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    <title>Chile Aktuell - Reiner Schirmer</title>
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    <description>Heinz Wattler: Neues, Aktuelles und Kurioses aus Chile</description>
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    <pubDate>Sat, 05 Feb 2011 21:00:40 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Chile Aktuell - Reiner Schirmer - Heinz Wattler: Neues, Aktuelles und Kurioses aus Chile</title>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen/ Schlusswort</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;&lt;br /&gt;
Liebe Leserinnen und Leser des picaflor,&lt;br /&gt;
zwei Jahre lang konnten wir Ihnen jeden Montag einen Abschnitt aus dem an Erlebnissen reichen Leben unseres Freundes Reiner Schirmer präsentieren. Nun sind wir am Ende seiner Biographie angelangt. Ich darf Ihnen versichern, dass ich selten einen Lebensweg so intensiv verfolgt habe, eine Biographie mich selten so gepackt hat, wie diese authentische Geschichte eines Menschen, der sein Leben mit beiden Händen gepackt und gemeistert hat. &lt;br /&gt;
Reiner Schirmer lebt heute so gesund und munter in Osorno im Süden Chiles, wie man es als inzwischen über 80jähriger nur tun kann. Vor genau einem Jahr traf ich ihn und seine liebe Frau Dorlis in Osorno und war tief beeindruckt von seiner Ausstrahlung und Lebensfreude, seinem Optimismus. Gerne würde ich die beiden Protagonisten der Biographie erneut treffen. So Gott will, wird dies möglich werden, ich bin da sehr zuversichtlich.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Lieber Reiner, ganz lieben und herzlichen Dank für die Erlaubnis, auf dem &amp;quot;picaflor&amp;quot; deine Lebensgeschichte und die deiner Familie abzudrucken. Diese interessante und oft bewegende Montagslektüre wird uns allen, besonders aber mir fehlen. Alles Gute für dich und deine Familie, bleib gesund, wir werden uns wiedersehen!&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Deine und Eure Freunde&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Heinz und Marlene&amp;#160;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Nachwort&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;An meine lieben Enkelkinder Tomas, Maria-Ignacia, Valentina, Javiera, Martin, Agustina, Maria-Jose und an unser achtes Enkelkind, auf das wir uns schon sehr freuen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit viel Freude habe ich dieses Büchlein geschrieben, um Euch zu erzählen, wie die Eltern Eurer Mütter Gabriele und Christina von Deutschland in das entfernte Chile gekommen sind. Nach dem unglücklichen Krieg 1939-1945 mussten viele unserer deutschen Landsleute ihre Heimat verlassen. Einige sind von den Siegermächten vertrieben worden, andere wurden aus ihren Wohnsitzen und Gütern verjagt, z.B. die Eltern von Omama, und nur wenige haben den Schritt in die Fremde freiwillig unternommen. Zu dieser letzten Gruppe gehören Eure Großeltern.&lt;br /&gt;
Es hat viele, viele Jahre gekostet, den Verlust der Heimat zu überwinden. Eure Eltern und auch Ihr, meine lieben Enkel, habt viel dazu beigetragen, dass wir in Chile ein neues &amp;quot;zu Hause&amp;quot; gefunden haben.&lt;br /&gt;
Eure Generation wird vor andere Verzichte, aber auch neue Aufgaben gestellt werden. Ihr werdet diese bestimmt genau so meistern, wie Eure Vorfahren. Eure Großeltern möchten Euch auf einige Lebenserfahrungen hinweisen, die ihnen besonders wichtig sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fallen ist keine Schande, aber liegen bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich selbst besiegen ist der schönste Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer im Leben befehlen kann, muss erst gelernt haben, zu gehorchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haltet immer am Glauben fest. Auch dann, wenn ihr gezwungen werdet, das andere Ufer des Flusses zu erreichen, ohne Schwimmen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Ihr mich fragt, was ich jetzt vermisse, dann werde ich Euch ehrlich sagen:&lt;br /&gt;
“Fast nichts, aber wiederum doch viel. Ich hätte mich gern in meiner Muttersprache mit meinen Enkeln unterhalten. Oft kann ich mich in der spanischen Sprache nicht treffend ausdrücken, nicht das sagen, was mein Herz fühlt. Und doch möchte ich Euch noch so vieles sagen, was in diesem Büchlein nicht aufgezeichnet ist. Diesen leichten, aber doch schleichenden Schmerz werdet Ihr nicht ganz verstehen können und ich wünsche Euch, davon im Leben verschont zu bleiben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eure Omama Dorlis und Opapa Reiner&lt;br /&gt;
Osorno / Chile   2002&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px; &quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot; style=&quot;text-align: center; &quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/1995.jpg&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:1315 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;75&quot; height=&quot;50&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/dinge/1995.serendipityThumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot; style=&quot;text-align: center; &quot;&gt;Familie Schirmer&lt;br /&gt;
Osorno/Chile, 1995&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 31 Jan 2011 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen/ 109</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;&lt;br /&gt;
1999 kam noch einmal ein schweres Jahr für uns. Ende April bekam ich wieder Schwierigkeiten in der Bewegung. Um die Blutzufuhr zum Herzen zu regulieren, bekam ich in einer schwierigen Operation vier Bypässe eingesetzt. Die Worte von meiner Frau, &amp;quot;Der liebe Gott wird Dich nicht von meiner Seite nehmen, jetzt wo wir nach langem Kampf endlich eine Familie und ein endgültiges zu Hause gefunden haben&amp;quot;, gaben mir soviel Kraft, dass ich nach zwanzig Tagen wieder in Osorno war.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Zu meinem 70. Geburtstag hielt mein langjähriger Chef, Herr Dedi, die Festansprache und dankte Dorlis und mir noch einmal für den Erhalt seines auf ihn übergangenes Besitzes &amp;quot;La Poza&amp;quot;. Enkelin Maria-Ignacia überreichte mir ein von ihr geschriebenes Büchlein mit dem Titel &amp;quot;Nuestro Opapa&amp;quot;. Beim Lesen sind mir die Tränen gekommen vor Glück und Freude.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Nach der Operation wurden unsere jährlichen Fahrten nach Deutschland aufgegeben. Ich fand nicht den Mut zu der langen Flugreise mit den körperlichen Strapazen. Auch die Besuche von Freunden aus Deutschland wurden immer weniger, auch diese werden älter! Eine Ausnahme bildeten meine Schwester Sibylle mit Mann Wolfgang, die bei ihrer Südamerikareise einige Tage Aufenthalt in Chile einplanten. Jedes Alter hat eben seine Prioritäten. Warum sollte ich mich in Gefahr begeben? Ich hatte ja alles, was sich ein Mensch in meinem Alter nur wünschen kann.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Auf &amp;quot;Santa Christina&amp;quot; wurden Schwiegersohn Ignacio mit Tochter Gabi unsere Teilhaber. Ignacio übernahm nebenberuflich die landwirtschaftliche Leitung und Gabi die Buchführung des Betriebes. Der erzielte Jahresgewinn wird am Bilanztag durch zwei geteilt. So sind schon jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt. Nach uns soll Gabi die Besitzerin werden und Christina bekommt andere Grundstücke. Trotzdem fahre ich fast täglich auf das Fundo, das mir weiterhin sehr viel Freude bereitet. Dort mache ich lange Spaziergänge, schwatze mit meinen Mitarbeitern und genieße es, keine Verantwortung mehr tragen zu müssen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Auch wurden die Fahrten von uns nach Viña del Mar immer weniger. Wir entschlossen uns, das Feriendomizil zu verkaufen und dafür zwei Eigentumswohnungen in der Nähe des Universitätsviertels in Santiago zu kaufen. Diese werden später Eigentum unserer Enkel werden. Schon jetzt als Studenten bewohnen Tomas und Maria-Ignacia ihre eigenen vier Wände, dies macht sich auch in ihren Leistungen in der Universität bemerkbar. Die jüngeren Enkel aus Christinas Familie haben die Wohnung vorerst an die Oma in Santiago vermietet.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Jetzt schreiben wir das Jahr 2002. Mein ältester Enkelsohn Tomas hat vor kurzem an der katholischen Universität den Abschluss des Studiums der Betriebswirtschaftslehre bestanden. Seine Schwester Maria-Ignacia befindet sich im vierten Semester im Studium der Zeitungswissenschaft. Dorlis und ich leben in der großzügigen Wohnung glücklich und zufrieden und werden halbtags betreut von unserer Haushaltshilfe,&amp;#160;Frau Irene, die schon seit Jahrzehnten um uns ist. Eine große Freude für uns wurde der kürzliche Besuch meines Patensohnes Ulf mit dem mich, trotz des Altersunterschiedes, eine feste Freundschaft verbindet. Ihm ist es zu verdanken, daß meine Lebensgeschichte geschrieben und gedruckt wurde.&lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 24 Jan 2011 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 1</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 108</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Wie vorher mit Gabi und Schwiegersohn luden wir im nächsten Jahr auch Matias und Christina zu einer Deutschlandfahrt ein. Die Kinder behütete die Oma in Santiago. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;So lernten die beiden jungen Leute die Heimat von Dorlis und mir kennen. Auch einen Besuch in Altenburschla, in meinem geliebten Werratal und mit der immer noch gut erhaltenen Jagdhütte, richteten wir ein. Hier war die Heimat der Familie Schirmer. Zwei kleine Buchenwälder von meinem Vater gingen auf mich über und wurden kurze Zeit danach als Eigentum an meine Töchter weitergegeben. So soll die Herkunft an die in Chile eingewanderten &quot;Alemanes&quot; für spätere chilenische Generationen festgehalten werden. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Der Bürgermeister des Ortes erfuhr von unserem Aufenthalt in der Gemeindeschenke und die &quot;Chilenos&quot; erhielten am Wochenende ein musikalisches Ständchen von der einheimischen Blaskapelle der Feuerwehr, verbunden mit einer Willkommensansprache des jetzigen Bürgermeisters und ehemaligen Jugendfreundes. Schwiegersohn Matias hat sehr viel Anregungen und Beobachtungen von diesem Besuch mit nach Chile genommen. Im Jahre 1997, während eines Aufenthaltes von Herrn Dedi in Chile, besuchten unsere Freunde, die “Grabenhörster&quot; uns noch einmal in Osorno. Zusammen wurde vieles unternommen und auch die Verbindung mit Herrn Dedi blieb sehr intensiv. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 17 Jan 2011 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Chile</category>
