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Tuesday, January 29. 2008
Teil 2: Chile

Chile hat seit langen Jahren ein Gesetz, das den Alkoholverzehr in der Öffentlichkeit unter Strafe stellt. Jeder weiß es, fast alle halten sich daran. Wer sich nicht daran hält, dem zeigen die motorisierten "Pacos", die chilenischen Polizisten, auf freundliche aber sehr bestimmte Weise, wo´s lang geht.
Jeder, der einmal in Südamerika gereist ist, weiß, dass in den meisten Staaten dieses Kontinents geringfügige Vergehen gegen das Gesetz durch eine Spende an den betreffenden Polizisten vergessen gemacht werden. Man reicht den Führerschein, denn meist handelt es sich um Vergehen gegen die Straßenverkehrsordnung, man reicht also den Führerschein dem Polizisten zurück und lässt einen Dollarschein, nicht zu groß und nicht zu klein, innen liegen. In der Regel grüßt der Polizist dann freundlich und lässt einen ziehen. Nicht so in Chile. Dort einem Polizisten Geld zustecken zu wollen, bedeutet das sichere Verderben. Der chilenische "Carabinero" (Polizist) ist knallhart - aber gerecht. Ich kann mich an eine längere Reise durch Mexiko und Argentinien erinnern, an deren Ende der Grenzübertritt zu Chile stand. Polizisten der beiden vorgenannten Länder hatten auf die unterschiedlichsten Arten versucht, an mein Erspartes zu kommen, mit eher bescheidenem Erfolg. Als nun die Grenze überschritten war, herrschte plötzlich ein spürbar anderer Wind und mir wurde wieder einmal klar: Hier versucht niemand, dich Kraft seines Amtes zu schröpfen, aber, du musst dich an die Spielregeln halten. Tust du das nicht, dann wird es hart - aber gerecht.
Und so befand ich mich eines Abends in Santiagos Stadtteil Bellavista, als mir vor einer kleinen Kirche eine Gruppe Jugendlicher auffiel, die eifrig dem Pisco, dem chilenischen Nationalbrandy, zusprachen. Ich kam nicht dazu, mich ausgiebig zu wundern, als drei Polizisten auf ihren Cross-Motorrädern ankamen, sich um den Platz herumstellten. Wenige Augenblicke später fuhr ein Streifenwagen vor, es handelte sich um einen kleinen Bus. Diesem Bus entstiegen drei weitere Polizisten, welche auf die Jugendlchen zugingen, sie höflich ansprachen. Die gesamte Gruppe erhob sich ohne Murren, diejenigen, die mit Flaschen in den Händen erwischt worden waren, gingen ohne Widerworte auf die Polizisten zu, stellten die Flaschen neben ihnen auf den Boden und stiegen in den Bus ein. Geräuschlos, ohne Prügelei, ohne Murren. Se wussten, das Widerstand zwecklos gewesen wäre. Der hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Der Bus setzte sich in Bewegung, die jungen Damen und Herren werden die Nacht wohl in einer Zelle verbracht haben. Frage: Weshalb kann das nicht bei uns ähnlich ablaufen? Alkohol hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen, Menschen, die dort auf Alkohol nicht verzichten wollen, werden oft agressiv gegenüber ihren Mitmenschen, urinieren in Unterführungen und Parks, hinterlassen Scherben, leere Flaschen, Müll. Man könnte hier per Gesetz einen Riegel vorschieben. Es gibt zahllose Gesetze, die weniger sinnvoll sind! Defined tags for this entry: Alkohol, Argentina, Argentinien, Bellavista, Carabineros de Chile, Chile, Mexico, Mexiko, Paco, Pisco, Polizist, Santiago de Chile
Friday, August 11. 2006
Roberto Matta Echaurren, geboren am 11.11.1911 in Santiago de Chile, wird allgemein als der bedeutendste Maler und Bildhauer Chiles angesehen. Er arbeitete zusammen mit Le Corbusier, Walter Gropius und László Moholy-Nagy, zu seinen Freunden zählte Pablo Neruda. In seinen letzten Jahren lebte er in Italien, wo er 2002 starb. Zahlreiche Künstler eifern heute ihrem großen Vorbild nach. Vielfältig präsentiert sich Kunst in Chile, besonders intensiv natürlich in der Metropole Santiago. Alle Bereiche des Lebens sind davon betroffen. Denken wir an den Kunsthandwerker, der seine pittoresken Retablos, schier authentische Hausfassaden in Bildformat und aus Originalmaterialien, im Barrio Bellavista anbietet. Doch auch Dichter und Musiker sind am Wochenende in den Parks und auf den Straßen der Stadt unterwegs und geben Proben ihrer Bemühungen, ihres Könnens. Einige wenige schaffen es, die begehrten Plätze und Termine für Ausstellungen in den zahlreichen Galerien der Metropole zu erlangen. Dann entscheidet die Qualität der Galerie, die Verbindungen des Galeristen im Einklang mit den Leistungen des Künstlers über den Erfolg in der Zukunft. Dem an Kunst Interessierten kann in den noch unbekannten Galerien manch Schnäppchen gelingen. Er muss sich nur die Zeit nehmen, die zahlreichen Vernissagen zu besuchen. Und die gibt es fast täglich.
