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Charles Darwin spekulierte über die Wechselwirkung von Erdbeben und Vulkanausbrüchen, die vielerorts ins Auge springt. So brach beispielsweise der Kilauea auf Hawaii 1975 aus, nur wenige Stunden nachdem ein Beben in der Nähe den Boden zum Wanken brachte. Effekte über größere Entfernungen und Zeiträume hinweg betrachtete die Forschungswelt jedoch bislang als zufällig.
Um diese Meinung zu widerlegen, wälzte der Vulkanologe Sebastian Watt mit zwei Kollegen der University of Oxford historische Aufzeichnungen beginnend im Jahr 1850, die Beben und Eruptionen der südlichen Vulkanzone der Anden schildern. Die mühsame statistische Auswertung des Forschers erwies sich als aufschlussreich: Vulkane der gesamten Region brachen nach großen Erdbeben viermal häufiger aus als sonst. Der Effekt hielt etwa ein Jahr nach den Ereignissen an und wirkte sich bis auf Vulkane in 500 Kilometer Entfernung aus.
Der Wissenschaftler wählte gerade diese Region, da sich entlang 3 200 Kilometern der chilenischen Küstenlinie eine Plattengrenze befindet, die für außergewöhnlich starke Beben sorgt: Die Nazca-Platte schiebt sich mit einer Geschwindigkeit von 8,4 Zentimetern pro Jahr unter den westlichen Rand des südamerikanischen Kontinents. Dadurch verursachte seismische Wellen können Eruptionen auslösen, indem sie Magmenkammern unterhalb von Vulkanen aufwühlen. Unterirdischer Druck quetscht zähflüssiges Magma durch schmale Kanäle nach oben - ein Effekt wie in einer Zahnpastatube -, was die Lava schließlich an der Oberfläche aus einem Vulkankrater schleudert. Die Unruhe im Erdinneren wirkt allerdings nicht plötzlich: Zunächst muss sich genügend Druck bilden, damit die Gesteinsschmelze Richtung Oberfläche aufsteigt. Zwischen Beben und Vulkanausbruch können somit einige Monate verstreichen.
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