mich hin. Überhaupt muss ich sagen, dass ich seit dieser Schiffsreise wieder viel und gerne lese, das Fernsehen links liegen gelassen habe. Es ist alles eine Frage des Angebotes. Es ist die Gelegenheit, die den Dieb macht, wie man nicht nur in Chile, sondern auch in anderen Ländern sprichwörtlich behauptet.&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Kapitaen_und_Passagier.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Kapitaen_und_Passagier.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Kapitän und Passagier&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Land in Sicht ? Die erste Seemöwe umkreist neugierig unser Schiff. Aber wir sind immer noch zwei ganze Tage von &lt;b&gt;Bilbao&lt;/b&gt; entfernt. Unser Schiffsschreiner kommt die Aussentreppe herunter. Er ist aus dem Süden Chile’s, ein lustiger kleiner Mann, stets den Schalk im Nacken, kleine Lachfältchen um die dunklen Augen. Meist singt oder flötet er, wenn er arbeitet. Dieser fröhliche Mensch erzählt mir, die Möwen kämen von Fischerbooten die er bereits gesehen habe. &lt;p /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Wir sind noch gute 400 Seemeilen von der spanischen Küste entfernt. Morgen beginnt der letzte Tag meiner Seereise. &lt;b&gt;Bilbao&lt;/b&gt;, ich komme !&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;&lt;font color=&quot;#0000cc&quot;&gt;&lt;br /&gt;
Peter Erdtmann können Sie an dieser Stelle auf seiner Reise begleiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Jeden Montag erscheint ein weiteres Kapitel seines Buches &amp;quot;Weg zurück nach vorn&amp;quot; mit den interessantesten Eindrücken von seiner 30tägigen Reise.&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font color=&quot;#0000ff&quot;&gt;© Texte/Fotos: Peter Erdtmann&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 12 Nov 2007 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 40</title>
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            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
06.Juni 04:&lt;/b&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Es ist Sonntag und unleidlich draußen. Der Himmel hängt grau und voller Wolken, es regnet. Unser Schiff schwankt vor sich hin, mal sieht man das graue Wasser, mal den Horizont, mal den grauen Himmel durch das Bullauge. Und in umgekehrter Reihenfolge wieder zurück. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/kalter_Atlantik.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/kalter_Atlantik.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;kalter Atlantik&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Die Neigung genügt, um das Aufstehen aus dem Bett zu einem sportlichen Ereignis zu machen: entweder, man fällt sogleich wieder dorthin zurück, da einem die Neigung des Fußbodens gerade entgegenkommt, oder man schießt wie abgeschossen aus dem Bett und geradeaus weiter bis ins Bad. Aber da wollte man ja sowieso hin. Vielleicht hat deshalb auch die Küche die Pilzsuppe heute vom Speiseplan genommen, wer weiß, wo sonst noch alles bald Pilze wachsen würden. &lt;p /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Der Tag ist wie geeignet zur Sonntagslektüre. Ich leihe mir einen Roman aus dem Unterhaltungsraum und mache es mir auf meinem Bürostuhl am Schreibtisch bequem. Der ist mit Gleitfüßen aus Chrom ausgestattet und so machen wir bei jeder Schiffsschwankung eine kleine Schlitterpartie, vor- und wieder zurück. Nicht auszudenken, wenn der Stuhl Rollen hätte… allein so laufe ich schon auf der blauen Auslegeware in der vierten Etage unfreiwilligerweise Wasserski. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Das Mittagessen ist wie jeden Sonntag überaus reichlich. Ich wundere mich, dass ich nach der gestrigen Völlerei schon wieder Fleisch sehen kann. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach der opulenten Mahlzeit kommt mir eine Mittagsruhe auf der Couch sehr gelegen. Jedoch ist diese entgegen der Fahrtrichtung aufgestellt, das heißt, sie schwankt vom Kopf- zum Fußende. Das mag durchblutungsfördernd sein, zur Entspannung trägt es jedoch nicht bei. Kurz vor dem Abendessen der gewohnte Besuch auf der Brücke. Der Mehrzweckfrachter “&lt;i&gt;Princess of the Waves&lt;/i&gt;” passiert uns eine Meile entfernt auf der Backbordseite. Es tut gut hier und da mal wieder ein fremdes Schiff zu sehen, wenn es auch nur in weiter Entfernung ist. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Dem Wetterfax entnehme ich, dass noch mehrere Schiffe um uns sind, jedoch viele Seemeilen entfernt. Viele Handelsschiffe beteiligen sich durch die tägliche Wettermeldung an den Deutschen Wetterdienst am Erstellen einer möglichst aktuellen Seewetterkarte, die Teilnehmer werden mit einem Code in der Karte festgehalten und bekommen ein paar Dollar für jede Wettermeldung erstattet.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 05 Nov 2007 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 39</title>
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            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
05. Juni 2004:&lt;/b&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Die Nacht war etwas schaukelig, das Schlafen gestaltete sich etwas schwieriger. Als einzig ruhige Schlafposition bietet sich in solchen Fällen nur noch die stabile Seitenlage an, die man im Erste Hilfe Kurs gelernt hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Der Tag ist freundlich, die Morgensonne lacht. Am frühen Nachmittag ist wieder ein Rettungsdrill vorgesehen, meine Begeisterung hält sich in Grenzen, ich mag nicht rennen und nicht hasten, ich habe Urlaub und will nicht müssen. Aber die wöchentlichen Sicherheitsübungen sind vorgeschrieben und notwendig. Alle Personen auf dem Schiff müssen mit dem Wann, Wie und Wo vertraut sein, denn im Ernstfall geht es um Sekunden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute ist es auch interessant, uns wird beigebracht wie die Hilfssteuerung direkt an der Rudermaschine unter Deck funktioniert und wir machen eine Feuerlösch-Rettungsübung für Luke Eins, in welcher in der in der Regel Gefahrgüter transportiert werden. Für jemanden, der ein bisschen technisches Interesse mitbringt, sind auch diese Rettungsübungen instruktiv und man lernt meist irgendetwas Nützliches dabei. Ab halb sechs ist Grillabend auf dem Achterdeck angesagt. Pro transkontinentaler Überfahrt richtet die Schifffahrtsgesellschaft, also &lt;i&gt;CCNI&lt;/i&gt;, einen Grillabend für die Besatzung aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;div style=&quot;width: 200px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/das_grosse_Barbecue.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;200&quot; height=&quot;150&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/das_grosse_Barbecue.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;das große Barbecue...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Steuerbordseite, die noch warm von der Sonne beschienen wird, stehen zwei einfache graue Holzbänke und ein paar Stühle an einem langen, gedeckten Tisch. In einem längs geteilten Eisenfass glüht Holzkohle. Koch und Steward schleppen das Fleisch herbei – insgesamt dreiundzwanzig Kilo. Hühnerschenkel, Würstchen, kleine Frikadellen aus Rinder-, Schweine- und Hammelfleisch, die in Rumänien gerne gegessen werden, Bauchfleisch, Rippenstücke. Der Grill wird erst mit einer rohen Zwiebel gesäubert und anschliessend mit Speck abgerieben. Auf dem Tischen steht Kartoffelsalat, chilenisches “&lt;b&gt;Pebre&lt;/b&gt;” - eine pikante Beilage aus kleingehackten Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Koriander, Petersilie, Salz und Pfeffer – und einige “&lt;b&gt;Ladrillos&lt;/b&gt;”, den “&lt;b&gt;Ziegeln&lt;/b&gt;”, wie der Rotwein im der rechteckigen Kartonverpackung auch gerne genannt wird. Musik spielt aus dem CD-Player, der mittels Spültüchern und Stauholz fachgerecht ins Bullauge eingepasst wurde. Alles in allem ein sehr netter Abend, in dem der Wein, Bier, Rum, Whisky, Cola und Saft in Strömen flossen und sämtliche abgenagten Knochen über Bord flogen. &lt;p&gt;Es wurde Spanisch, Englisch und Rumänisch geredet und alle sind satt geworden und haben Spass gehabt. Neptun hat nichts als die Knochen bekommen, denn die 21 Mann Besatzung der “&lt;b&gt;CCNI Atacama&lt;/b&gt;” haben dafür Sorge getragen, dass nach Sonnenuntergang von den 23 Kilo Fleisch kein Gramm mehr übrig geblieben war…&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 29 Oct 2007 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Azoren</category>