Einige Galerien gehören zu den etablierten in besten Lagen, andere suchen erst noch den Zugang zum Kunstmarkt und befinden sich zum Teil in sehr versteckten Lagen im Barrio Bellavista um die Pio-Nono- Straße. Nachdem dieser Stadtteil Santiagos in den letzten Jahren immer mehr an Sicherheit und Bohème-Natur verloren hatte, wird er nun neu entdeckt. Die Betreiber der Galería del Cerro gehören zu denen, die diesem Stadtteil stets treu geblieben sind und inzwischen national über einen guten Ruf verfügen. Einen Matta haben aber auch sie bisher nicht entdecken können...
GALERIEN in Santiago de Chile
| Amigos del Arte | Private, nicht-kommerzielle Organisation, die Unternehmen ermutigen will, Kunst und Kultur in Chile zu unterstützen. Ausstellungen in eigenen Räumen (Sala Padre Mariano, salas Mall Plaza), Seminare. Vergibt Preise und Stipendien. | Centro Cultural Estación Mapocho | Das größte Kulturzentrum Chiles, in einem ehemaligen Bahnhof. Zahlreiche Räume, u.a. der Saal Joaquín Edwards Bello, der nur der Fotografie vorbehalten ist. | | Centro Cultural Matucana Cien | Kulturzentrum der Kultur-Korporation Matucana 100. Kino, Theater, Musik, Ausstellungen. | | Centro de Extensión | Multidisziplinärer Raum der Pontifikalen Katholischen Universität von Chile. Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Kino und Theater, Kunst- und Fortbildungskurse. Website mit Veranstaltungskalender. | | Corporación Cultural de las Condes | Kulturzentrum, befindet sich seit 1982 in der historischen Residenz El Rosario. Kulturprogramme, Kurse und Workshops, Ausstellungen, etc. | | Espacios MetroCultura | Seit 1992 koordiniert die Verwaltung der U-Bahn von Santiago de Chile in mehreren Stationen Bereiche für Kunstausstellungen. Künstler können sich über die Website bewerben. Kalender der Ausstellungen und kulturellen Aktivitäten. | | Galería Ana María Matthei | Zeitgenössische chilenische Kunst. Website mit Dokumentation der Ausstellungen. | | Galería ANIMAL | Galerie für zeitgenössische Kunst, geleitet von Tomás Andreu. Experimentelle Kunst, Fotografie und Video. Dokumentation der Ausstellungen seit dem Jahr 2000. Veranstaltet Wettbewerbe für Videokunst. | | Galería Artespacio | Zeitgenössische Kunst. Spezielles Interesse für Skulptur und Kunst im öffentlichen Raum. | Galería Gabriela Mistral | Ausstellungsraum für experimentelle Arbeiten von jungen sowie von bereits anerkannten Künstlern. Koordiniert vom Nationalen Rat für Kunst und Kultur. | | Galería Marlborough | Die renommierte Galerie Marlborough aus New York hat eine Zweigstelle in Santiago de Chile. Spanische Website der Filiale Madrid mit Adressen von Galerien in anderen Städten. | | La Sala Galería de Arte | Zeitgenössische chilenische Kunst. | | Praxis International Art - Santiago | Internationale Vertretung chilenischer und lateinamerikanischer Kunst. Gehört zur Kette des Hauses Praxis, das Galerien in Buenos Aires, Santiago de Chile, Mexiiko-Stadt und New York unterhält. Sala de Arte Fundación Telefónica Ausstellungsräume der Stiftung Telefónica. Eröffnet 1996, um nationale und internationale Kunst einem größeren Publikum zugänglich zu machen. | Sala Egenau | Ausstellungssaal der Abteilung für Visuelle Künste der Fakultät der Künste an der Universidad de Chile. |
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