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<category>Reiner Schirmer</category>
<category>Reise</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 107</title>
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Am 10.08.1995 wurde Enkeltochter Maria-Jose geboren. Mit den Besuchen in Viña del Mar verbanden wir oft Besuche in Santiago, um das Heranwachsen unserer Enkelkinder zu beobachten. Alle unterschieden sich im Aussehen sehr voneinander. Dies ist ein sichtbares Zeichen für das chilenische, französische, spanische und deutsche Blut, daß in den Adern unserer Familie fließt. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Auch in Deutschland hatte sich durch die Wiedervereinigung viel geändert. Wir hatten nun die Möglichkeit, den unter den Kommunisten enteigneten, landwirtschaftlichen Familienbesitz kennen zu lernen. Leider war ein Besuch des Wohnhauses, welches inzwischen als Schule genutzt wurde, nicht möglich. Eine, auch nur annähernd gerechte, Lösung in der Frage der Rückgabe der enteigneten Betriebe war und ist nicht in Sicht. In dieser Hinsicht hätte dieser so genannte Rechtsstaat Deutschland sich ein Beispiel am, doch so oft kritisierten &quot;Antidemokraten&quot;, Pinochets in Chile nehmen können. &lt;br /&gt;Sicherlich wurden unter der Militärregierung Fehler begannen. Das soll auch keinesfalls beschönigt werden. Aber von Fehlern ist nun mal kein politisches System in der Welt gefeit. Es kommt eben auch sehr darauf an, durch welche Brille man bestimmte Vorgänge sehen will. &lt;br /&gt;In Chile wurde das gleiche Problem der unter Allende stattgefundenen Agrarreform 1974 jedenfalls elegant und zur Zufriedenheit aller Bürger gelöst. Über meine persönlichen Erlebnisse habe ich ja auf den vorhergehenden Seiten ausführlich berichtet. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 10 Jan 2011 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Chile</category>
<category>Deutschland</category>
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<category>Pinochet</category>
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<category>Wiedervereinigung</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 106</title>
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p align=&quot;left&quot;&gt;Am 23.06.1994 erhielten wir die Nachricht vom Ableben von &quot;Frau Grete&quot;, wie Frau Schickedanz meistens genannt wurde. Dorlis und ich fuhren selbstverständlich zur Trauerfeier nach Fürth, um uns von dem Menschen zu verabschieden, der mit Energie und Güte uns Mitarbeiter lange Zeit gelenkt hatte. Sie war für uns eine einmalige Chefin. &lt;br /&gt;Mit Herrn Dedi hatten wir ein längeres Gespräch über La Poza. Die privaten Sorgen über den Gesundheitszustand seiner Frau standen ihm ins Gesicht geschrieben. Wir trennten uns mit dem Gefühl, daß aus der reinen Arbeitgeber–Arbeitnehmer Beziehung ein vertrauteres Verhältnis entstanden war. Am 15.09.1994 verstarb nach schwerem Leiden Frau Dedi. Der engere Kreis, der am Aufbau von La Poza teilgenommen hatte wurde immer kleiner. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Im kommenden Jahr kam Herr Dedi nun ganz allein nach Chile und fühlte sich sehr verlassen in dem großen Haus. Wir sahen uns fast täglich und schmiedeten sogar wieder neue Pläne für La Poza. Er hatte seine Tätigkeiten in der Quelle stark reduziert und wünschte sich nun, längere Zeit im Jahr in Chile verbringen zu können. Ich glaube, auch ihn hat dieses Land in den Bann gezogen. Auch Frau Niederle war inzwischen pensioniert worden. Unsere Verbindung blieb trotzdem erhalten. Während meiner aktiven Zeit in der Firma war sie immer eine große Hilfe und auch heute noch vertritt sie unsere privaten Interessen in Deutschland. &lt;br /&gt;Mein damaliger Nachfolger auf den Gütern wurde um den Rücktritt gebeten. Nicht das die Arbeit der Anlaß war, sondern das andere Denken und Handeln ließ keine Harmonie unter den Akteuren aufkommen. Ich meinerseits hatte in Osorno einen in Chile gebürtigen, aber in Deutschland erzogenen jungen Mann kennen gelernt. Mit seiner Banklehre und einem abgeschlossenem Landwirtschaftsstudium brachte er gute Voraussetzungen für den nun frei gewordenen Posten mit. Später vermittelte ich ein Vorstellungsgespräch in Deutschland bei Herrn Dedi. Auch heute noch bearbeitet Harald Glimmann, verheiratet mit Frau Barbara, das Gut La Poza mit einer Milchproduktion von fast 5.000.000 Litern im Jahr.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;WIDTH: 350px; HEIGHT: 151px&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/schirmer-1997.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/schirmer-1997.serendipityThumb.jpg&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;71&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;1997: Lieber Besuch aus Deutschland (von links: R. Schirmer, D. Schirmer, Frau Dr. Stromeyer, Herr Dedi, L. Grabenhorst, G. Grabenhorst ) &lt;br /&gt;Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 03 Jan 2011 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Chile</category>
<category>Deutschland</category>
<category>Leben zwischen zwei Kulturen</category>
<category>Reiner Schirmer</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 105</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;div style=&quot;WIDTH: 110px&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/schirmer-1994.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/schirmer-1994.serendipityThumb.jpg&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;74&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;1993: Besuch von Frau Niederle Zum Vergrössern bitte auf das Bild klicken.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Anfang des Jahres 1993 bekamen wir Besuch von unserer lieben Frau Niederle mit ihrem Mann und deren Freunden aus Deutschland und Brasilien. Das Indianergebiet in Chile, das Seengebiet Argentiniens, sowie andere interessante Orte wurden bereist. Der Abschluß der Rundreise wurde auf &quot;Pichihuinco&quot; mit einem zünftigen Spießbraten, den Schwiegersohn Ignacio immer einmalig zubereitete, gefeiert. Alle Anwesenden waren von der einmaligen Natur um uns herum begeistert. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Am 19.06.1993 wurde Enkelin Agustina geboren. Nun hatten Christi und Matias drei kleine Töchter. Die anfallenden Arbeiten zwangen Christi zur Aufgabe der beruflichen Tätigkeit. Am Ende des Jahres kam ein wohlhabender Industrieller aus Santiago an Pichihuinco vorbei und machte uns ein Kaufangebot, das wir nicht ausschlagen konnten. Dorlis und ich zogen das Verkaufsverbot für den Betrieb zurück. Die erlöste Summe legten unsere Kinder in verschiedenen Eigentumswohnungen an. &lt;br /&gt;Ein wenig schmerzt es einen Landwirt immer, Land zu verkaufen. Doch die Vorteile überwogen für uns. Die Bewirtschaftung des 70 Kilometer von Osorno entfernten Betriebes war für alle zur Last geworden. Das damals im Betrieb angelegte Geld hatte sich gut verzinst und half nun den jungen Familien. Als Abschluß dieser Transaktion gönnten wir uns noch eine Schiffsreise zu den nördlichsten Gletschern der Südhalbkugel. Zum ersten Mal konnten wir mit Töchtern und Schwiegersöhnen einen gemeinsamen Urlaub verbringen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;1994 kamen unsere Freunde Günter und Lisa Grabenhorst nach Chile. Vieles wurde mit unseren besten Freunden nachgeholt, was früher die intensive Arbeit nicht zuließ. Einige Monate später trafen wir uns dann im bayrischen Wald in Deutschland wieder. Kurz vorher führte uns der Weg noch nach Fürth. Diese Gewohnheit wurde beibehalten, obwohl ja seit einigen Jahren kein Arbeitsverhältnis mehr bestand. Bei unseren Treffen unterrichtete ich meine früheren Arbeitgeber immer über die wirtschaftliche und auch politische Lage in Chile, die durch den Rücktritt von Pinochet wieder zur Demokratie zurückgefunden hatte. Von Fürth aus reisten wir in einem Dienstwagen der Firma weiter, welcher uns weiterhin zur Verfügung gestellt wurde. &lt;/p&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 27 Dec 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 104</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;1993 hatten die Fundoverwaltungen La Poza und El Salto häufiger Besuch von einem Buchprüfer aus Deutschland. Mit den Betrieben lief es wohl nicht so, wie man sich das in Deutschland wünschte. Mein Nachfolger und die Besitzer fanden einfach nicht zueinander. Es lag nicht an der Sprache, sondern an den zu verschiedenen Lebensansichten. Unterschiedliches Denken und Fühlen prallte hier aufeinander. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Dorlis und ich fuhren für einige Tage in das Hotel am Pazifischen Ozean, in dem wir vor über 25 Jahren unsere Hochzeitstage verlebt hatten! Wir dachten viel zurück, an diese erste und nicht immer leichte Zeit und erfreuten uns an dem bis jetzt Erreichten. Eine kurz vorher aus Deutschland erhaltene Nachricht besagte, daß meine Kapitalversicherung auf unserem Konto deponiert sei. Wie konnte man sich mit dem Geld gemeinsam eine Freude bereiten, fragten wir uns. &lt;br /&gt;Die Kinder waren versorgt. Eine Weltreise auf einem Luxusdampfer lag uns beiden nicht. Schließlich kam ein erster Gedanke, der immer mehr Gestalt annahm. Wir fuhren weiter an der Küste entlang bis zu dem Badeort Viña del Mar, zu deutsch die Traube des Meeres. &lt;br /&gt;Die Stadt soll der schönste Badeort an der langen südamerikanischen Küste sein. Dort begann die Suche nach einer modernen Eigentumswohnung mit unverbaubarem Meeresblick, einer großen Terrasse und möglichst nur wenige Meter vom Strand entfernt. Nach kurzer Zeit und mit Hilfe unserer Tochter Gabi wurde die erstandene Wohnung eingerichtet. Eines der Schlafzimmer bekam vier Kinderbetten für die Enkel. Für uns Alten brachte diese Wohnung, mit der schönen Lage und dem guten Klima viel Abwechslung, denn Zeit stand uns ja genügend zur Verfügung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stundenlang konnten wir die in die Bucht von Valparaiso einlaufenden Überseeschiffe beobachten. Abends versank die Sonne im Meer und oft gingen meine Gedanken zurück zum Ankunftstag in Valparaiso. Vor fast 36 Jahren war es gewesen, als ich allein chilenischen Boden betrat. Jetzt hatten wir eine große Familie, die sich später auf acht Enkelkinder vergrößerte. Wie gut hatte es doch das Schicksal mit uns gemeint. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 20 Dec 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Chile</category>
<category>Deutschland</category>
<category>Leben zwischen zwei Kulturen</category>
<category>Reiner Schirmer</category>
<category>Viña del Mar</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 103</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Bei Gabi meldete sich Martin an und wurde als Nachkömmling am 19.12.1991 geboren und kurz danach kam die zweite Tochter bei Christi am 12.03.1992 mit Namen Javiera zur Welt. Somit waren wir nun stolze Großeltern von fünf chilenischen Enkelkindern. &lt;br /&gt;Juristisch gesehen sind die Enkelkinder noch deutsche Staatsbürger. Die gilt für alle Länder der Welt, aber nicht in Chile. Das kommt durch die verschiedenen individuellen Gesetzgebungen, die sich geschichtlich begründen lassen. In der westlichen, der &quot;Alten Welt&quot; gilt das Recht “JUS SANGENUIS”. Sinngemäß bedeutet dies die Nationalität durch Blutsvorfahren. Wenn Vater oder Mutter deutsche Staatsbürger sind, kann der Rechtsanspruch auf die deutsche Nationalität auf spätere Generationen übertragen werden. &lt;br /&gt;In den später entdeckten Ländern der &quot;Neue Welt&quot;, gilt meistens das Recht „ JUS SOLES“, sinngemäß die Nationalität, wo die Sonne aufgeht. Dieser Rechtsanspruch gilt für alle Menschen, die innerhalb einer bestimmten Landesgrenze geboren werden. Eines allerdings haben beide Rechtssysteme gemeinsam. Wer einmal auf seine Staatsbürgerschaft und damit auf seine Nationalität freiwillig verzichtet, kann sie kaum wiedererlangen. Das wäre bei Dorlis und mir der Fall. &lt;br /&gt;Wenn wir Chilenen werden wollen, müßten wir zuerst schriftlich auf die deutsche Staatsbürgerschaft verzichten. Als Konsequenz können unsere Nachkommen nicht mehr die deutsche Nationalität in Anspruch nehmen. Allerdings brauchen wir als Deutsche, um in unseren Gastland Chile leben zu können, eine Daueraufenthaltsgenehmigung. Diese wird meistens nach vier Jahren erteilt. Eine Berechtigung zur Wahlbeteiligung erhielten wir später. Bei Vergehen gegen die Landesgesetze können alle Vergünstigungen sofort eingezogen werden. Bei schweren Verstößen gegen die Gesetze kann sogar ein Landesverweis ausgesprochen werden. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Auch die Namengebung wird in Chile anders gehandhabt, als wir das von den deutschen Gesetzen gewohnt waren. Hier ist mein Name Reiner Schirmer Butenandt (Vater und Muttername) und der von Dorlis lautet Dorothee Klaehn Benecke (Vater und Muttername). Nach der Heirat wird bei den Frauen noch eine Erweiterung, z.B. de Schirmer angefügt. So wird mein Name noch in den Enkelkindern weiterleben, dagegen der von Dorlis bei den Töchtern enden. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 13 Dec 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Brauch</category>
<category>Chile</category>
<category>Deutschland</category>
<category>Kultur</category>
<category>Leben zwischen zwei Kulturen</category>
<category>Reiner Schirmer</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 102</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Mein vielleicht etwas verrückter Wunsch je sechs Monate im Jahr in Chile und Deutschland zu verleben, fand bei Dorlis keinen Zuspruch. Somit schlossen wir den Kompromiß, fast jedes Jahr für fünf bis sechs Wochen nach Deutschland zu fliegen. &lt;br /&gt;Dorlis empfand nun Chile als ihr Zuhause und wollte dies auch für immer so bezeichnen. Schließlich lebte nun unsere Familie hier. Wir hatten ja die Heimat verlassen und mußten nun auch die Konsequenzen daraus ziehen. Heute ein für mich sehr verständlicher Standpunkt. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Zwei Monate später fuhren der Opa, Schwiegersohn Ignacio und Enkelsohn Tomas zum Formel 1 Autorennen nach Brasilien. Für die drei Generationen wurde nicht nur der gemeinsame Lieblingssport zum Erlebnis, sondern auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit.&lt;br /&gt;In Santiago wurde die Mietwohnung von Christina und Matias nun nach Ankunft der ersten Tochter zu klein. Ein sehr schönes Grundstück von 5.000 Quadratmeter am Rand der Stadt in den Ausläufern der Kordillere wurde mit Hilfe des Consuegro erstanden und das erbaute Haus war im nächsten Jahr bezugsreif. Es gab Platz für viele Kinder! &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Wir bekamen durch verschiedene Besuche Abwechslung in unseren Alltag. Meinen polnischen Freund der Kriegsjahre luden wir mit Frau zu einem vierwöchigen Aufenthalt ein. Wir freuten uns, ihm auch die Luftpassage bezahlen zu können, denn die Jahre im kommunistischen Polen waren für ihn, trotz des Studiums als Jurist, finanziell verlorene Jahre. Seine Frau Krystyna aus einem, früher wohlhabenden, Fürstenhaus paßte gut in das Quartett. Sie sprach französisch und polnisch. Wir dagegen deutsch, spanisch und englisch. Meinem Freund Tadeusz merkte man die fast fünfzig Jahre Kommunismus an. &lt;br /&gt;Der früher stolze Fahnenjunker hatte kaum mehr eine eigene Meinung. Der kommunistische Staat dachte für den Menschen, gab die Befehle aus und der Mensch hatte sich zu fügen. Trotzdem erinnern wir uns gerne an viele interessante Diskussionen. Zwei Monate nach der Rückkehr starb Krystyna während einer Gehirnoperation. Wie Tadeusz später schrieb, wurde ihre gemeinsame Reise nach Chile eines der schönsten Erlebnisse der Nachkriegszeit. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 06 Dec 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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<category>Deutschland</category>
<category>Leben zwischen zwei Kulturen</category>
<category>Polen</category>
<category>Reiner Schirmer</category>
<category>Reise</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 101</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Der Tag kam und der von Herrn Dedi ausgesuchte Nachfolger trat den Dienst an. Für mich wurde es eine große Umstellung im Leben, an La Poza vorbei zu fahren. Die Möglichkeit der Einflußnahme war mir ja nun genommen. &lt;br /&gt;Der Anfang eines Berufslebens ist nicht immer einfach. Jedoch den richtigen Moment des Aufhörens zu finden, ist für den Menschen, der seine Aufgabe liebt um vieles schwerer. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ich kümmerte mich in Chile um die Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit, dieser wurde mir auf Grund der dreifachen Bypassoperation sofort genehmigt. In Deutschland gab es keine Schwierigkeiten und alle Anträge bei der Angestelltenversicherung wurden genehmigt. Auch eine Kapitalversicherung bei der Provinzialversicherung wurde in dieser Zeit fällig. Die Firmenversicherung trat ebenfalls in Kraft, so daß Dorlis und ich nach einem arbeitsreichen Leben jetzt die Früchte der Anstrengung und des Verzichtes genießen konnten. Mein landwirtschaftlicher Betrieb Santa Christina, den ich täglich besuchte, brachte mir viel Freude und Ausgleich. Das verhinderte auch, daß ich wie ein Rentner hinter dem Ofen sitzen mußte. &lt;br /&gt;Der finanzielle Erfolg erhöhte sich durch meine ständige Anwesenheit. Im Jahr konnten bis zu 250 Mastbullen zum Verkauf kommen. Am Ende des Jahres kam zum wiederholten Mal mein Patensohn Ulf nach Chile, der sich wohl auch ein wenig in das Land verliebt hatte. Wir konnten zusammen den Fall der Mauer in den Nachrichten verfolgen. Während seines Aufenthaltes konnte er uns noch beim Umzug in unseren &quot;Alterswohnsitz&quot; helfen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Am 23.01.1990 wurde unsere Tochter Christina in Santiago Mutter. Unsere Enkeltochter Valentina Etcheverry Schirmer wurde unser drittes Enkelkind und damit endete wohl endgültig unser Traum, für immer nach Deutschland zurückzukehren. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 29 Nov 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Chile</category>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 100</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Ich begann meine Arbeit zuerst im privaten Bereich zu verringern. Wir schenkten den Töchtern das Fundo Pichihuinco. Verbunden hatten wir diese Schenkung allerdings mit zwei Auflagen. Ein Verkauf des Landes sollte nur mit unserem Einverständnis möglich sein und zudem hatten wir uns ein Wohnrecht auf Lebenszeit ausgebeten. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Im Februar 1989 bekamen wir den lang ersehnten Besuch von Schwager Ernst-Joachim und Frau Helga. Wir verbrachten unvergeßliche Tage bei Ausflügen, zu Hause und speziell auf den landwirtschaftlichen Betrieben. Der Höhepunkt waren die Übernachtungen im Haus Pichihuinco. Wir ertappten die Beiden nachts im Wohnzimmer vor einem herrlichen Panorama. Es schien Vollmond und das Kreuz des Südens leuchtete fast über uns. Der schneebedeckte Vulkan Osorno lag vor der Haustür und daneben erstreckte sich der große Llanquihuesee. So etwas kann es doch nicht geben, waren ihre Worte. Auch meine Chefs waren ungefähr zur gleichen Zeit hier in Chile. Körperlich ging es mir besser, aber eine Vollkraft konnte ich nicht mehr sein. Allein die Fundos an einem Tag zu besuchen, war mit fast 200 Kilometern Autofahrt verbunden. Ich schlug Herrn Dedi vor, weiterhin die kaufmännischen Belange zu führen. Von der landwirtschaftlichen Verantwortung wollte ich jedoch entbunden werden. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Der Chef bat mich, doch noch ein paar Jahre weiter zu machen, da auch er in Kürze aus dem aktiven Berufsleben in der Quelle ausscheiden wollte. Er hatte vor, dann mehrmals im Jahr nach Chile zu kommen. Seinen Wunsch sich nicht an einen neuen Mitarbeiter gewöhnen zu müssen, konnte ich gut verstehen. Ich fühlte mich der Aufgabe in Chile aber nur noch mit halber Kraft gewachsen. Nur das Geld einzustreichen und keine Gegenleistung zu bringen, kam für mich nicht in Frage. Unsere Ansichten gingen deshalb immer mehr auseinander. Sein Standpunkt, alles oder gar nichts, ließ sich mit meiner Meinung nicht in Einklang bringen. So kam die Kündigung von mir zum 30. Juni 1989. Es ging zum Schluß leider so weit, daß mein Chef mein Angebot ablehnte, ihm bei der Suche nach einem Nachfolger behilflich zu sein. Sicherlich hatten wir beide Fehler in der Unterhaltung begannen. So weit ich mich erinnere, war es die einzige Meinungsverschiedenheit in den langen Jahren der Zusammenarbeit. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 22 Nov 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Chile</category>
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<category>Fundo</category>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 98</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Zum ersten Mal bemerkte ich während des Tanzens auf der Hochzeit, daß meine Beine nicht mehr mitmachen wollten. Auch in Osorno bekam ich Schwierigkeiten beim Gehen und mußte nach 50 Metern immer wieder eine Pause einlegen. &lt;br /&gt;In Santiago wurde festgestellt, daß die Vene oberhalb der Beine auf beiden Seiten verstopft war und sich dadurch die Aorta (Hauptschlagader unterhalb des Herzens) bis fast zum Platzen erweitert hatte. Eine Operation wurde unumgänglich. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Nach Rücksprache mit Deutschland entschied ich mich Ende Juni 1988 die Operation in der katholischen Universitätsklinik in Santiago vornehmen zu lassen. Der Chirurg hatte den gleichen Eingriff auch schon im Isarkrankenhaus in München durchgeführt und persönlich fanden wir den nötigen Kontakt für das Vorhaben. Die Operation in der Medizinersprache heißt auf Latein “ Bypass Bifemoral”. Man stelle sich ein auf den Kopf gestelltes Y vor. Das obere Ende wird am Ausgang des Herzens (als Ersatz für die Aorta) angeheftet. Die beiden unteren Enden des Y führen dann in das linke, bzw. rechte Bein. Dieser Schlauch ersetzt damit die alte Aorta, die sozusagen stillgelegt wird. Die Gefahr, daß meine erweiterte Aorta platzt, war damit ausgeschaltet und die Beine wurden wieder ausreichend mit Blut versorgt.&lt;br /&gt;Dieses ca. 30 cm lange, schwarze Gebilde später im Bauch ihres Mannes zu wissen, hat Dorlis beim Einkauf nahe an die Ohnmacht gebracht. Dieses Ersatzteil wird bei Bayer Deutschland hergestellt. Das Material wird vom menschlichen Körper nach Einbau geduldet und nicht als Fremdkörper abgestoßen, jedenfalls kam es bei mir nicht zu Komplikationen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Mein Chirurg hielt es für besser, die Operation nicht unter Vollnarkose durchzuführen und fragte mich, ob ich die Nerven dazu hätte. Mit Gottvertrauen begann der Eingriff &quot;Bypass Bifemoral&quot;. Ich hatte genug Zeit während der Operation über mein Leben nachzudenken. Da lag ich nun! Vielleicht konnte es, nach all den beruflichen Erfolgen ja das Ende sein. Welche Rolle spielt das Geld im Leben? Ich fragte mich, was ich anders machen würde, wenn alles gut ausgeht. &lt;br /&gt;Für mich stand fest, daß ich sofort mit dem Rauchen aufhören würde. Zweitens wollte ich bei meiner Arbeit etwas kürzer treten und mit der von der Natur gegebenen Kraft des Körpers etwas besser haushalten. Mein Chirurg kam zum Ende der Operation. Den Eingriff spürte ich so, als wenn eine Fliege über den Bauch krabbelte. Dr. Francisco Valdez behielt mich zehn Tage in der Klinik. Nie bekam ich Fieber oder hatte irgendwie Schmerzen. Nach der Operation setzte sich der Arzt zu mir ans Bett und fand auch Zeit die angeschlagene Seele ins Gleichgewicht zu bringen. Am dritten Tag versuchte ich die ersten Schritte zu unternehmen und ein Anruf von Frau Schickedanz endete mit den Worten&quot; ...... auch ich habe für Sie gebetet.&quot; Zwei Wochen mußte ich noch zu Nachuntersuchungen in Santiago bleiben. In dieser Zeit fanden wir bei der Mutter von Ignacio herzlichste Aufnahme.&lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 08 Nov 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Chile</category>
<category>Deutschland</category>
<category>Leben zwischen zwei Kulturen</category>
<category>Operation</category>
<category>Reiner Schirmer</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 97</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/1279-Reiner-Schirmer-Leben-zwischen-zwei-Kulturen-97.html</link>
            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Mitte Juli fuhren Dorlis, Gabi, Ignacio und ich für vier Wochen nach Deutschland. Ein besonderes Erlebnis wurde für uns alle das Autorennen der Formel 1 auf dem Hockenheimring. Ignacio war zum ersten Mal in Deutschland und wurde den Verwandten vorgestellt. &lt;br /&gt;Der Besuch an der innerdeutschen Grenze beeindruckte ihn sehr. Von einem Grenzturm konnten wir den, in Sichtweite liegenden, enteigneten Betrieb meiner Schwiegereltern erkennen. Vor unseren Füßen plätscherte das kleine Flüßchen Ohre, über den Dorlis im Jahre 1946 in den Westen geflüchtet war. Nach der Enteignung blieb sie noch in der sowjetisch besetzten Zone. So weit ging die Sippenhaft und der Haß der Kommunisten, daß Dorlis mit der Begründung, ein Kapitalistenkind zu sein von der höheren Schule verwiesen wurde. Dann flüchtete die Familie endgültig in den Westen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Anschließend waren die jungen Leute bei einem Vetter der Familie Etcheverry in Paris. Von dort war der Großvater meines Schwiegersohnes nach Chile ausgewandert. Zum Schluß unserer Reise besuchten wir noch unsere Chefs in Fürth und München. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Am 15. April 1988 wurde die Hochzeit von Christina und Matias in Santiago gefeiert. Es wurde ein sehr schönes Fest und wir bedauerten, daß keiner von unseren Familien aus Deutschland anwesend sein konnte. Mit unseren Consuegros (Eltern unserer Schwiegersöhne) verstanden wir uns gut. Matias hatte das Studium der Informatik abgeschlossen und mit einem Partner eine Konstruktionsfirma zum Bau von Schwimmbädern gegründet. Christi arbeitete weiter bei der Firma &quot;Jumbo&quot;. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 01 Nov 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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    <category>Chile</category>
<category>Deutschland</category>
<category>Hochzeit</category>
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<category>Leben zwischen zwei Kulturen</category>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 96</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/1278-Reiner-Schirmer-Leben-zwischen-zwei-Kulturen-96.html</link>