<category>Barbecue</category>
<category>CCNI Atacama</category>
<category>grillen</category>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 38</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/387-Die-Reise-des-Peter-Erdtmann-Weg-zurueck-nach-vorn,-38.html</link>
            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
04. Juni 2004&lt;/b&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Es ist Freitag. Das letzte Wochenende auf der “&lt;b&gt;CCNI Atacama&lt;/b&gt;” nähert sich. Am kommenden Mittwoch sollen wir gegen Mittag um drei Uhr in &lt;i&gt;Bilbao&lt;/i&gt; ankommen. Die Mannschaft scheint dem bevorstehenden Landgang entgegen-zufiebern. Einige der Offiziere gehen in Bilbao von Bord. Unser erster Offizier hat noch eine komplette Rundfahrt vor sich, unser Kapitän wird voraussichtlich in Rotterdam oder Hamburg das Schiff verlassen. Dann wird er nach Hause fahren, ein paar Tage oder Wochen die Familie geniessen bis plötzlich sein Telefon klingelt, um ihm mitzuteilen, dass er gebraucht wird. Dann heisst es schnurstracks Koffer packen, Abschied nehmen und losreisen; selten kommen diese Abrufe mit viel Vorlauf, darüber hinaus herrscht an rumänischen Kapitänen kein Mangel. Es gibt heutzutage keinen Markt für sie; hatte vor wenigen Jahren Rumänien noch eine stolze Flotte von 300 Schiffen, so ist heute nur noch ein Bruchteil davon vorhanden. Der Rest wurde verschrottet, verkauft, die großen Hafenanlagen und Schiffswerften von Constanza liegen verödet und brach da.&lt;br /&gt;Vielleicht gibt es ja einen kleinen Aufschwung oder Umbruch, sobald Rumänien Teil der Europäischen Union wird. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Wie es scheint ist für morgen eine Grillparty auf dem Achterdeck vorgesehen. Bestimmt werden wir “Schwein haben”, nicht nur mit dem Wetter, sondern auch auf dem Grill, denn unsere Offiziere vom Schwarzen Meer lieben dieses Borstenvieh über alle Massen. Es würde mich nicht in Erstaunen versetzen, in irgendeiner Luke unter Deck einen versteckten Schweinestall zu entdecken. Spaß beiseite, an Bord ist es überaus sauber. &lt;/p&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/Tanktainers.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/Tanktainers.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Tanktainers&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Ein Frachtschiff ist eine Sisyphosarbeit, sobald man hier zu pinseln aufgehört hat, muss man dort entrosten, sobald man dort gepinselt hat, muss man… glücklicherweise arbeiten die Entroster mit Pressluft, nicht mit Strom, und im Farbdepot sind noch unzählige Eimer mit Farbe und Wälder von Pinseln und Quasten. Vorne am Deck sind wir dunkelrot geworden. Das Schiff blutet, genauer gesagt, wir haben einen Tanktainer, der nicht ganz dicht ist. Dieser 24.000 Liter Behälter scheint Rotwein zu enthalten, der sich langsam den Weg ins Freie sucht, unser Schiff überquert und sich zu Neptun’s Freude in die See verliert. Vielleicht sollten wir ja versuchen, das Leck dieser künstlichen Schweinsblase zu flicken ? Mit ein bisschen Glück fallen dabei ein paar Liter für das samstägliche Barbecue ab. &lt;p /&gt;&lt;p&gt;Aller Voraussicht nach soll es Buletten geben, so können die diversen Fleischreste der Küche Verwendung finden; kleine Party auf dem Achterdeck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Das Wetter ist heute durchwachsen, kühler Wind wechselt sich mit Sonnenschein ab. Die See ist zwar glatt wie ein Tuch, jedoch rollen wir trotz allem gelegentlich gut hin und her. Das Mittagessen ist heute besonders deftig; Innereiensuppe gefolgt von Schweinshaxe. Die Innereiensuppe war ursprünglich ein rumänisches Arbeitergericht; heute hat es sich zur Delikatesse verwandelt. Es entsprach in etwa dem frühmorgentlichen Rollmops am Hamburger Hafen der einen nach langer Nacht wieder in die Spur bringen sollte. Ich habe Glück und kann einen Bogen um das viele fette Zeugs machen, denn es sind noch Spaghetti von gestern übrig. Selten hat die Küche keine Auswahl, meist gibt es Alternativen, hungrig bleibt man niemals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 64px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/taegliche_Spazierrunde.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/taegliche_Spazierrunde.serendipityThumb.JPG&quot; style=&quot;border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; /&gt;&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Tägliche Spazierrunde&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Nach dem Mittagessen mache ich meine Runde ums Schiff, einen halben Kilometer Spaziergang auf den Eisenplatten, die momentan meine Welt bedeuten. Genaugenommen gehe ich auf den &lt;i&gt;Marshall-Inseln&lt;/i&gt; spazieren, denn unser Schiff fährt unter dieser Billigflagge, deren Hoheitsrecht sie damit innehat. Draussen an Deck schreinert unser Schiffsschreiner neue Holzroste für die Brückenflügel, insgesamt 5 muss er neu machen, die alten sind verrottet, die Latten von Wind und Wasser morsch geworden. Danach müssen sie die 7 Etagen bis zur Brücke hinaufgetragen werden. Manche Schiffe haben zwar einen Aufzug, ganz so elegant ist unsere polnische Dame aber nun auch wieder nicht. Oben auf dem Brückenflügel werden sie dann blau angestrichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 64px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/in_Hoehe_der_Bruecke.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/in_Hoehe_der_Bruecke.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;In Höhe der Brücke...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Wie ich höre – die Hexenpost an Bord läuft schnell- hat sich unser Fahrplan weiter entwickelt: die für Vigo in Spanien bestimmten Container werden in Bilbao ausgeladen und gehen mit einem südlich orientierten Frachter der Gesellschaft, der sowieso nach Vigo muss, dorthin zurück. Wir entladen in Bilbao, danach überspringt das Schiff Southhampton/Felixstowe und fährt direkt nach Dunkerque, von da nach Rotterdam, abschliessend nach Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Abendessen der gewohnte Besuch auf der Brücke. Die Musik von “&lt;i&gt;Dire Straits&lt;/i&gt;” lässt mich schon beim Öffnen der schweren, metallenen Brückentür erkennen, dass unser erster Offizier Schicht hat. Soeben hat er wieder einen Segler getroffen, diesmal mit Kurs auf Granada. Der arme Kerl läuft allerdings mit Motorkraft, da der Wind momentan zu schwach ist, um Segel zu setzen. Kaum ist dieser vorbei, taucht am Horizont die “&lt;i&gt;Pleyades&lt;/i&gt;” auf, ein 250 Meter langer Bulker, also ein Schiff für Schüttgut. Sie läuft in 6 Meilen Entfernung an uns vorbei, nur mit Ballast fahrend, also nahezu unbeladen, den Rumpf weit aus der Wasserlinie herausragend. Die Meldung an den Deutschen Wetterdienst wird per Computer erstellt, der Zahlencode per Telex abgesetzt. So leisten die Handelsschiffe einen aktiven Beitrag zur ständigen Aktualisierung der Wetterlage. Daß der zu übermittelnde Code auf einem Laptop des deutschen Wetterdienstes erstellt, aber durch ein bordeigenes Medium weitergegeben wird, scheint ein Fluch der modernen Technik zu sein. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Ansonsten hat der Seegang etwas zugenommen, wir krängen zwischen 7 und 10 Grad. Das ist auf Deck unter der Schuhsohle sogut wie nichts, in 25 Meter Höhe, auf dem Niveau der Brücke aber schon deutlich spürbar. Falls wir ein Mehrfaches an Neigung erreichen - ab 35 Grad Schiffsneigung beginnt der Matrose automatisch zu beten. Die Schwankerei geht aber weiter – nach dem Abendessen darf ich auf dem Achterdeck gratis Achterbahn fahren, während sich Herr Churchill in grauen Rauch auflöst. Morgen werden wir die Azoren passieren und in 5 Tagen werde ich erneut festen Boden unter meinen Füssen haben. Hoffen wir, daß die Batterie meiner Kamera noch so lange durchhält...&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;center&quot; /&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 200px;&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/Abends_achtern.jpg&quot;&gt;&lt;img width=&quot;200&quot; height=&quot;150&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/Abends_achtern.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;Abends achtern.&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 22 Oct 2007 07:58:00 +0200</pubDate>
