Oder doch nicht?
Also wer am Samstagabend quer durchs chilenische Fernsehprogramm flitschte,
der sah auf fast allen Kanälen nur eins:
Jubelnde Chileninnen und Chilenen, lachende und singende Menschen mit Fahnen,
Menschen ohne Fahnen aber bestens gelaunt, stets fand sich eine Kamera, die den Überschwang an Freude aufnahm und in ganz Chile verbreitete. Angeheizt wurde die exorbitant gute Laune durch Interviews mit verschwitzten Fußballidolen, Trainern, die natürlich alle ihre Familien grüßten, Dank an die Großeltern und Urgroßeltern ausrichteten, den Haushund inklusive.
Was war denn überhaupt geschehen?
Hatten die Chilenen mit ihrer Fußballnationalmannschaft die Weltmeisterschaft vorab bereits gewonnen?
Man konnte, nein, man musste es annehmen! Dabei liegt noch ein weiter Weg vor den Kickern aus Chile, hart und steinig, denn die Gegner sind böse und gemein, wollen alle auch den begehrten Weltpokal... Aber soeben hatten die Jungs aus Chile in Kolumbien 4:2 gegen den Hausherren gesiegt und damit die Fahrkarte nach Südafrika zur Fußball-WM 2010 erhalten.
Aber erst einmal ist Feiern angesagt, Feiern bis zum Abwinken. Und das Abwinken kommt an diesem Wochenende etwas später, da der Montag arbeitsfrei ist, ohnehin ein Feiertag, der Día de la Raza, Día de Las Americas. Also, was soll´s: Doppelt gefeiert hält besser – und Aspirin ist schließlich auch nicht so teuer wie in Deutschland ...
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