            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Während des Urlaubes in Deutschland erlebten wir in der Hauptverwaltung eine nette Episode. Frau Niederle war in heller Aufregung. Das Finanzamt war im Haus und fragte sehr bestimmend nach dem landwirtschaftlichen Besitz in Chile und den diesbezüglichen Unterlagen. Frau Niederle gab dem Prüfer die ausweichende Antwort, sie halte wohl den schriftlichen Verkehr mit Chile, aber der Herr Schirmer, der die Belange dort führe, wäre gerade im Hause und könne sicherlich erschöpfendere Auskunft geben. Ich wurde dem deutschen Staatsdiener vorgestellt und ins Kreuzverhör genommen. Papiere wollte man sehen. Wir konnten zwar meine Monatsberichte aus Chile vorlegen, aber eine interne Buchführung gab es nur auf dem Betrieb in Osorno. &lt;br /&gt;Selbst diese war zu der Zeit noch keine Pflicht, da die Besteuerung in Chile über den Einheitswert erfolgte. Ein Atlas mußte herbei und ich zeigte meinem Gesprächspartner wo La Poza nun genau in Chile liegt: &quot;Wie Sie sehen, liegt Osorno dicht am Ende der Welt und am Fuß der Anden. Buchhalter gibt es dort nicht und daher wird die Landwirtschaft nur mit 2% Grundbesitzsteuer belegt. Am Jahresende wird die Steuererklärung nach dem Einheitswert des Betriebes berechnet. Die Betriebsfläche ist für deutsche Verhältnisse zwar bedeutend, aber es gibt dort noch sehr viele ungerodete Urwaldflächen. Santiago, wo die Verhältnisse schon eher mit Europa vergleichbar sind, liegt über 1.000 Kilometer entfernt.&quot; &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ich redete über alles was mir gerade in den Kopf kam und versuchte uns, vor einer Strafe zu retten. Am Ende des Gespräches lautete das Urteil der Prüfung: &quot;Ihre Ausführungen Herr Schirmer waren sehr interessant. Aber wenn Sie im kommenden Jahr für die Betriebe in Chile keine Steuererklärung nach deutschem Gesetz vorlegen, werde ich die Hektar nach hiesigen Einheitswerten berechnen. Ich nehme Ihnen nicht ab, daß es in Osorno unmöglich ist, Buchführungsunterlagen zu erstellen. Wo die Frau Grete Schickedanz Besitz hat und es Produktionsbetriebe gibt, sind auch Buchführungen angeschlossen.&quot; &lt;br /&gt;Der Fall war ausgestanden. Ein Buchhalter der Quelle mußte diese Belange in Zukunft bearbeiten. Dadurch wurde Frau Niederle, meine langjährige Partnerin über die der Kontakt zwischen Deutschland und Chile lief, durch einen für mich Unbekannten ersetzt. Dieser Herr nahm seine neue Aufgabe sehr genau, so daß in Zukunft viele Nebensächlichkeiten zum Zankapfel wurden. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Die Fundos in Chile hatten die Allendezeit vergessen und sich wieder finanziell so weit gestärkt, das gegen Ende des Jahres aus eigenen Kräften zwei weitere Betriebe gekauft werden konnten. Beide Verwaltungen hatten nun die stolze Zahl von je 1.000 Hektar erreicht. Schwiegersohn Ignacio übernahm die Verwaltung des von Herrn Schörghuber gekauften Fundos. Eine Beratungsgesellschaft aus Brasilien hatte die Auswahl bei der Nominierung des Betriebsleiters getroffen. Der Vorsitzende dieser Kommission war ein Sohn meines ehemaligen Chefs im Max-Planck-Institut, Prof. Dr. Preuschen. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 25 Oct 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Chile</category>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 95</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Nun standen auf &quot;Pichihuinco&quot; Veränderungen an. Bisher hatte Mario die Verwaltung des Gutes unentgeltlich übernommen. Auf Dauer konnte und wollte ich ihm diese Arbeit nicht zumuten. Wir einigten uns darauf, den Betrieb zu teilen. Damit war jeder frei in seinen Entscheidungen, wie und in welcher Höhe in das Land investiert werden sollte. Mein Gedanke ging auf Schwiegersohn Ignacio zu, die Verwaltung nebenberuflich zu übernehmen. Freund Mario, ein unparteiischer Kollege und ich entwarfen die Teilung des Betriebes auf dem Papier. Die Grenzzäune wurden errichtet und es entstanden zwei Betriebe mit ungefähr gleicher Hektarzahl. &lt;br /&gt;Erst dann kam der große Moment: Zwei Zettel, die symbolisch für die beiden Betriebshälften standen, kamen in einen Hut. Die Frau von Mario zog B und mir blieb die andere Hälfte. So wurde es eine faire Teilung. Mein Partner hatte auf seiner Hälfte das Sommerhaus. Das war nur gerecht, denn er hatte ja auch die Hauptlast der Verantwortung tragen müssen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Schwiegersohn Ignacio übernahm die Leitung von Betrieb A. und wir begannen mit den ersten Verbesserungen. Ein Sommerhaus wurde errichtet und eine Stromleitung mußte vom nächsten, drei Kilometer entfernten, Anschluß herangeführt werden. Die Kosten des Betriebes sollten durch das Milchgeld einer im Aufbau befindlichen Milchviehherde gedeckt werden. Ein Vorarbeiter mit seinen Söhnen verrichtete die Arbeiten. An den Wochenenden fuhren wir in das Sommerhaus. An der Schönheit der Umgebung konnten wir uns nicht sattsehen. Im Osten lag, zum Greifen nah, der schneebedeckte Gipfel des Vulkan Osorno. Im Südwesten erstreckte sich die weite Fläche des Llanquihue Sees (drei Mal so groß wie der Bodensee). Besonders die Ausflüge mit unseren Enkelkindern genossen wir immer sehr. So trat innerlich die Heimat in die Ferne und die Fremde kam uns immer näher.&lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 18 Oct 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Chile</category>
<category>Deutschland</category>
<category>Leben zwischen zwei Kulturen</category>
<category>Pichihuinco</category>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 94</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Unerwartet erhielten wir die Nachricht vom plötzlichen Ableben der Oma in Salzderhelden. Unsere Reisepässe lagen im weitentfernten Osorno und somit wurde uns die Möglichkeit genommen, zur Bestattung nach Deutschland zu fliegen. Wir verloren einen lieben Menschen, der für uns immer eng mit dem Begriff der Heimat verbunden war. Bei unseren späteren Besuchen in Deutschland versuchten Schwager Ernst-Joachim und Familie, das Verlorene zu ersetzen. Diese Tage merkten wir mehr denn je die Ferne zur Heimat. Der Trost für uns war, das wir die Kinder und Enkelkinder in Chile um uns hatten. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Zu Beginn des Jahres 1984 wurde Schwiegersohn Ignacio von seinem gegenwärtigen Arbeitgeber nach Osorno versetzt und wir hatten Tochter Gabi mit Mann und den Enkelkindern Tomas und der am 14. Oktober 1981 geborenen Tochter Maria-Ignacia ganz in der Nähe. Das auf einmal sehr ruhige Leben wurde durch einen Anruf von einem Herrn J. Schörghuber unterbrochen, den ich 1977 anläßlich des Besuches vom bayrischen Ministerpräsidenten Franz Joseph Strauß in Osorno kennen lernte. Damals gab ich dem Herrn Schörghuber die Zusage, ihm bei einem geplanten Kauf eines Fundos in Chile behilflich zu sein. Jetzt nach sieben Jahren wurde ich an das Versprechen erinnert. &lt;br /&gt;Meine Ausflüchte, ich wäre durch den Arbeitsvertrag bei der Firma “Quelle” zeitlich zu sehr gebunden, fanden kein Gehör. Mein Argument wurde durch einen Telefonanruf bei Frau Schickedanz versucht zu entkräften: &quot;Grete, Du hast doch nichts dagegen, daß Herr Schirmer mir bei meiner Investition in Chile behilflich ist.&quot; Später versuchte man mich, als Generalbevollmächtigten seiner verschiedenen Investitionen in Chile zu gewinnen. Es wurde nicht einfach mich aus der Affäre zu ziehen. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 11 Oct 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Chile</category>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 81</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;&lt;br /&gt;
Einen weiteren Tag verbrachte ich noch mit Pancho und Marily, deren ältester Sohn vor kurzem zum katholischen Priester geweiht worden war. Per Zug ging es dann weiter nach Osorno, dort hatte ich niemanden von meiner Ankunft verständigt. Viele Bekannte freuten sich, mich so schnell wieder zu sehen. Auf dem Fundo La Poza wurde ich mit einer Mischung aus Erstaunen und Erleichterung empfangen. Die Zeit nutzte ich, um mich auf dem Grundstücks- und Viehmarkt umzusehen. Einigen zum Verkauf stehenden Betrieben schenkte ich besondere Aufmerksamkeit. In den Gesprächen und in meinem Inneren tauchte die Frage auf: “Was wäre wenn.......?” Interessante Angebote wurden unterbreitet. Auf meine Fragen nach der jüngsten Vergangenheit erhielt ich unterschiedliche Aussagen. Ausschreitungen unterschiedlicher Art hatte es wohl auf beiden Seiten gegeben. Bei den Allendeanhängern kamen die Übergriffe auf Anordnungen von Parteiideologen, auf Seiten der Militärs gab es auch viele unbekannte Übeltäter, die eine gewisse Selbstjustiz ausgeübt hatten.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Am 6. Dezember rief mich ein Telegramm nach Spanien zurück. Die Zeit in Chile genügte mir, einen erneuten Überblick über das Land zu gewinnen. Es gab wieder eine Zukunft. Aber galt das auch für mich oder besser gesagt für unsere Familie? Meine Gedanken behielt ich für mich. &lt;br /&gt;
Auf meiner Arbeitsstelle &amp;quot;Jardines Tarraquo&amp;quot; nahm ich einige Umstellungen vor, die Frau Schickedanz mit angeregt hatte. Ein Produktionsleiter, von Beruf Diplomgärtner, aus Deutschland wurde eingestellt. Durch einen längeren beruflichen Aufenthalt im Ausland sprach auch seine Frau ein fast perfektes Spanisch. Die finanziellen Belange des Betriebes wurden weiterhin von einem Spanier, der jahrelang in der Einkaufsabteilung der Quelle in Deutschland gearbeitet hatte, ausgeführt. Durch die Neustrukturierung des Betriebes wurden wir unabhängig von der Gartenquelle. Dadurch begann der Betrieb sich auch wirtschaftlich immer besser zu entwickeln.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Auch unsere Familie wurde zufriedener, bis auf die Trennung während der Woche, an die wir uns nicht gewöhnen konnten. Wir genossen es, schnell einmal an einem verlängerten Wochenende nach Deutschland zu fahren. In Salzderhelden wohnte die Oma bei Tochter Christine und Schwiegersohn Klaus. Sie hatten sich ein schönes Haus am Hang des Leinetals gebaut. Weihnachten rückte näher, wir blieben aber in Spanien, um am Strand der nasskalten, winterlichen Witterung in Deutschland auszuweichen. In Fürth war ich nach der Chilefahrt noch nicht gewesen, hatte aber Herrn Dedi in einem längeren Telefongespräch über die Lage unterrichtet.&lt;br /&gt;