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    <category>Azoren</category>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 37</title>
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
03. Juni 2004&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Draußen ist es kühl. Der Himmel ist bedeckt, es sieht nach Regen aus. Ich mache einen Besuch in der Unterwelt. Der Chefingenieur nimmt mich mit, um mir sein Reich zu zeigen. Unsere Maschine ist ein 6-Zylinder Turbodiesel und arbeitet im Zweitaktprinzip. Er kann sowohl vorwärts als auch rückwärts laufen. Ganz moderne Schiffe können nämlich bereits die Blattstellung ihrer Schraube hydraulisch verändern, sodass deren Motor nur in eine Richtung zu drehen braucht. Unsere fünf Blätter sind unverstellbar, somit benötigen wir beide Drehrichtungen. Unser Turbodiesel, dessen Ladedruck durch zwei Lader bei 13.000 Umdrehungen erzeugt wird, erstreckt sich über drei Stockwerke, dass heißt, er ist ungefähr 7 Meter hoch. Ein Kolben hat die Größe einer Kinderbadewanne, eine Pleuelstange ist länger als eine Tür hoch ist. Der Hub jedes Zylinders, also der Weg von ganz unten bis ganz oben, ist 2.416 m, die Kinderbadewanne legt also bei jedem Auf oder Ab jeweils 2,5 Meter zurück. Im Vergleich dazu hat ein Auto einen Hub von ungefähr 80 mm pro Zylinder. Unsere Maschine läuft entweder auf Schweröl oder im Notfall auch auf Diesel.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Alle maßgeblichen Systeme sind doppelt ausgelegt, sodass ein System einspringen kann, falls das andere ausfällt und repariert werden muss. Sofern möglich, sind alle Funktionen und Kreisläufe computerüberwacht. Dadurch werden größere Reparaturen auf See vermieden und lassen sich längerfristig vorplanen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Ich sehe die Rudermaschine, die Müllverbrennungsanlage mit Aschedepot für Feststoffe. Die Werkstatt, in der es an keinem maßgeblichen Werkzeug fehlt. Schweißapparat, Drehbank, Bohrständer, Schleifmaschine, Rohrschneider,… alles ist vorhanden, was einem deutschen Heimwerker den Kopf verdrehen könnte. Nur dass die Maulschlüssel ungefähr so lang sind wie mein Unterarm und meine geballte Faust problemlos ins Maul des größten von ihnen passt. Wir besuchen den Kommandoraum, der nachts unbemannt bleibt - falls ein Problem auftritt, schrillt automatisch ein Alarm im Zimmer des Chefingenieurs oder an einigen anderen vorgesehenen Stellen des Schiffes. Die Trinkwasseranlage für Brauch- und Trinkwasser, in der Meerwasser durch Verdunstung innerhalb eines eigens dafür erzeugten Vakuums destilliert wird und danach mittels eines Dolomit-Mineralfilters mit Mineralien angereichert und mit Hilfe einer Infrarotlampe keimfrei gemacht wird. Das Herz des Schiffes schlägt Tag und Nacht, der Motor hat keine Ruhe, selbst im Hafen kühlt er nie aus, sondern wird vorgewärmt, um jederzeit Betriebstemperatur zu haben. Die einzigen Ferien hat er, wenn das Schiff einmal zu Reparaturen ins Trockendock muss. Dann wird der Patient an lebenserhaltenden Maßnahmen von Außen angeschlossen und darf einen Moment lang ausruhen und sich pflegen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/vordere_Ankerwinde_1.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/vordere_Ankerwinde_1.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Vordere Ankerwinde&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Unser diensthabender Offizier kommentiert mir, er habe heute mittag seltenen Besuch gehabt; ein Segelschiff, eine kleine Yacht, auf dem Weg von den Azoren in die Karibik. Der Skipper hätte sich nach dem Wetter erkundigt und Grüße für seine Ehefrau aufgegeben. Man möchte ihr ausrichten, es gehe ihm gut. Wenn man bedenkt, dass selbst wir bei 15 Knoten noch drei Tage bis zu den Azoren brauchen werden, ist das kleine Segelboot ganz hübsch weit draußen.&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;  
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    <pubDate>Mon, 15 Oct 2007 07:56:00 +0200</pubDate>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 36</title>
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            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
02. Juni 2004&lt;/b&gt;&lt;p /&gt;&lt;div style=&quot;width: 140px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/vorm_Abschmieren.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/vorm_Abschmieren.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;vorm Abschmieren&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Heute agiert&lt;i&gt; &lt;/i&gt;Zirkus Atacama. Auftritt der Akrobaten am Hochseil. Artistik ohne Netz und doppelten Boden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Die Stahlseile des brückennahen Krans müssen gefettet werden. Arbeit in schwindelnder Höhe, gut 20 Meter über den stählernen Deckplatten, die keinen Sturz verzeihen. Wer hier abstürzt ist tot. Mausetot. Glücklicherweise arbeiten die Schmiermaxen angeschnallt… zwei Gestalten in weissem Einwegoverall auf einem Brett, das so schmal ist wie meine Hand breit ist, langen in einen schwarzen Eimer, der mit glitschiger, schwarzer Glibbermasse gefüllt ist, um diese von Hand auf die Stahlkabel aufzutragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Circus_Atacama.jpg&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; style=&quot;border: 0px none ; float: right; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Circus_Atacama.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Circus Atacama&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Die weissen Einwegoveralls sind von der Hüfte bis zur Achsel rabenschwarz und schimmern speckig im Sonnenlicht. Bei der Wärme muss man da oben gewaltig ins Schwitzen geraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Schmiermaxe_am_Werk.jpg&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Schmiermaxe_am_Werk.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Schmiermaxe am Werk&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Fettige Hände, die sich nirgens Halt verschaffen können, zwanzig Meter keinen Boden unter sich, auf schmaler Planke das Gleichgewicht halten; mein Adrenalinpegel wäre an seinem Maximum. &lt;p /&gt;&lt;p&gt;Aber auch für uns, dem dritten Offizier und mich kommt Unterhaltung auf: Wir bekommen Besuch. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die “SKS Tyne”, ein fast 300 Meter langes Mehrzweckschiff kreuzt unseren Kurs. Die Elektronik bestätigt uns kurze Zeit später, was unser dritter Offizier bereits mit dem Fernglas ausmachte. Wir werden vom kreuzenden Schiff kontaktiert, es will backbordseitig an uns vorbei. Den Stimmen nach asiatische Offiziere. Die “SKS Tyne” kreuzt uns in respektabler Entfernung; neben uns muss nach unserem elektronischen Anzeiger noch ein Riesenschiff fahren, die “Bulk Australis”. Aber es ist ausserhalb der Sichtweite des Prismenglases, und kreuzt, wenn überhaupt, unseren Kurs erst weit hinter uns. Optische Entfernungen auf See können sehr relativ sein, was nahe erscheint, ist manchmal weit entfernt, und umgekehrt. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Akrobatik_am_Hochseil.jpg&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; alt=&quot;Akrobatik am Hochseil&quot; title=&quot;Akrobatik am Hochseil&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Akrobatik_am_Hochseil.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Akrobatik am Hochseil&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Noch eine Woche bis Bilbao; alle scheinen darauf hin zu fiebern. Die Offiziere machen in der Regel zwei Fahrten, also fünf Monate auf See, die Mannschaften machen vertragsgemäss drei Fahrten, also ungefähr acht Monate fern von zuhause. Die dritte Fahrt ist hart für alle. Die meisten gehen dann schon ziemlich auf dem Zahnfleisch und man muss lernen, die Stimmungen der Mitgefährten auszuhalten. &lt;p /&gt;&lt;p&gt;Es ist ein eigenartiges Leben; nicht viele Leute können es führen und meist diese auch nur für eine begrenzte Zeit. Ich komme weiterhin gut mit mir und meinem Passagierdasein zurecht, lasse meine Gedanken mal zurück und mal nach vorne schweifen. Verschlinge Bücher wie ein durstiger Schwamm und geniesse es, dreimal am Tag an einen gedeckten Tisch kommen zu dürfen ohne mir den Kopf um meine eigene Verpflegung zerbrechen zu müssen. Insbesondere geniesse ich die Abende an Deck, mit einer guten Zigarre in der Hand den Sonnenuntergang verfolgend … kontemplative Momente einer Reise. &lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; style=&quot;border: 0px none ; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Abendstimmung.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 08 Oct 2007 07:49:00 +0200</pubDate>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 35</title>
