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Monday, December 14. 2009
Reiner Schirmer - Leben zwischen ... Posted by Heinz Wattler
in Reiner Schirmer at
08:00
Comments (0) Trackbacks (0) Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen - 52In Santiago in der Abgeordnetenkammer und auch besonders im Senat verlor die Regierung Allende immer weiter an Zustimmung und Unterstützung. Viele Mitglieder der Christdemokraten, die zur Bestätigung des Amtsantrittes für Allende gestimmt hatten, entzogen der Regierung bei Gesetzesabstimmungen immer öfter ihre Stimmen. So versuchte die Regierung einfach durch Dekrete das Land zu regieren. Die ersten Verstöße gegen die chilenische Verfassung brachten eine verstärkte Opposition in die politische Landschaft. Auch seitens der USA wurde verstärkt gegen die entschädigungslose Enteignung der nationalisierten Minen der Firma "Braden Company" protestiert. Kurz darauf schlossen sich viele Landwirte dieser Bewegung an, und brachten ihre Erzeugnisse nicht mehr auf den Markt. Der Betrieb mußte also als Gewerkschaftsmitglied der Aufforderung zum Streik folgen. Ich persönlich als Ausländer hatte mich verpflichten müssen (laut des von der chilenischen Regierung genehmigten Arbeitsvertrages) keine Handlungen gegen die Interessen des Landes zu begehen. Andernfalls lief ich Gefahr, des Landes verwiesen zu werden. Defined tags for this entry: Allende, Chile, Enteignung, Fürth, La Poza, Leben zwischen zwei Kulturen, Quelle, Reiner Schirmer, Salvador, Schickedanz
Monday, November 30. 2009
Reiner Schirmer - Leben zwischen ... Posted by Heinz Wattler
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08:00
Comments (0) Trackbacks (0) Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen - 50
Weihnachten kam und gleichzeitig eine große Hitzewelle mit mehr als 33 Grad. Die Kerzen an dem schönen Bäumchen bogen sich vor Hitze und eine richtige Weihnachtsstimmung wollte aus diesen und anderen Gründen nicht aufkommen.
Ein acht Kilometer von uns entfernt lebender Kollege bekam am Vorweihnachtstag den Enteignungsbescheid. Weiterhin trafen immer mehr so genannte "Entwicklungshelfer aus der Karibik" in den Minibetrieben (acht Hektar) ein, um die Kleinbesitzer in ihrem Landhunger zu bestärken. Vergleichbares hatte es auch 1945 im Osten Deutschlands gegeben. Dort waren die Güter in Parzellen von ungefähr acht bis zehn Hektar zersiedelt und an so genannte “Neubauern” vergeben worden. Auch Besuche in den Werkswohnungen des Betriebes konnte ich nicht verhindern. Die Ferienzeit von Gabi und Christina ging dem Ende entgegen. Die täglichen Schulfahrten wurden schon Ende 1971 immer unangenehmer, da allzu oft Reifenpannen durch absichtlich verstreute Nägel auftraten. Scheinbar wollte man die Autobesitzer, also die Kapitalisten (!) verunsichern. Dorlis und ich entschlossen uns im März 1972 die Kinder in das der deutschen Schule angeschlossene Internat aufnehmen zu lassen. Wer wohl in den ersten Tagen mehr gelitten hat, Kinder oder Eltern? Man wird es nicht messen können. An den Wochenenden hatten wir unsere Mädels meistens zu Hause. Kinder in jungen Jahren getrennt von den Eltern aufwachsen zu lassen, widerspricht in jedem Fall dem Sinn des Lebens. Defined tags for this entry: Allende, Chile, Enteignung, Fürth, La Poza, Leben zwischen zwei Kulturen, Quelle, Reiner Schirmer, Salvador, Schickedanz
Monday, November 9. 2009
Reiner Schirmer - Leben zwischen ... Posted by Heinz Wattler
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08:00
