Gestern war es wieder so weit: Smog-Alarm in Santiago. Und die Leserbriefe online überschlugen sich. Dabei ist es doch ein gewohnter Zustand, den ich zumindest aus eigener Erfahrung seit 1980 kenne.

Damals kamen wir mit unserem VW-Bus von Lima aus gefahren, das Ziel des Tages war Santiago. Wir wunderten uns schon lange vor Erreichen der Stadt, dass es so eine dunkle Wolke in unserer Fahrtrichtung gab. Je näher wir kamen, desto "klarer" wurde uns: Santiago liegt unter einer dicken, schmutzigen, giftigen und für den Menschen äußerst schädlichen Wolke aus Abgasen. Umfangreiche Statistiken belegen die Schuld von Industrieanlagen, Autos und vor allem der über 13000 Micros, kleinen, gelben Bussen, die mit ihren Dieselabgasen einen Großteil der Schuld an der Misere tragen. Aber das ist ein ganz anderes Kapitel...
Bald kommen wieder die Monate mit Schnee in der Andenkordillere. Dann fahren diejenigen, die es sich leisten können, am Wochenende mit der Familie nach Portillo, Valle Nevado oder Colorado, entfliehen dem Smog. Und wenn man dann gegen 17.00 Uhr abends oben in Valle Nevado neben seinem Auto auf dem Parkplatz steht, dann sieht man deutlich vor dem Einsteigen die dunkle Wolke über Santiago. Man fragt sich unwillkürlich: Willst du da wirklich hin, eintauchen in diesen Schmutz?
Wir drücken Santiago die Daumen, dass sich bald eine Besserung der Verhältnisse einstellen möge.
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