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
01. Juni 2004&lt;/b&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Die Nacht war ruhig. Die “&lt;b&gt;CCNI Atacama&lt;/b&gt;” fährt wie auf Schienen, nur vereinzelt macht sie kleinere Rollbewegungen um die Längsachse. Das ist auszuhalten, denn da man in Fahrtrichtung in der Koje liegt, dreht man sich ebenfalls nur um die eigene Achse. Es wäre wohl schlimmer, wenn mal der Kopf und mal die Füsse oben wären; dann würde der Mageninhalt in die falsche Richtung schwappen und man sich vielleicht das Essen noch einmal durch den Kopf gehen lassen, aber physisch und nicht nur rein gedanklich. Nun schreiben wir also bereits Juni. &lt;/p&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Blick_voraus.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot; title=&quot;CCNI Atacama - Blick voraus&quot; alt=&quot;CCNI Atacama - Blick voraus&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Blick_voraus.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Blick voraus&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Mitte kommender Woche sollen wir in Bilbao ankommen. Vorher aber gilt es, die &lt;b&gt;Azoren&lt;/b&gt; südlich zu passieren, da soll es nochmal heiß hergehen. Mehr temperaturbezogen, weniger stürmisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Heute kocht Patricio, unser Steward, und Fernando, unser Koch, ist mit den Ordonnanzdiensten betreut. Er kommt heute zum Saubermachen; hat schon auf der “&lt;b&gt;Norway&lt;/b&gt;”, einem grossen Passagierdampfer, in der Küche gearbeitet. Also Essen machen für zweitausend Gäste an Bord und weitere eintausend Besatzungsmitglieder. Bereits mit 15 Jahren hat er bei der Marine angefangen, mit dem Einverständnis der Eltern. Er ist gerne an Bord - reisen bildet, sagt er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/auf_See.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot; alt=&quot;CCNI Atacama - auf See&quot; title=&quot;CCNI Atacama - auf See&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/auf_See.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;auf See...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt; &lt;p /&gt;&lt;p&gt;Ein Tief zieht über uns hinweg. Dicke Regentropfen platschen auf die grauen, metallenen Böden, benetzen die blauen Stufen der Aussentreppe, laufen die rotgestrichenen Wände des Schornsteins hinab. Ein gleichmässiges Rauschen erfüllt die Luft und eine kühle Brise erfrischt den Betrachter. Nach dem Mittagessen war es selbst im Schatten an Deck so drückend, dass es kaum auszuhalten war. Die Wolken am Horizont sind bleigrau und schwer, vielleicht steht uns ja später noch ein Gewitter oder gar ein Sturm ins Haus ?!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Wolkenspiel.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; title=&quot;CCNI Atacama - Wolkenspiel&quot; alt=&quot;CCNI Atacama - Wolkenspiel&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Wolkenspiel.serendipityThumb.jpg&quot; style=&quot;border: 0px none ; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;left&quot;&gt;Die “&lt;b&gt;CCNI Atacama&lt;/b&gt;” läuft geraden Kurs. Das GPS oder Global Positioning System, hält unser Schiff auf Kurs. Moderne Technik korrigiert kleinste Abweichungen sofort. Es ist fast wie im Leben: Jeder Lebensweg entsteht durch eine Aneinanderreihung von Zickzack-Bewegungen. Wir geraten vom Kurs, korrigieren, übersteuern vielleicht etwas, korrigieren erneut. Unser Globales Positionierungs System arbeitet jedoch nicht so fein und akkurat. Aber wenn wir keine Fehler machen würden, woraus würden wir dann lernen? &lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Kielwasser.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot; title=&quot;CCNI Atacama - Kielwasser&quot; alt=&quot;CCNI Atacama - Kielwasser&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Kielwasser.serendipityThumb.jpg&quot; style=&quot;border: 0px none ; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 01 Oct 2007 07:30:00 +0200</pubDate>
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    <category>Azoren</category>
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<category>Peter Erdtmann</category>
<category>Reise des Peter Erdtmann</category>
<category>Schifffahrt</category>
<category>Schiffsreise</category>

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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 34</title>
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            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
31. Mai 2004&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wochenende liegt hinter uns, der letzte Tag im Mai ist angebrochen. Ab morgen schreiben wir bereits Juni und in 10 Tagen werden wir in Bilbao ankommen. Zwei Drittel meiner Seereise liegen hinter mir; das letzte Drittel, die Atlantiküberquerung, mit jetzt noch ungefähr 4.000 Seemeilen vor mir. Ich decke mich im Unterhaltungsraum erneut mit Büchern ein; deutschsprachige Bücher aus der Seemannsmission von Valparaiso, Bücher der Kirchengemeinde in Hamburg-Horn. Insbesondere die alten Schinken, im Stil von fünfte Auflage 1960, sind lesenswert. Damals gehörte ein fester Buchdeckel noch zu einem guten Buch. Ohne Fernseher, auf dem ich ohnehin auf See nichts empfangen könnte, beschäftige ich mich mehr mit dem Kopf. Träume sogar manchmal des Nachts wieder so bewusst, dass ich mich anderen Tags daran erinnere. Heute werde ich meines Quartiers verwiesen: Patricio will den Teppich reinigen, und das Waschmittel der Maschine braucht zwei Stunden, um zu trocknen. Also verziehe ich mich an Deck, suche mir ein schattiges Plätzchen, und lese dort. Als ich nach zwei Stunden in mein Quartier zurückkehre, hat dort ein properer Meister geherrscht, die Ruß- und Ölflecken sind aus dem blauen Wollbelag verschwunden, sodass dieser erneut die Farbe des Atlantik angenommen hat. Alles riecht sauber und ich bin Patricio dankbar, dass er nicht die chilenische Sauberkeitsprämisse angewandt hat. In Chile ist man noch heute der festen Ansicht, nur Chlor könne wirklich reinigen, also porentief rein, und wenn man den beißenden Geruch dieser Industriechemikalie nicht in Bad und Gang riechen kann, dann kann es doch unmöglich sauber sein. Naja, es gab ja auch in Deutschland Zeiten, in denen Ammoniak und Salmiakgeist dem Vaterland ähnliches zu erreichen versprachen. Zum Mittagstisch liegt ein “&lt;b&gt;Taufschein&lt;/b&gt;” auf meinen Teller. Mit Überquerung des Äquators am 25. Mai bei 80 Grad 39 Minuten westlicher Länge hat die Besatzung mich zum “&lt;b&gt;Seewolf&lt;/b&gt;” getauft und damit berechtigt, alle Gewässer nördlich und südlich des Äquators befahren zu dürfen. Die Freude über diese nette Geste lässt mich sogar über die Schweineleber hinwegsehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 150px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/taufschein.pdf&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&lt;img width=&quot;150&quot; height=&quot;218&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Taufschein.jpg&quot; title=&quot;Taufschein vom Äquator&quot; alt=&quot;Taufschein vom Äquator&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Taufschein &amp;quot;Seewolf&amp;quot;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Kapitän präsentiert mir auch die Rechnung über meinen Eigenkonsum, also das Bier und die Cola. Glücklicherweise habe ich es passend, an Bord wird in US-Dollar abgerechnet. Es ist Monatsende und die ausstehenden Gelder müssen eingetrieben werden. Überhaupt bin ich stets über den an Bord herrschenden Papierkrieg erstaunt. Wenn