Am 22.12.1973 klingelte frühmorgens das Telefon. Frau Niederle meldete sich einmal wieder und anscheinend begann der gewohnte Privatplausch. Aber schon nach Sekunden sagte sie schnell: “Herr Schirmer, der oberste Chef will Sie sprechen, ich verbinde.....” &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 12 Jul 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 8</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 92</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Ende 1980 machte unsere Jüngste Abitur. Christina besuchte dann in Santiago eine deutsch-chilenische Wirtschaftshochschule. In dieser Ausbildung war auch ein Praktikum in einer ausbildenden Firma der Lebensmittelbranche vorgesehen. Die Lebensmittelkette &quot;Jumbo&quot;, bei der Christina ihr Praktikum später absolvierte, hatte auch geschäftliche Verbindungen zur &quot;Quelle&quot; . Beide Kinder waren nicht mehr um uns und der Alltag wurde auf einmal sehr leer. Wir versuchten uns damit zu trösten, daß ja alle Eltern irgendwann ein ähnliches Schicksal hatten. &lt;br /&gt;Allerdings sind die Entfernungen hier in Chile doch besonders groß, die Nord-Süd Ausdehnung beträgt immerhin 6.000 Kilometer. Uns trennten jetzt die 1.000 km von unseren Kindern, die zwischen Osorno und der Hauptstadt Santiago lagen. Uns wurde das Herz schwer. Da saßen wir beiden &quot;Alten&quot;, hatten zwar vieles erreicht, aber nun kam zu der Trennung von Heimat und Familie noch die räumliche Trennung von unseren Kindern dazu. Wir mieteten eine geräumige Zweizimmerwohnung in Santiago für unsere Kleine, um an verlängerten Wochenenden zusammensein zu können. &lt;br /&gt;Auch Gabi und Ignacio wohnten in der Nähe Santiagos. Das war für uns eine Beruhigung, da sich die Schwestern des öfteren sehen konnten. Mein Schwiegersohn arbeitete als Verwalter auf einem, der Familie gehörenden Landgut. Auch die Mutter von Ignacio, die als Ministerialdirektorin in Santiago arbeitete, kümmerte sich um unsere beiden Töchter als wären es ihre eigenen Kinder. Auch das empfanden wir als sehr große Hilfe und waren dankbar für den guten Kontakt in unserer Familie. Meine Chefs kamen fast alle Jahre nach Chile und wurden bei ihrer Ankunft in Santiago immer von einer unserer Töchter betreut, wodurch der langjährige Kontakt zwischen uns erhalten blieb. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Nachdem Christina ihre Ausbildung erfolgreich beendet hatte, entstand die Idee bei Frau Schickedanz unsere Tochter zur weiteren Fortbildung nach Deutschland zu holen. Sie sollte dort verschiedene Abteilungen des Quellekonzerns durchlaufen. Bei unserem kommenden Urlaub im August 1983 ließen wir die junge Dame in Deutschland zurück. Frau Niederle organisierte alles: Wohnung, Kontakte in der Hauptverwaltung und auch Abwechslung in der Freizeit. Aber auch Frau Schickedanz nahm sie auf internationale Modeveranstaltungen, aber auch zu Privatausflügen nach Spanien mit. Christi wurde durch ihre Verläßlichkeit, ihren Einsatz und einem sicheren Gespür für Mode eine gute Mitarbeiterin in der Firma. &lt;br /&gt;Am Ende des Jahres bekam sie ein Angebot von der Chefin, in Deutschland zu bleiben. Damit hätte sie eine viel versprechende Zukunft vor sich gehabt. Die Entscheidungsfrist lief ab, aber Christinas Antwort hieß: &quot;Ich danke Ihnen sehr Frau Schickedanz, aber alle Menschen, die ich liebe sind nun einmal in Chile und ich werde nach dort zurückkehren.&quot; Wir freuten uns über diesen Entschluß. Eine Tochter in Chile zu haben und die andere in Deutschland, daß wäre für uns Eltern wohl das Schlimmste geworden. Wir sind nach Chile ausgewandert und die Tochter würde zurückwandern und die Familie getrennt sein. Das wollten wir in unserem Leben nicht noch einmal erleben. Wie sich später herausstellte, waren aber nicht nur wir mit dem Wort &quot;alle Menschen, die ich liebe&quot; gemeint, sondern auch der jüngere Bruder von Schwiegersohn Ignacio. So trat Matias später in unser Leben.&lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 27 Sep 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Chile</category>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 99</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/1281-Reiner-Schirmer-Leben-zwischen-zwei-Kulturen-99.html</link>
            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Zurück in Osorno angekommen nahmen wir einige Veränderungen vor. Die Pläne und Vorbereitungen zur Errichtung eines Hauses wurden wieder in die Schublade gelegt und dafür noch eine im Bau befindliche moderne Etagenwohnung von 150 Quadratmeter erstanden. Kurz gesagt, wir wollten uns auf das Alter vorbereiten. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;WIDTH: 110px&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/schirmer-1992.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/schirmer-1992.serendipityThumb.jpg&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;78&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;1992: Unser neues Zuhause Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Auch beim nächsten Besuch von Herrn Dedi sollten Änderungen in meinem Berufsleben vorgenommen werden. Schwiegersohn Ignacio zog mich öfter zu Gesprächen mit dem aus Deutschland von der Firma Schörghuber anreisenden Finanzprüfer hinzu. Ich merkte, hier prallten zwei Kulturkreise aufeinander. Der Ausgang war vorauszusehen. &lt;br /&gt;Dazu ein Beispiel: &lt;br /&gt;Herr Dr. X (der Finanzprüfer) wohnte während seines Kurzaufenthaltes in einem Hotel eines Rotariofreundes und hatte auch das beste Zimmer preisgünstig erhalten. Bei Begleichung der Rechnung wollte er zwei gewaschene Hemden nicht bezahlen. Als Begründung führte er an, dies nicht speziell in Auftrag gegeben zu haben. Das dazugerufene Zimmermädchen verteidigte sich, die schmutzigen Hemden in die Wäscherei gegeben zu haben, um dem Gast einen Gefallen zu tun. Die Diskussion endete mit dem Erscheinen des Hotelbesitzers und Rückerstattung der Gebühr, wegen der Dr. X diesen Streit vom Zaum gebrochen hatte. Es handelte sich um einen Betrag von umgerechnet 0,40 Eurocent. Im Rotary – Club hat der Dienst für die Allgemeinheit einen hohen Stellenwert. &lt;br /&gt;In diesem Moment habe ich mich für meinen, zweifelsfrei gut verdienenden, Landsmann sehr geschämt. Auch an anderer Stelle wurde ich durch das Verhalten meiner Landsleute manchmal schockiert. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Zur Verdeutlichung füge ich ergänzend noch zwei Geschehnisse bei: &lt;br /&gt;1. In Chile läßt der Flugreisende seine Koffer durch einen Kofferträger zur Abfertigung bringen, um damit einem Arbeitslosen ein wenig zu helfen. Dies wird als ganz natürlicher Vorgang empfunden. In Deutschland schleppt der Fluggast seine Koffer selber, vielleicht nicht um das Geld zu sparen, sondern einen Mitbürger nicht durch Almosen zu beleidigen. &lt;br /&gt;2. Wenn man in Chile zum Abendessen eingeladen wird, kommt man zehn Minuten später. Diese Zeit wird der Hausfrau sozusagen noch für die unvorhergesehenen Dinge zugebilligt. In Deutschland ist es unhöflich, nicht pünktlich zu kommen. Andere Länder andere Sitten und jeder sollte versuchen, die Gewohnheiten des Gastlandes zu respektieren. Das sind oft Dinge, die man nicht aus dem Reiseführer lernen kann. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 15 Nov 2010 08:00:00 +0100</pubDate>
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<category>Umzug</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 93</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Nun zurück zu uns. Wir lernten einen tüchtigen Menschen in Osorno kennen. Mario war befreundet mit einem Mädchen, die wir schon in der Pension Marahrens schätzen gelernt hatten. Beide hatten erst kürzlich geheiratet. Von ihm kam der Gedanke, ein größeres Fundo zu kaufen. Am Fuße des Vulkan Osorno gelegen, lag das Fundo in einer einmalig schönen Landschaft. Die 530 ha Land standen zur Versteigerung und nach einigem Hin und Her erwarben wir den Betrieb je zur Hälfte. &lt;br /&gt;Mario übernahm die Verwaltung und alle anfallenden Kosten wurden durch zwei geteilt. Jeder hatte das Anrecht 250 Mastbullen dort zu ernähren. Der Betrieb wurde durch die umsichtige Führung von Mario zum vollen Erfolg. Ich konnte mich aus zeitlichen Gründen um das Fundo &quot;Pichihuinco&quot; nicht kümmern. Der Plan, ein gemeinsames Sommerhaus zu bauen wurde kurzfristig verwirklicht. Die Wochenenden auf &quot;Pichihuinco&quot; waren immer etwas besonderes. Vor dem brennenden Kamin, versorgt mit einer oder zwei Flaschen Rotwein, wurde Karten gespielt oder geredet. Am Sonntag standen lange Spaziergänge oder auch Ausritte auf dem Programm. Der abschließende Grillbraten wurde zur angenehmen Pflicht des Tages. Bei Sonnenuntergang erfolgte die Rückfahrt in das 70 Kilometer entfernte Osorno. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Mitte März 1983 besuchten wir Christina in Santiago in der neu gemieteten Wohnung. Nach ihrer Rückkehr aus Deutschland hatte sie nach Absprache mit der Firma &quot;Jumbo&quot; 100 Quadratmeter Ladenfläche für eine neue Textilabteilung zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser Gedanke von ihr machte sie auf viele Jahre zur selbstständigen Abteilungsleiterin. So wurde von ihr das, bei Frau Schickedanz absolvierte, Praktikum in Chile umgesetzt. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;WIDTH: 110px&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot; href=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/schirmer_1991.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://www.picaflor.de/chile-aktuell/uploads/bilder/personen/schirmer_1991.serendipityThumb.jpg&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;74&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Pichihuinco: Sommerhaus, im Hintergrund der Vulkan Osorno&lt;br /&gt;Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  