Comments (0) Trackbacks (0) Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen - 47Herr Dedi traf pünktlich ein und setzte mich davon in Kenntnis, daß wir heute am Treffen aller deutschen Investoren landwirtschaftlicher Projekte in Chile teilnehmen würden. Das einzige Thema: ”Das neue Agrargesetz in Chile, die bevorstehende Enteignung und künftige Reaktionen der Eigentümer”. Vorher mußte ich als einziger Teilnehmer aus Chile kurz über meine Erfahrungen berichten. Jeder der Teilnehmer legte dann seine Meinung dar, um nach Möglichkeit einen gemeinsamen Weg finden zu können. Die Vorstellungen lauteten über “Rette sich wer kann”, Verzicht auf das Eigentum mit Bedingung einer Entschädigung von 20 % bis 100 % des über die chilenische Zentralbank investierten Kapitals und viele, viele theoretische Vorschläge! Ich bekam ein paar freie Tage mit der Abmachung, uns am Wochenende in Fürth zu treffen. Das Zusammensein in Fürth brachte eine kleine Meinungsverschiedenheit mit Herrn Dr. Schickedanz. Er erteilte mir eine Rüge, die Verteilung der Besitzerrechte und Auflösung des Nutznies von ihm und seiner Frau auf La Poza eigenständig getroffen zu haben. Der kleine Mißklang wurde aber durch die beschwichtigenden Worte von Herrn Dedi schnell überbrückt. Defined tags for this entry: Allende, Chile, Enteignung, Fürth, Kommunismus, La Poza, Leben zwischen zwei Kulturen, Militär, Quelle, Reiner Schirmer, Salvador, Schickedanz
Monday, November 2. 2009
Reiner Schirmer - Leben zwischen ... Posted by Heinz Wattler
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08:00
Comments (0) Trackbacks (0) Reiner Schirmer - Leben zwischen zwei Kulturen - 46Kurzfristig wurde ich von Herrn Dr. Schickedanz im November 1971 für eine Woche nach Deutschland zitiert. Die letzten zwei Tage vor dem Abflug besuchte ich in Santiago noch alte Bekannte, die gute Verbindungen zu politischen Kreisen hatten und erfuhr Daten einer bevorstehenden Gesetzesänderung: "Ab Stichtag X wird ein Verkauf landwirtschaftlicher Betriebe über 400 ha im Familienkreise untersagt. Bei Verkäufen ist die ausdrückliche Genehmigung des Staates erforderlich. Weiterhin verlieren Betriebe, die mehr als zwei Besitzern gehören, bei Enteignung das Anrecht auf Anspruch eines eventuellen Restbetriebes." Ich handelte sofort und verkaufte laut meiner Vollmacht 50% des Besitzes von La Poza von Besitzerin Madeleine geb. Schickedanz an Schwester Louise geb. Schickedanz. Somit gab es bei einer Enteignung noch die Chance, einen Restbetrieb zu erhalten. Das Vorwerk mit 40 ha Basis (in der Region Osorno waren das durch den Umrechnungsfaktor 200 ha Grünland) von Frau Grete Schickedanz war im ersten Moment noch vor einer Enteignung gesetzlich geschützt. Die Grenze für die Enteignung begann ab 80 ha Basis, in Osorno 1: 5 also 400 ha. Auch ein Gespräch mit dem deutschen Botschafter verlief recht positiv. Ich bekam die Zusicherung eines Besuches auf La Poza. Der auf dem Dienstwagen sichtbare Hoheitsadler der Bundesrepublik Deutschland sollte vor einer eventuellen Besetzung des Betriebes ein wenig abschrecken. Nach einem angenehmen Flug traf ich am nächsten Tag in Frankfurt ein, wo ich mich am darauf folgenden Tag mit Herrn Dedi im Flughafenhotel treffen sollte. Die fürsorgliche Frau Niederle hatte schon ein Zimmer dort reservieren lassen und ich konnte mich nach den Strapazen der letzten Woche richtig ausruhen. Defined tags for this entry: Allende, Chile, Enteignung, Junta, La Poza, Leben zwischen zwei Kulturen, Militär, Quelle, Reiner Schirmer, Salvador, Schickedanz
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