man die Berge an Ordnern sieht, die auf der Brücke oder in der Kabine des 1. Offiziers stehen, die Menge Papier, die der Chefingenieur fachbezogen täglich bewegen muss, das Drucken von Grafiken bezüglich der Maschinenleistung, dem Versenden von Ölproben zur Bestätigung der Leistungsfähigkeit des Schmiermaterials, beginnt man bald an der Effizienz zu zweifeln, dass überhaupt noch Zeit dafür bleibt um Ladung transportieren zu können. Ich bin mit meiner Reise bisher sehr zufrieden. Ein geregelter Tagesablauf, drei Mahlzeiten pro Tag, ausreichend, lecker und gesund, wenig Alkohol, eine gelegentliche Zigarre. Zeit zum Lesen und zum Ruhen - wie oft bin ich bisher schon bei der Lektüre eines Buches auf meinem Sofa eingeschlafen ? Von der wiegenden Bewegung des Schiffes verleitet, von Schlafdefiziten vergangener Jahre in Morpheus Arme gelockt ? Kein Fernseher, kein Radio, nur das Brummen unseres Dieselmotors, begleitet vom Schlagen der Wellen des Ozeans. Mir geht es gut. Früher Nachmittag, es klopft an meiner Kabinentür. Davor stehen Salvador und noch ein Matrose, die kommen, sich die schadhafte Schliesse der Schrankklappe anzusehen. Beschliessen, sie mitzunehmen, und an beiden Seiten das Scharnier zu versetzen. Die Schränke sind aus Pressspanholz gebaut, somit zwar leicht, jedoch wenig belastbar. Glücklicherweise sind die Seeleute grösstenteils “Allgemeine Seemänner” und daher vielseitig einsetzbar. Salvador’s Begleiter hat als Zivilberuf Hausbauer gelernt. Jeder der Männer an Bord hat irgendeine Spezialität und ist an mehr als einer Stelle einsetzbar. Drei von ihnen haben auch eine Ausbildung zum Rudergänger gemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Bruecke-mit-Rudergaenger.jpg&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/Bruecke-mit-Rudergaenger.serendipityThumb.jpg&quot; alt=&quot;Brücke mit&lt;br /&gt;
Rudergänger&quot; title=&quot;Brücke mit&lt;br /&gt;
Rudergänger&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Brücke mit&lt;br /&gt;
Rudergänger&lt;/div&gt;&lt;/div&gt; &lt;p /&gt;&lt;p&gt;Ich trinke täglich mehr Wasser. Ich trinke täglich Meerwasser. Zwei Glas pro Tag, ohne es zu wissen. Das Wasser, das im metallenen Krug auf jedem Tisch steht ist Trinkwasser. Aus Meerwasser. Unser Schiff generiert sein Trinkwasser selbst aus dem Meer, bis zu 15.000 Liter können täglich erzeugt werden. Also brauche ich ab morgen nicht mehr so sparsam zu duschen, aus Furcht, dass mir jemand, gerade wenn ich ganz eingeseift bin, von Ferne den Hahn zudreht. Das Wasser aus eigener Produktion schmeckt frisch und angenehm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abends wieder am Heck, zwischen Tampen, Seilwinden und Umlenkrollen -ich denke vor und zurück und Herr Churchill geht dabei langsam in Rauch auf. Die Sonne versteckt sich hinter dicken Wattewolken. Gemäss dem Wetterfax sollten wir ein Tief umgehen. In der Ferne gehen dicke Regengüsse ab. Erneut stellen wir die Uhren eine Stunde vor. Schiffszeit, wir müssen irgendwie die 6 Stunden Zeitunterschied zum Festland wettmachen. Wann ist eigentlich egal, unsere Zeitgrenze ist fliessend. Und noch 10 Tage bis Bilbao...&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 24 Sep 2007 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Äquator</category>
<category>Bilbao</category>
<category>CCNI Atacama</category>
<category>Reise des Peter Erdtmann</category>
<category>Schifffahrt</category>
<category>Schiffsreise</category>
<category>Seewolf</category>
<category>Taufe</category>

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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 33</title>
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            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
30. Mai 2004&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist Sonntag. Morgen geht der Monat Mai zu Ende und das letzte Drittel meiner Reise bricht an. Um 10:30 Uhr ist Inspektion angesagt, höre ich. Auf der Treppe riecht es bereits nach Putzmittel. Sonntagsputz, das Schiff wird auf Vordermann gebracht. Alles muss blitzen und glänzen. Draußen auf Deck sind alle Taue fein säuberlich aufgetrommelt, nichts liegt herum. Bestimmt kommt der Klabautermann gleich zum Stubendurchgang. Um Viertel vor Elf kommen Kapitän, erster Offizier und Chefingenieur zur Durchsicht. Bei mir geht es ihnen maßgeblich darum, ob alles einwandfrei funktioniert, z.B. die Klimaanlage, und ob alle Sicherheitselemente wie Schwimmweste und Schutzhelm vorhanden sind. Ich nutze die Gelegenheit, um den Kapitän an das Zertifikat wegen der Äquatorüberquerung zu erinnern, den ersten Offizier auf ein kaputtes Schrankscharnier hinzuweisen und dem Chefingenieur einen Schraubenzieher zurückzugeben, mit dem vor meiner Ankunft versucht wurde, besagtes Scharnier zu reparieren. Dann wende ich mich wieder der Lektüre zu. Mittagessen, Sonntagsmenu. Es gibt Carpaccio von geräuchertem Lachs, Spargelcremesuppe, Filet Mignon mit einer undefinierbaren Beilage und Eis. Unser Kapitän teilt mir mit, dass wir heute Abend Puerto Rico und die Dominikanische Republik passieren und so die Karibik hinter uns lassen werden. Diese Inseln gelten nicht unbedingt als sicher, es gibt in diesen Gewässern heute noch Piraten, die Schiffe wie unsere entern, um sie auszuplündern. Chile gilt als eines der wenigen Länder, deren Gewässer sicher sind. An Deck ist es warm und angenehm, aber zu windig, um eine Zigarre zu rauchen. In der Ferne passiert uns ein Frachtschiff. Es ist kleiner als wir, mit nur zwei bordeigenen Ladekränen. Aller Voraussicht nach transportiert es Güter zwischen den Inseln der Karibik, denn es fährt quer zu unserem Kurs. &lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 64px;&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/BegegnungamAbend.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/BegegnungamAbend.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Begegnung am Abend&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Draußen füllen die Männer den bordeigenen Swimmingpool mit Seewasser. Kurze Zeit später höre ich nur noch Planschen und Gelächter. Am frühen Abend passieren wir Mona Bay, die Passage zwischen Mona, Monita und der Dominikanischen Republik. Mit dem Fernglas ist am Horizont Puerto Rico auszumachen. Seemöwen umsegeln uns, um plötzlich wie ein Stein ins Wasser zu fallen und mit einem Fisch im Schnabel wieder aufzutauchen. Wo sie ins Wasser stürzen wird die See für einen winzigen Augenblick hellblau, ebenso wie das Wasser, das am Heck von der Schraube aufgewirbelt wird. Nach dem Abendessen gehe ich an Deck um den Sonnenuntergang anzusehen, finde einen netten sonnigen, windgeschützten Fleck hinter der Seilwinde, auf die fein säuberlich die bastfarbenen Tampen aufgerollt sind. Weit weg von den Öleinfüllstutzen, an denen das Rauchen nicht empfehlenswert ist. Die Abendsonne wärmt noch schön, ich zünde mir eine Zigarre an und hänge meinen Gedanken nach. Plötzlich platzen dicke Regentropfen aufs sonnengewärmte Eisendeck, sodass dies leise zu wispern anfängt. So schnell wie er gekommen ist, ist er auch schon wieder vorbei, unser Platzregen. Am Horizont schüttet es über der Dominikanischen Republik weiter. Ein grauer Regenschleier zieht sich von den Wolken hinab zum Meer. Der Herr der Winde knetet eine neue Wolkenform nach der anderen. Dazwischen lugt hier und da spitzbübisch die Sonne mit ein paar frechen Strahlen hervor und sendet warme, goldgelbe Reflexe über das Wasser. Neben unserem Fahrwasser, jedoch weit hinter uns, springen ein paar große Delphine. Was für ein harmonischer Anblick unserer schönen Natur...&lt;br /&gt;