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    <pubDate>Mon, 04 Oct 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 91</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/1273-Reiner-Schirmer-Leben-zwischen-zwei-Kulturen-91.html</link>
            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;Gegen Jahresende wurde unser Enkelsohn Tomas geboren und auf dem Weg zum Kreissaal konnte ich meiner Gabi noch zuflüstern: &quot;Ich bin ganz stolz auf Dich!&quot; &lt;br /&gt;An meinem fünfzigsten Geburtstag mußte ich mich einer schweren Nierenoperation unterziehen. Der Chirurg Dr. Emilio Undurraga befreite mich von dem chronischen Leiden. Später wurden wir Wohnungsnachbarn und er und seine Frau Patricia gehören noch heute mit zu unseren besten Freunden in Chile. Durch ihn wurde ich auch Mitglied im Rotario Club in Osorno. Die Operation war das erste Anzeichen, daß die Strapazen und Aufregungen der Jahre nach der Auswanderung ihren Preis forderten. &lt;br /&gt;Bei einem ihrer Besuche in Chile riet mir Frau Schickedanz, ein bißchen mehr auf meine Gesundheit zu achten und legte mir nahe, daß Quellegeschäft abzugeben. Der Verdienstausfall wurde durch Erhöhung meiner Bezüge ausgeglichen. Auch die Fundos wuchsen mit weiteren Zukäufen, aber durch verschiedene Verwalterwechsel auch meine Belastung. Meinem Grundsatz, niemals Siedlerland zu kaufen, bin ich dabei immer treu geblieben. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Politisch kam es wieder zu Unruhen, die aber in den Provinzen nicht zu spüren waren. Die chilenische Opposition, die nach eigenen Umfrageergebnissen von der Hälfte der Bevölkerung unterstützt wurde, rief immer wieder zu &quot;nationalen Protesttagen&quot; gegen das Militärregime Pinochets auf. Die Reaktion der internationalen Presse konnte ich nie und kann sie auch heute noch nicht verstehen. Zu diesen Protesttagen kamen immer viele Journalisten angereist. Diese hatten kaum Informationen über die Situation im Land. Nach ihren Berichten zufolge mußte die ganze Welt glauben, in Chile herrsche ein ständiger Bürgerkrieg. Entscheidend war nicht der Wahrheitsgehalt der Information, sondern die Heftigkeit der Kritik an der chilenischen Diktatur. Leistungen des Regimes, zum Beispiel im sozialen Wohnungsbau, in der Gesundheitsfürsorge und Wirtschaftsentwicklung galten als nicht erwähnenswerte Lappalien. Der am Ende des Buches abgedruckte Bericht aus der “ Frankfurter Allgemeinen Zeitung” ist einer der ganz wenigen Artikel, in denen versucht wird, die damalige Situation ausgewogen darzustellen. &lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 20 Sep 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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<category>Leben zwischen zwei Kulturen</category>
<category>Schickedanz</category>
<category>Schirmer</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 90</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    Ignacio stand kurz vor dem Abschluss seines Landwirtschaftsstudiums. Als uns die Beiden ihre Heiratspläne eröffneten, waren wir hin und her gerissen. Alle Argumente, die beiden jungen Leute, Gabi, 18jährig, und Ignacio, 21jährig, umzustimmen, prallten gegen eine Mauer, die noch mehr Beton enthielt, als die Berliner Mauer. Ich wollte und konnte dies alles nicht verstehen. Meine kleine Gabi wollte heiraten und dann noch einen Mann, der nicht deutsch sprach!!&lt;br /&gt;
Warum spürte ich innerlich diesen großen Widerstand? Mein Leben war so ganz anders geformt worden. Vielleicht dachte ich auch einfach zu deutsch. Warum wollten beide in so jungen Jahren heiraten? Würden ihnen die Erfahrungswerte der formenden Jahre, die die beiden jungen Menschen überspringen wollten, nicht fehlen? Als Garant für ein glückliches Leben und eine dauerhafte Verbindung reicht oft die Liebe alleine nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dorlis war über die Nachricht auch nicht überglücklich, aber verstand in dieser Lage ihre Tochter wohl besser als ich. Sicherlich kommt in solchen Momenten das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter mehr zum Tragen. Gabi hatte sehr viele Charakterzüge von mir geerbt. Was einmal in unseren Köpfen als Ziel entsteht, ist so schnell nicht wieder zu löschen. Während unserer vielen Reisen waren die Mädels immer unsere Begleiter und wir versuchten, sie so liberal wie möglich zu erziehen. Zweifel nagten an mir und ich musste mir eingestehen, dass ich wohl einen gravierenden Denkfehler gemacht hatte. Mein Lebensweg musste schließlich nicht der Weg unserer Kinder werden, um ein glückliches Leben zu führen. All diese Gedanken gingen durch meinen Kopf und waren nur schwer zu ordnen. Ignacio war ein netter und gebildeter Mensch, sprach neben Spanisch noch andere Sprachen, aber nicht Deutsch! Meine Sprachkenntnisse in Spanisch reichten für meine berufliche Tätigkeit, aber im privaten Leben wollte ich mich lieber in meiner Muttersprache verständigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um meine Tochter Gabi nicht zu verlieren, gab ich am Ende nach und die Hochzeit wurde ausgerichtet. Eines darf man jedoch nicht vergessen: Durch den langjährigen Aufenthalt in Chile wurden wir der chilenischen Kultur näher gebracht. Somit prägten auch der hiesige Glauben, das Fühlen und Denken und danach das Handeln einen Teil unseres Lebens. Durch diese Eigenschaften unterscheiden sich aber die Menschen in den verschiedenen Kulturkreisen. Dies macht ein harmonisches Zusammenleben oft sehr schwierig, da es sehr leicht zu Missverständnissen kommen kann. Aus diesen eigenen Erfahrungen heraus stehe ich auch der Globalisierung kritisch gegenüber. Allein die andere Sprache zu beherrschen reicht nicht aus, damit man in die Lage versetzt wird, das Innenleben seines Gegenübers zu verstehen. Dazu braucht es viele, viele Jahre. Das war eben der Unterschied zwischen mir und meinen Töchtern. Sie bewegten sich in den verschiedenen Kulturkreisen Deutschlands und Chiles, ohne aufzufallen. Wie glücklich ich später wurde, konnte ich zu dieser Zeit noch nicht ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwiegersohn Ignacio dachte und denkt auch heute noch in vielen Sachen anders als ich mit meiner deutschen Wesensart. Aber wir haben beide voneinander gelernt und der Respekt, den wir voreinander haben, ist eine Säule für unser gutes Verhältnis. Dieses ist nicht immer leicht zu erreichen, aber eine gewisse Bildungsstufe erleichtert es, zwischenmenschliche Brücken zu schlagen, auch wenn man aus verschiedenen Kulturkreisen kommt. Wie schwierig das Zusammenleben sein kann, selbst wenn sich Menschen kulturell sehr viel näher sind, wird jeder Leser aus eigener Erfahrung wissen.  
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    <pubDate>Mon, 13 Sep 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 9</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 89</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    Am 27.03.1977 kam morgens ein Brief von Herrn Dr. Schickedanz mit der Bitte, ihn persönlich ab und zu von den Vorkommnissen in Chile in Kenntnis zu setzen. Das Schreiben endete mit dem Satz: &amp;quot;Ich freue mich, Gutes zu hören und wünsche Ihnen persönlich, Ihrer lieben Familie und allen unseren Osorno-Freunden, weiterhin von Herzen alles Gute. Mit vielen Grüßen, besonders auch von meiner Frau, an Sie sowie an Ihre liebenswerte Familie, bin ich Ihr Gustav Schickedanz.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Eine Stunde nachdem ich den Brief erhalten hatte, bekamen wir die traurige Nachricht vom Ableben meines verehrten Chefs. Es ist schwer, in Worten auszudrücken was wir fühlten. Mein Lehrherr des Fühlens, Denkens und Handelns hatte sich auf immer von uns verabschiedet.&lt;br /&gt;
Im gleichen Jahr erhielten wir den ersten Familienbesuch aus Deutschland. Dorlis Schwester Christine und ihr Mann Klaus waren fast einen ganzen Monat bei uns in Osorno. Mit Freude und auch einem gewissen Stolz, konnten wir Ihnen dieses schöne Fleckchen Erde zeígen. Chile war jahrelang vom Außenhandel abgeschlossen gewesen. Das hatte unter anderem zur Folge gehabt, dass die hiesige Industrie keine Impulse für eine Weiterentwicklung bekommen hatte. Sie war in ihrer Entwicklung stehen geblieben. Wir glaubten, eine Marktlücke entdeckt zu haben. Abends kamen Freunde und Nachbarn zu uns mit der Bitte, einige Artikel aus dem Quellekatalog in Deutschland für Sie zu bestellen. Dies hörte nie auf und der Gedanke, ein kleines Quellegeschäft inklusive Bestellannahme zu eröffnen, wurde nach Rücksprache mit Herrn Dedi und Frau Schickedanz in die Tat umgesetzt.&lt;br /&gt;
Ein Außenhandelskaufmann wurde unser Partner im Geschäft “Schirmer und Gantz - Quelle Sb-Center Chile&amp;quot;. Untervertreter zur Bestellannahme wurden in allen größeren Städten des Landes ernannt. Wir machten Umsätze, die alle Erwartungen übertrafen. Bald trafen die bestellten Waren containerweise in Chile ein. Auch Dorlis arbeitete vollberuflich.&lt;br /&gt;
Am Ende des Jahres machte Gabi das Abitur an der Deutschen Schule. Sie entschied sich für ein Studium der Zeitungswissenschaften in Santiago und ihre erstklassigen Noten freuten uns sehr. Aber…… - dann verliebte Gabi sich in einen netten, jungen Mann.  