&lt;p /&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/DieSonnebrichtdurch.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/DieSonnebrichtdurch.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Die Sonne bricht durch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Einer der Matrosen kommt vorbei und beschaut sich, ebenfalls beeindruckt, das abendliche Naturschauspiel mit mir. Der Mann ist im Maschinenraum beschäftigt, und ist froh, an Deck etwas kühleren Wind um die Nase geweht zu bekommen. Wir unterhalten uns über Chile und seine Familie. Er hat Frau und zwei Kinder, so dass seine Frau nicht arbeiten gehen kann. Voraussichtlich ist er jetzt bis Weihnachten unterwegs, um dann vielleicht eine Fahrt lang daheim bleiben zu können. Mit den Kollegen müsse man sich eben zusammenraufen, es gäbe immer mal schwierige Typen, aber in der Regel kämen sie bald miteinander zurecht. Auch mit den rumänischen Offizieren ginge es gut. Mit ihren Vorgängern, indischen Offizieren, wäre es viel schwieriger gewesen. Auch seien die Nationalitäten der Mannschaften sehr unterschiedlicher Natur. Die Filipinos gelten nicht als besonders fleißig, aber als preiswert, und als sie damals mal ein nagelneues Schiff nach einer ersten koreanischen Mannschaft übernommen haben, hätte sich dieses schon in einem jämmerlichen Zustand befunden. Dem Zustand unseres Schiffes nach zu urteilen, leistet die rumänisch-chilenische Allianz gute Arbeit. Selten sehe ich Unordnung, kaputte Dinge oder gar Rost. Dagegen bin ich schon des Öfteren an frischer Farbe kleben geblieben. Von meinem Gesprächspartner lerne ich noch mehr. Dass Matrosen wie er in Valparaiso per Gewerkschaft organisiert sind und dass heutzutage von den Schifffahrtslinien viel Ausbildung und Zeugnisse gefordert werden. Die Seeleute halten zusammen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt; font-family: Arial; color: blue;&quot;&gt;Peter Erdtmann können Sie an&lt;br /&gt;
dieser Stelle auf seiner Reise begleiten. Jeden Montag erscheint ein weiteres&lt;br /&gt;
Kapitel seines Buches &amp;quot;Weg zurück nach vorn&amp;quot; mit den interessantesten&lt;br /&gt;
Eindrücken von seiner 30tägigen Seereise.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 17 Sep 2007 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>CCNI Atacama</category>
<category>Peter Erdtmann</category>
<category>Reise</category>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 32</title>
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            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
29. Mai 2004&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir navigieren im Atlantik. Das Wasser scheint blauer als das des Pazifiks, der durch seinen höheren Planktonanteil eher grünlich aussieht. Der Seegang ist nun heftiger, unregelmäßiger. Die Wellentäler sind steiler und tiefer, vermehrt sind weiße Schaumkronen auszumachen. Die “CCNI Atacama”, so ziemlich bis ans Maximum ihrer Kapazität beladen, liegt tief im Wasser, aber ihr Gewicht gibt ihr dabei auch enorme Stabilität, sodass wir nur wenig schwanken. An Deck ist es warm, man braucht weder Jacke noch Pullover.  Bald dürften wir die karibischen Inseln errreicht haben, schade, dass wir dort nicht Halt machen. Insgesamt macht unsere gerade Atlantikpassage ein Dutzend Tage und 4.250 Seemeilen aus. Nächster Halt ist Bilbao in Spanien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/AufdemAtlantik.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;83&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/AufdemAtlantik.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Auf dem Atlantik&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Ich überprüfe meine Vorräte: 1 Flasche Whisky, 4 Flaschen Wein, 8 Flaschen Bier, 16 Dosen Coca Cola und 10 Zigarren. Sollten an sich ausreichen, um ohne Mangel bis ans Festland zu kommen. Notfalls kann ich immer noch an Bord nachkaufen, auch wenn die Bordversorgung recht teuer ist. Hie und da vermisse ich schon mal etwas Schokoladiges. Das einzig Süße an Bord sind die Kaffeebonbons unseres Chefingenieurs, die er gestern in Cartagena erstand, oder von Zeit zu Zeit mal ein Stück Kuchen, wenn die Küche sich dazu hinreißen lässt. Mittlerweile haben wir mal wieder eine Zeitgrenze überschritten. Heute morgen vermisste ich unseren Steward in der Küche, wurde aber dann von einem aus der Mannschaft darauf hingewiesen, dass die Uhr um eine Stunde vorgestellt wurde. Glücklicherweise reicht die Zeit trotzdem noch zu einem Toast mit Erdbeermarmelade und zur Zimmerreinigung.&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 64px;&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Atlantikpassage.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/Atlantikpassage.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Atlantikpassage&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachmittags, zur Kaffeezeit, schrillt auf einmal durchdringend die Alarmsirene. Wochenende, also Rettungsdrill, denke ich. Ich klaube Rettungsweste und Helm, die ich mir auf dem Weg zum Hauptdeck überziehe. Glücklicherweise regnet es in Strömen, sodass wir den Rest des Übungsmanövers theoretisch abhandeln. Zeitumstellung, Rettungsdrill, genug Überraschungen für heute, denke ich mir. An Deck ist es schwül, warm, es regnet in Strömen - also zurück in die Kabine und weiter mit der Lektüre. Vor dem Abendessen auf die Brücke. Es ist sonnig, der Himmel ist blau, die See ebenfalls. Wir machen gute Fahrt: trotz der fast 30.000 Tonnen Ladung machen wir 14 Knoten. So könnten wir eventuell schon einen Tag früher in Bilbao ankommen. Morgen durchlaufen wir die Karibikinseln zwischen Costa Rica und der Dominikanischen Republik. Danach gibt es bis zu den Azoren nur Wasser zu sehen, wo es nochmal recht warm werden soll. Das Abendessen ruft. Es gibt Spaghetti, meine Leibspeise. Also nur wenig Suppe, keinen Salat - aber eine zweite Portion Nudeln. Danach ein wenig Fernsehen. Das US-TV strahlt, wie passend, den schiffbrüchigen Tom Hanks aus. Nach einer Viertelstunde erinnere ich mich daran, dass die Herren Chivas und Regal in meiner Kabine auf mich warten. Und wieder einmal stellen wir die Uhren vor. Ein Grund mehr, rechtzeitig in die Koje zu fallen. Morgen ist auch noch ein Tag.&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt; font-family: Arial; color: blue;&quot;&gt;Peter Erdtmann können Sie an&lt;br /&gt;
dieser Stelle auf seiner Reise begleiten. Jeden Montag erscheint ein weiteres&lt;br /&gt;
Kapitel seines Buches &amp;quot;Weg zurück nach vorn&amp;quot; mit den interessantesten&lt;br /&gt;
Eindrücken von seiner 30tägigen Seereise.&lt;/span&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 10 Sep 2007 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Atlantik</category>
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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 31</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/331-Die-Reise-des-Peter-Erdtmann-Weg-zurueck-nach-vorn,-31.html</link>
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
28. Mai 2004&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichen Cartagena de Indias in Kolumbien am frühen Morgen. Cartagena, sagenumwobener Hafen, Stadt der Piraten, die dort ihre goldene Beute aus Mexiko und der Karibik versteckten und verprassten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/CartagenaSkyline.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/CartagenaSkyline.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Cartagena Skyline&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Nach dem Frühstück gehe ich auf die Brücke. Der Kapitän, der Erste Offizier, der kolumbianische Lotse und der Rudergänger sind dort. Wir befinden uns in der Einfahrt der Bucht von Cartagena. Unser Kapitän zeigt mir die ehemalige Leprakolonie auf einer der Inseln und den Wohnsitz des kolumbianischen Präsidenten auf einer anderen. Cartagena ist modern, mit einem alten, historischen Stadtkern. Auf den Brückenflügeln ist es diesmal nur kurz zum Fotografieren auszuhalten, tropische, feuchte Wärme umgibt einen, und man schwitzt im Handumdrehen. In der Ferne mache ich ein großes Segelschiff aus, dass am Pier der Marine liegt, eine Bregantine: Es wird es sich um das kolumbianische Segelschulschiff handeln. Ein U-Boot verlässt den Stützpunkt und beginnt, den Hafen zu durchqueren. Da nur Turm und Heckruder aus dem Wasser ragen, sieht es wie ein vorzeitliches Reptil aus. Wir docken neben der “Lykes Commander” und der “Malambo” an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/CartagenaHafen.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/CartagenaHafen.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Cartagena Hafen&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Unser Agent kommt an Bord, herzliche Begrüßung. 1 Container soll entladen, 175 Container sollen geladen werden, davon sind 101 leere Container, die zurück zum Eigentümer gehen. Ungefähre Dauer der Operation: 4 Stunden. Also nur Zeit für einen kurzen Landgang. Zuerst aber müssen die Beamten ihre Werk tun. Die Behörden kommen an Bord: Einwanderung, Hafenbehörde, Hygiene und Duty Free – insgesamt sind 5 nette, braungebrannte Kolumbianer um den Tisch in der Lounge versammelt. Man flachst miteinander, die Stimmung ist locker, man kennt sich. Der Kapitän erzählt ein paar Witze, sein Spanisch ist recht anständig, die Witze sind es jedoch nicht immer. Dokumente wechseln die Tischseite, Stempel werden gesetzt, Unterschriften getätigt. Die eine oder andere Stange Zigaretten wechselt den Eigentümer; wer gut schmiert, der gut fährt. Die Pässe für die Landgänger werden ausgestellt. Da die Zeit kurz ist, beschließe ich, nur dem Duty Free Shop des Hafens einen Besuch abzustatten. Mit dem Pass des Landgängers in der Hand betrete ich den Hafenboden und gehe zum zollfreien Einkauf. Ich entschließe mich zu 4 Flaschen chilenischen Rotweines (sechs Dollar pro Flasche) sowie zu einer Flasche Chivas Regal (20 Dollar eine Flasche). Nebenan kann man telefonieren, also versuche ich mein Glück, jedoch nimmt daheim keiner ab. So hinterlasse ich denn eine Nachricht im elektronischen Sprachbriefkasten des Anschlusses meiner Eltern. Versuche es noch kurz bei meinem Bruder, aber der ist bestimmt gerade mit seinem Hund auf dem feierabendlichen Spaziergang. Naja, versucht habe ich es, hexen kann ich auch wieder nicht!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück zum Schiff komme ich rechtzeitig zum Mittagessen; gebratene Blumenkohlplätzchen und Kotelett gibt es heute. Ich genieße es mit Appetit. Es wird geladen, geladen und geladen. Immer neue Container kommen heran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 64px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/BeladunginCartagena.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;64&quot; height=&quot;110&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/BeladunginCartagena.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Beladung in Cartagena&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Das kolumbianische Militär ist ebenfalls im Hafen und inspiziert verschiedene Container auf Drogen. Soldaten prüfen die Siegel und öffnen einige der Metallboxen. Ich stehe auf Deck, mal hinten, mal vorn, und beobachte das rege Treiben. Es herrscht eine feuchte Hitze, man schwitzt aus allen Poren. Der Kapitän amüsiert sich darüber, dass ich mir stets so interessiert die Ladevorgänge ansehe. Für ihn ist dies sein tägliches Brot, für mich ist es neu und interessant. Ähnliches trifft auch auf die “CCNI Atacama” zu; für mich beinhaltet sie jede Menge Neues, für die Männer ist sie ein bekanntes Zuhause und zugleich ihr täglicher Arbeitsplatz. Es ist ein seltsames Leben, sechs Monate auf See, zwei oder drei Monate daheim, auf hoher See allein, daheim auf einmal mit Frau und Kind zu Hause. Aber gemessen am heimischen Verdienst, in Rumänien oder in Chile, verdient ein Seemann um Einiges mehr an Bord als an Land, sodass sich die Trennung von der Familie finanziell lohnt. Obschon die Ausgaben an Bord gering sind, schlagen die Landgänge dagegen meist kräftiger zu Buche. Ein gutes Essen, ein nicht schwankendes Bett, vielleicht ein paar zarte Hände für die Nacht… das alles ist nicht billig, zumindest nicht für den einfachen Seemann. Und allzu lang möchte auch keiner der Männer allein sein; aber ein Gegenpart ist schnell gefunden, irgendjemand kennt immer irgendeine Adresse in dem Hafen, der gerade angelaufen wird. Ob in Kolumbien, Ecuador, Peru oder Chile – auch in Lateinamerika hat das älteste Gewerbe der Welt nach wie vor Konjunktur. Die Seeleute sind gut zahlende Kunden und sie wissen guten Service zu würdigen… &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Unsere Ladearbeiten nehmen sehr viel mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant, mittlerweile ist sechs Uhr vorbei. Auf dem Vordeck stapeln sich die Container bereits drei Schichten hoch. Aber wir nähern uns dem Ende; der erste Offizier geht den Tiefgang prüfen, indem er die Marken an Bug und Heck abliest. Nun muss das Schiff noch ausgetrimmt, also der flüssige Ballast im Rumpf durch Pumpen so verteilt werden, dass unser Schiff in der Waage liegt, vorne wie hinten und rechts wie links. Nachdem das geschehen ist, machen wir die Leinen los und verlassen langsam den Hafen von Cartagena. Hinter der Stadt geht die Sonne unter und malt ein buntes Farbenspektakel an den Himmel. Die Lichter der Stadt spiegeln sich im Wasser. Vom Atlantik her weht eine frische Brise. In der Ferne gleißt Wetterleuchten am Himmel. Und während wir die Bucht von Cartagena hinter uns lassen, um Kurs auf das offene Meer zu nehmen, versinken die Lichter Südamerikas im Abendrot. Lateinamerika – ich komme wieder, denke ich. Wenn auch nicht zum Bleiben, so auf jeden Fall auf recht baldigen Besuch.&lt;/p&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/CartagenaSunset.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/CartagenaSunset.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Cartagena Sunset&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt; font-family: Arial; color: blue;&quot;&gt;Peter Erdtmann können Sie an&lt;br /&gt;
dieser Stelle auf seiner Reise begleiten. Jeden Montag erscheint ein weiteres&lt;br /&gt;
Kapitel seines Buches &amp;quot;Weg zurück nach vorn&amp;quot; mit den interessantesten&lt;br /&gt;
Eindrücken von seiner 30tägigen Seereise.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 03 Sep 2007 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>CCNI Atacama</category>
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<category>Peter Erdtmann</category>
<category>Reise des Peter Erdtmann</category>
<category>Südamerika</category>
<category>Schifffahrt</category>
<category>Schiffsreise</category>

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    <title>Die Reise des Peter Erdtmann - Weg zurück nach vorn, 30</title>
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            <category>Die Reise des Peter Erdtmann</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;br /&gt;
27. Mai 2004&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Telefon schrillt. Wer mag das sein ? Ich schaue auf die Uhr: es ist halb drei Uhr in der Frühe. Ob sich da jemand verwählt hat; soviele sind wir ja nun auch wieder nicht an Bord. Aber wer mich stört, wird sicherlich einen guten Grund dazu haben, also packt mich die Neugier und ich begebe mich an den Hörer. “Guten Morgen, hier spricht der Chefingenieur” tönt es frohgemut aus der Leitung, “also, wir gehen jetzt rein, und wenn Sie den Kanaleingang und die Brücke der beiden Amerikas sehen wollen, dann wäre es jetzt soweit !” Ich bin sofort hellwach – wir durchqueren den Kanal ! “Komme sofort - auf die Brücke, nicht wahr ?!” Flugs ziehe ich mir die Klamotten an, denen ich im Eifer des Gefechtes habhaft werden kann, und eile die Stufen zur Brücke hinauf. Ich trete leise ein, ohne Gruss, denn man soll auf der Brücke möglichst nicht stören, das ist Bedingung für den Zutritt, insbesondere wenn Lotsen am Werk sind. Die Brücke sieht ganz dunkel und eigenartig aus: alle drei Radarmonitore sind eingeschaltet und tauchen die Kommandoebene in ein gespenstisch grünes Licht. Still ist es, bis auf die kurzen Kommunikationen des Funkverkehrs, ausschliesslich in Englisch, und die knappen Befehle des Lotsen an den Rudergänger, die dieser immer erst wiederholt und bei Erreichen des angesagten Kurses erneut kurz bestätigt. Ich trete auf den rechten Aussenflügel der Brücke; hinter uns liegt bereits die Stadt Panama in ihrem Lichterschein und vor uns die Brücke die Nord- und Südamerika über die künstliche Wasserstrasse wieder miteinander verbindet. Der Anblick ist großartig: die gelben Lichter der Brücke, über die noch Autoverkehr rollt, die blauen Positionsleuchten unseres Schiffes, die roten und grünen Lichter der Schleuseneinfahrt. Wir gleiten langsam und lautlos voran, so dass man sich fast wie in einem Raumschiff fühlt, das an eine Weltraumstation andockt. Die Luft ist tropisch warm und recht feucht. Man spürt die Nähe der Karibik. Im Hintergrund flammen Blitze eines tropischen Gewitters und erleuchten den nächtlichen Hotizont. Wir nähern uns den Schleusen von Miraflores. Schlepper “Parfitt” und “Burnett” nehmen uns in die Zange um uns in die Schleuse zu bugsieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/EinfahrtindieSchleuse.