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    <pubDate>Mon, 06 Sep 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 8</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 88</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/1253-Reiner-Schirmer-Leben-zwischen-zwei-Kulturen-88.html</link>
            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
    <content:encoded>
    &lt;p&gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeit wurde von einem ehemaligen Mitarbeiter von La Poza ausgeführt. Dieser junge Mann gehörte früher, als so genannter Idealist, der kommunistischen Partei an. Auf unserem neuen Betrieb war er sein eigener Chef und verrichtete die ihm zufallende Arbeit gewissenhaft. Der Betrieb lag nur zwei Kilometer von La Poza entfernt an der gleichen Zufahrtsstraße. Bei meinen Dienstfahrten nach La Poza konnte ich den Betrieb gut übersehen und an den Wochenenden begleitete mich stets meine Frau bei der Besichtigungsreise.&lt;br /&gt;
Die Bewirtschaftung des Landes ohne weiteres Eigenkapital war natürlich schwierig. Denn gleichzeitig mit dem Kauf des Landes musste natürlich in Weiden, Wasser und ordentliche Zäune investiert werden. Ich nahm also Tiere im &amp;quot;zur- Hälfte-System&amp;quot; auf. In fünf Jahren hatte ich eine eigene Herde von über zweihundert Mastochsen. Jeder nicht landwirtschaftlich zu nutzende Quadratmeter wurde bepflanzt. So lieferte uns das Fundo im Laufe der Zeit Freude, Schönheit für das Auge und auch finanzielle Sicherheit. Meine Tätigkeit für die Familie Schickedanz und Dedi hat dadurch nie gelitten. Es blieb weiterhin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bis zu meiner Pensionierung im Jahre 1990.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Auch das Familienleben bekam nach den wechselvollen Jahren nun die wirklich verdiente Ruhe. Wir brauchten nicht wie moderne Zigeuner durch die Welt ziehen und hatten endlich unser Lebensziel erreicht, wenn auch nicht in der Heimat. Chile wurde uns ein immer hilfsbereites Gastland und wir wurden als Ausländer immer korrekt behandelt. Meine Arbeitgeber und auch Chile haben rückblickend viel dazu beigetragen, uns einen gehobenen Lebensstandard zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Die Jahre eilten weiter und wir empfanden in Chile das Gefühl, ein Lebenszentrum gefunden zu haben. Die Familie war zusammen und ich hatte eine sichere Arbeit bei einem deutschen Arbeitgeber. Es war nicht die Heimat, aber auch nicht mehr die Fremde, Chile wurde mit der Zeit unser “zu Hause&amp;quot;.&lt;/p&gt;  
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 30 Aug 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 8</category>

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    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 87</title>
    <link>http://www.picaflor.de/chile-aktuell/archives/1248-Reiner-Schirmer-Leben-zwischen-zwei-Kulturen-87.html</link>
            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    &lt;p&gt;&lt;br /&gt;
Herr und Frau Schickedanz gehörten in Deutschland zu den erfolgreichsten Unternehmern der Nachkriegszeit und waren auch bekannt für ihre soziale Einstellung gegenüber ihren Mitarbeitern. Dies setzt immer voraus, dass jemand selbst große Führungsqualitäten besitzt. Aber ließ sich das auch in den fremden Kulturkreis Chiles übertragen? &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Meine Chefs wünschten, dem Dorfschullehrer von La Poza einmal Grüß Gott zu sagen, weil sie ihn drei Jahre nicht gesehen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Quellekatalog wurde zu diesem Besuch mitgenommen und dem Lehrer mit den Worten gezeigt: ” Wenn wir Ihnen damit behilflich sein können, werden wir Ihnen gern eine Kleinigkeit schicken.”&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ich versuchte, bei der Übersetzung den Text abzuschwächen, da ich dieses Vorgehen hier in Chile nicht für richtig hielt. In einer anderen Kultur wird auch die Bereitschaft etwas zu Schenken anders verstanden. Nach zwei Monaten schickte der Lehrer einen Brief an meine Chefs, in dem die Bitte formuliert wurde, ihm doch ein Auto zu schenken! Was hätten unsere Landarbeiter dazu gesagt. Es war nicht einfach, dieses entstandene Problem später zu lösen, ohne böses Blut zu erzeugen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Die neuen Betriebe wurden unermüdlich abgelaufen. Auch La Poza hatte in den letzten drei Jahren gelitten. Besonders die Gebäude und die Düngung der Weiden war sträflich vernachlässigt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unverhoffte Kapitalspritze der Eigentümer in Form eines Schleppers kam da den beiden Betrieben gerade recht. Am Ende des Jahres liefen beide Betriebe wieder normal, die Anstrengungen hatten sich also gelohnt. Die Arbeitsleistung des Personals hatte sich ebenfalls verbessert, da die früher anfallenden Diskussionen mit den politisch ausgerichteten Gewerkschaften unterblieben.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Im Laufe des Jahres wurde der von mir angeregte Antrag auf Rückgabe von Teil C von La Poza (45 ha) von der Agrarreformbehörde genehmigt. Dieses Stück C konnte nicht als Siedlerland verwendet werden, da kein Zugang zur öffentlichen Straße bestand und das Grundstück auch nicht durch eine neue Zufahrt erschlossen werden konnte. Das neue Punktesystem der Regierung, welches sicherstellen sollte, daßss das zurückgegebene Siedlerland auch in qualifizierte Hände fiel, war inzwischen fertig. Wer z.B. eine landwirtschaftliche Ausbildung hatte, seinen Wohnsitz in der Nähe der Ländereien nachweisen konnte, wer verheiratet war etc., hatte aufgrund der verteilten Punkte gute Chancen, etwas Land zu günstigen Konditionen zu erwerben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch mir wurde ein Stück Siedlerland auf La Poza angeboten, da ich an erster Stelle der Befähigungsliste von La Poza stand. Diese Möglichkeit wurde aus verständlichen Gründen von mir abgelehnt. Denn Land zu erwerben, welches meinen Arbeitgebern vormals gehört hatte, passte nicht in meine Lebensauffassung. Als Ersatz wurde mir ein Stück angeboten, deren Ex-Besitzerin verstorben war. Diese 40 ha konnten zu günstigen Bedingungen des Verkehrswertes erworben werden: 5% Baranzahlung und der Rest zu 20 Jahresquoten zuzüglich Zinsen. Nach geraumer Zeit bot mir mein Siedlernachbar seine 40 ha zum Kauf an, da seine Frau ein eigenes Fundo besaß und in Finanznöten war. Ein angrenzendes Stück von weiteren 40 ha erstand ich kurze Zeit danach.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Der Traum von der eigenen Erde hatte sich nun erfüllt. Wir besaßen 120 ha erstklassiges Land und tauften dies neu erstandene Fundo auf den Namen &amp;quot;Santa Christina&amp;quot;.&lt;/p&gt;  
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    <pubDate>Mon, 23 Aug 2010 08:00:00 +0200</pubDate>
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    <category>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 8</category>

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<item>
    <title>Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen / 86</title>
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            <category>Reiner Schirmer</category>
    
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    <author>ec@cwc.de (Heinz Wattler)</author>
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    Mit Herrn Koksch nahmen wir zwei Fundos besonders unter die Lupe. Die Kontakte mit den Besitzern waren bei meinem Kurzbesuch in Chile schon geknüpft worden. Günstige Verkehrslage, auch zur Verwaltung La Poza, und gute Bodenklassifizierung waren für den Kauf ausschlaggebend. So entstand die Gutsverwaltung “El Salto” mit zwei fünf Kilometer voneinander entfernten Betrieben zu je 200 ha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten mit Absicht Betriebe von dieser Größe gewählt, da das Gesetz der Agrarreform noch nicht annulliert war. Der Betrieb sollte gleich La Poza als Grünlandbetrieb geführt werden. Da in der Provinz Osorno mit einer Jahresniederschlagsmenge von 1.300 mm zu rechnen ist, war der reine Ackerbau im Süden Chiles zu riskant. Die Übergabe an die neue Besitzerin Madeleine Bühler geb. Schickedanz erfolgte am 1. Februar 1974. Für mich ergab sich ein Finanzierungsproblem in der Bewirtschaftung des neuen Gutes. Es fehlte Kapital und eine Fremdfinanzierung über die Bank lehnte ich vollkommen ab. Mit meinen beiden Verwaltern entwarfen wir eine Radikalkur. Mit dem Betriebskapital von La Poza und dem noch vorhandenen Vieh aus den jetzt in der Auflösung befindlichen Produktionsgesellschaften wurden beide Betriebe zu gleichen Anteilen unterstützt. So begannen beide Güter mit den gleichen Startbedingungen. La Poza hatte allerdings die moderneren Gebäude. Für uns alle hieß das in der Konsequenz, nun mit dem Kapital X die doppelte Zahl an Mitarbeitern, Fläche und Milchvieh bzw. Mastochsen zu bewirtschaften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu diesem Punkt der Entwicklung hatten die Führungskräfte beider Betriebe gut zusammengearbeitet und einen gangbaren Weg gefunden, das wirtschaftliche Überleben beider Betriebe zu sichern. Die Entscheidung, welcher Betriebsleiter nun La Poza, bzw. El Salto übernimmt, konnte dagegen nicht einstimmig getroffen werden. Bevor ich meine Entscheidung verkündete machte ich den Beiden klar, dass derjenige, der den von mir getroffenen Entschluss nicht akzeptieren könnte, seinen Dienst quittieren müsste. Herr Kocksch mit mehr Erfahrung musste El Salto übernehmen. Dieses von Konkurrenz geprägte Verhältnis zwischen den Betrieben, bzw. zwischen den Betriebsleitern hat sich für die kommenden Jahre als sehr positiv erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem Monat erhielten wir den Besuch der Familie Schickedanz. Die Freude war groß, nun wieder über das Grundstück verfügen zu können und in dem schönen Haus zu wohnen.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 15 Aug 2010 16:30:52 +0200</pubDate>
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