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/EinfahrtindieSchleuse.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Einfahrt in die Schleuse&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Das ist Zentimeterarbeit, bei der Durchfahrt bleibt uns weniger als ein Meter an Freiraum, und dieser muss noch auf beide Seiten verteilt werden. Während die Schlepper uns in Position schieben, werden die Kabel der elektrischen Lokomotiven am Schiff befestigt. Je ein Paar dieser chromglänzenden Zugpferde ziehen uns vorne links und vorne rechts. Ein weiteres Paar ist hinter uns und hält uns in der Fahrrinne auf Kurs. Durch Zahnradantrieb erklettern diese Eletrolokomotiven wie tüchtige Bergziegen die Betonbuckel, die sie auf die nächste Schleusenebene bringen. Wir bewältigen den Höhenunterschied, indem wir uns in der Schleusenkammer einfach hochpumpen lassen. Und müssen uns sputen, denn hinter uns steht schon die “Santiago Express” von Hapag Lloyd wartend bereit. Aber ihr wird die andere Schleuse zugeteilt, und so liegen wir Kopf an Kopf nebeneinander in den Schleusenkammern.&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/MVSantiagoExpress.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/MVSantiagoExpress.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;M/V Santiago Express&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/beigeflltemSchleusenbecken.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/beigeflltemSchleusenbecken.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Bei gefülltem Schleusenbecken&lt;/div&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir die Schleuse verlassen erwartet uns ein neuer, atemberaubender Anblick. Quer über den Kanal errichtet eine deutsche Baufirma für Panama eine große Hängebrücke. Die Kabel glitzern weiß im blassen Morgenlicht, es fehlt nur noch ein kurzes Mittelstück um beide Teile zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/BrckeimMorgenlicht.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/BrckeimMorgenlicht.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Brücke im Morgenlicht&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Mit dem Durchqueren der Pedro Miguel Schleuse erwacht der Tag; aus dem panamenischen Tropenwald steigt morgendlicher Nebel auf. Die Sonne wirft ihre ersten Strahlen auf das satte Grün der üppigen Vegetation. Die Vögel beginnen ihre ersten morgendlichen Flüge und mehr und mehr wimmelt es um einen herum von verschiedensten Insekten. Käfer, Libellen und viel anderes Krabbelgetier kommt einen besuchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/aufdemPanamakanal.JPG&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/aufdemPanamakanal.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Auf dem Panama-Kanal&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Solange mir die Gelbfieber übertragende Mücke verschont bleibt, ist mir alles recht, denke ich, in Erinnerung an meine reisevorbereitende Gelbfieber-Pflichtimpfung im Hospital in Santiago. Die Gelbfieberimpfung ist Vorschrift für die Panama-Passage und wird vor Reiseantritt überprüft. Zu viele Arbeiter sind damals an der Krankheit gestorben, ein richtiges Gegenmittel kennt die Medizin bis heute nicht, aber vorbeugende Impfung erhöht den Widerstand, um an einer Infektion nicht zu erkranken. Wir setzen unsere Reise fort durch den schmalen Gaillard-Cut, in Richtung Gamboa und dem Gatunsee. Unser Kapitän weist mich auf ein bekanntes Gefängnis hin und drückt mir sein Fernglas in die Hand. “Renacer” lese ich dort, also “Wiedergeburt” - so heißt diese Bekehrungsstätte, in der die Insassen schon am Morgen Fußball spielen. Auch nach Krokodilen am Flussufer halte ich Ausschau, aber die sind anscheinend zum Frühstück. Ich tue es den Krokodilen gleich; Patricio kredenzt mir den letzten Pampelmusensaft, ein Paar Spiegeleier, Toast und Aufschnitt. So steige ich frischgestärkt erneut auf die Brückenflügel. Mittlerweile ist es schon ziemlich sonnig und tropisch feuchtwarm. “92 Grad Luftfeuchtigkeit”, meint der Kapitän. Der Schweiß dringt mir bald aus allen Poren. Uns begegnen eine Menge Schiffe auf dem flussartigen Gaillard-Cut, unter anderem die “CSAV Peru” der chilenischen Konkurrenzlinie. Meine Kamera steht kaum still, denn immer wieder kommen uns neue, grosse und interessante Schiffe entgegen. Containerschiffe, Gasschiffe, Spezial-transportschiffe und RoRo’s, also Roll on/Roll off’s, die häufig zum Pkw-Transport genutzt werden.&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/VollesContainerschiff.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/VollesContainerschiff.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Volles Containerschiff&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;width: 110px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/ImPanamakanal.JPG&quot; class=&quot;serendipity_image_link&quot;&gt;&lt;img width=&quot;110&quot; height=&quot;64&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/landschaft/ImPanamakanal.serendipityThumb.JPG&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Im Panama-Kanal&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Vor der Gatunschleuse müssen wir warten, denn unser Schwesterschiff, “CCNI Arauco” befindet sich im Schleusenverkehr landeinwärts und das bedarf auf der Seite des Atlantik mehr Zeit, da an Stelle von zwei Schleusen mit zwei parallelen Kammern wie vom Pazifik aus hier eine parallele Schleuse mit jeweils drei Kammern zu passieren ist. Das bedeutet, dass sechs Kammern mit Wasser gefüllt und entleert werden müssen. Gegen Mittag dürfen wir einfahren. Diesmal sind die Schlepper “Herrera”, “Paz” und “Alianza” behilflich. Das Boot “Mero” bringt die Panamesen, die für die Stahlkabelverbindung zwischen Lokomotive und Schiff zuständig sind. Alles dunkelhäutige Riesen, die jeder Basketball-Mannschaft sehr gut zu Gesicht stehen würden. Der Schlepper gibt sein Äußerstes, um uns bestmöglich in Position zu bugsieren. Dabei zieht er bisweilen an seinem Stahlkabel wie ein Hund, der nicht will, dass ihm sein Knochen weggenommen wird. Dann sinkt unser 45.000 Tonner dreimal nacheinander so tief hinab, dass er von oben kaum noch zu sehen gewesen sein dürfte. 36 Höhenmeter müssen in drei Schleusen abgebaut werden, also 12 Meter pro Schleusenkammer überwunden werden. Das nasse Mauerwerk passiert nur eine Armlänge vor meinen Augen hinauf; Zeugin einer nahezu hundert Jahren alten Geschichte. Der Staat Panama hat im vergangenen Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert, bald feiert der Kanal dieses Jubiläum. Die Schleusenwände geben Kratzer, Metallhaken, Klettersprossen und grüne Algen frei. Die Schleusentore, der Kanal hat insgesamt 40 Paare davon, stammen alle noch aus der Zeit des Kanalbaus. Sie werden alle 10 bis 15 Jahre abmontiert, gewartet und renoviert. Nachdem wir die letzte Kammer der Gatunschleuse hinter uns gelassen haben, laufen wir den Fluss in Richtung Atlantik entlang. Durch den Einfluss des Meeres wird es langsam angenehmer. Nichtsdestotrotz habe ich mir an Hals und Armen einen Sonnenbrand geholt; also schnell unter die Dusche und gleich gut eingecremt, dann komme ich vielleicht noch einmal glimpflich davon. Zum Wochenende sollen wir in Cartagena sein. Ob wir Zeit und Gelegenheit haben, die Stadt zu besuchen oder Einzukaufen, wird von unserem Ladeplan bestimmt werden. Der sieht momentan nur einen Container zur Entladung vor – wieviel Container wir zuladen werden, werden wir aber erst wissen, wenn wir dort angelegt haben. Cartagena, deren Altstadt sehr schön sein soll, ist unser letzter Ankerpunkt vor dem Überqueren des Atlantiks. Nicht nur ich werde in Bilbao von Bord gehen, auch ein Teil der Crew der “CCNI Atacama” wird in Spanien ausgewechselt.&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt; font-family: Arial; color: blue;&quot;&gt;Peter Erdtmann können Sie an&lt;br /&gt;
dieser Stelle auf seiner Reise begleiten. Jeden Montag erscheint ein weiteres&lt;br /&gt;
Kapitel seines Buches &amp;quot;Weg zurück nach vorn&amp;quot; mit den interessantesten&lt;br /&gt;
Eindrücken von seiner 30tägigen Seereise.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 27 Aug 2007 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Cartagena</category>
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