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Thursday, April 3. 2008
Während Geiselnahmen in etlichen Ländern Südamerikas an der Tagesordnung sind, ist nun auch einmal aus Chile eine solche Nachricht zu vernehmen. Der Lokalsender "Radio Euskirchen" brachte am 29.3. die folgende Meldung, die uns von unserem wachsamen Leser Christian Schmitz (Danke dafür!) weitergeleitet wurde:
Bundeswehrsoldaten in Chile als Geiseln genommen
Neun Ausbilder der Bundeswehr sind im Norden Chiles von Einbrechern zeitweise als Geiseln genommen und erst nach einer Schießerei von der Polizei befreit worden. Die Soldaten, die ihre chilenischen Kollegen an 140 von Deutschland gelieferten Leopard-Panzern ausbildeten, seien in ihrem Wohnhaus in der Stadt Iquique 1800 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Santiago von den fünf Männern überrascht worden, berichteten nationale Medien am Freitag weiter.
Die Einbrecher hätten ihre Opfer gefesselt und dann das Wohnhaus nach Wertgegenständen durchsucht. Nachdem einer der Deutschen fliehen konnte und die Polizei alarmierte, wurde das Gebäude in einer Wohngegend der Stadt mit 225 000 Einwohnern umstellt. Als die Polizei die Geiselnehmer zur Aufgabe aufforderte, hätten die Täter ihre Opfer gezwungen, sich auf den Fußboden zu legen, sie bedroht und schließlich das Feuer auf die Polizei eröffnet, hieß es weiter.
Nach einer längeren Schießerei gelang es den Polizisten, vier der Täter festzunehmen. Ein weiterer Geiselnehmer wurde später gefasst. Die Deutschen wurden nach der Befreiung in ein Krankenhaus gebracht, wo nur leichtere Verletzungen festgestellt worden seien. Chile gilt im südamerikanischen Vergleich als relativ sicheres Land, in dem Überfälle mit Geiselnahmen eher selten sind.
29.3.08 05
Quelle: Radio Euskirchen
Thursday, November 15. 2007
Als vor einigen Monaten die Erde in Peru bebte, konnte man in chilenischen Tageszeitungen die Befürchtungen lesen, dass sich die Beben, wie so oft, nach Süden verlagern würden. Es sei nur eine Frage der Zeit, so schrieben die Fachleute. Leider haben sie Recht behalten. Die ARD berichtet am 14.11.2007 unter www.tagesschau.de:

Schweres Erdbeben erschüttert Norden Chiles
Ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,9 hat das Grenzgebiet zwischen Chile und Peru erschüttert. Die Erdstöße hätten besonders die chilenischen Städte Iquique und Arica im Grenzgebiet zu Peru betroffen, teilte das Innenministerium in Santiago de Chile mit. Mindestens acht Menschen seien in einem von dem Beben ausgelöstem Erdrutsch ums Leben gekommen.
Medienberichten zufolge starben fünf Menschen, als ein großer Felsbrocken durch die Erschütterungen auf den Wagen fiel, in dem sie auf einer Landstraße zwischen den Städten Iquique und Alto Hospicio unterwegs waren. Zwei Menschen starben in der Gemeinde Pozo Almonte. Ein älterer Mann kam schließlich beim Einsturz seines Hauses in der Stadt Sibaya in der Provinz Iquique ums Leben. Innenminister Jorge Correa äußerte die Befürchtung, dass die Zahl der Todesopfer nach ansteigen könnte.
Strom und Telefon ausgefallen
Örtliche Behörden teilten mit, in der Region sei der Strom ausgefallen und das Telefonnetz funktioniere nicht mehr. Insgesamt seien in der Region 17 Häuser eingestürzt. "Polizei, Feuerwehr und andere Zivilschutzkräfte sind in der Region dabei, die Lage zu beurteilen", hieß es in einer Erklärung des nationalen Notfallzentrums Chiles.Zahlreiche Menschen seien aber in Panik aus ihren Häusern geflohen. Die Erde habe mehr als 50 Sekunden gebebt. Das Epizentrum habe in über 111 Kilometern Tiefe und 115 Kilometer nördlich der Stadt Iquique im Anden-Grenzgebiet zu Bolivien gelegen.
Auch in Peru bebte die Erde
Auch im angrenzenden Peru waren die Erdstöße spürbar. Die peruanische Erdbebenwarte teilte mit, die Stöße hätten in mehreren Ortschaften nahe der chilenischen Grenze eine Stärke von 3 bis 5 auf der Richter-Skala erreicht. Behördenangaben zufolge gab es dort keine Opfer und nur geringe Sachschäden.
Monday, July 9. 2007
Vor dem Abendessen ein kurzer Besuch auf der Brücke, der erste Offizier hat Dienst. Ich genieße den Ausblick von den offenen Brückenenden über das rollende Schiff. Unten entrostet und streicht die Mannschaft die Luken. Die Sonne scheint warm vom Horizont. So könnte man stundenlang hier stehen bleiben. Aber der Magen drängt mich an den Trog und kommt gleich doppelt und dreifach auf seine Kosten. Der Chefingenieur, gegen den ich mit meinen 1,90 m mit Doppelzentner klein aussehe, hat heute Namenstag. So fließt chilenischer "Gato Negro", also "Schwarzer Kater", und das nicht nur dreimal. Dazu gibt es eine Extraportion chilenischer Würstchen.
Nach dem Essen ziehen alle um in die Lounge, um rumänische Videos anzuschauen. Obschon ich in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch ganz ordentlich zuhause bin, bereitet mir dieses Ost-Idiom - Rumänien wird sich bald der Europäischen Union anschließen - ziemliche Probleme. Als es acht Uhr schlägt, stecke ich die Nase noch kurz an Deck, aber es ist stockfinster draußen und kein Stern am Himmel zu sehen. Wir sind irgendwo in Höhe von Iquique, dessen historische Seeschlacht sich morgen erneut jähren wird. Aber dann sind wir schon über alle Berge; Verzeihung, über alle Schaumkronen, und kurz vor Peru. Callao, wir kommen. Peter Erdtmann können Sie an
dieser Stelle auf seiner Reise begleiten. Jeden Montag erscheint ein weiteres
Kapitel seines Buches "Weg zurück nach vorn" mit den interessantesten
Eindrücken von seiner 30tägigen Seereise.
Monday, June 4. 2007
17. Mai 2004
Wir laden immer noch Kupfer. Da ich nur Sandalen und keinen Helm auf dem Kopf habe, bleibe ich aus der Gefahrenzone
heraus, wenn die 15 Tonnen Kupferplatten, einzig gehalten durch zwei stählerne Ketten, über meinem Kopf hinwegschweben. In Iquique, einem schönen, sonnigen Hafen im Norden Chiles hat sich vor nicht allzulanger Zeit solch ein Bündel geöffnet und die Kupferplatten, von denen jede allein über 100 kg wiegt, haben zwei Arbeiter auf der Mole erschlagen. So betrachte ich die Ladevorgänge aus respektvoller Entfernung. Unterhalte mich mit dem Wachmann, der die Zu- und Abgänge von Bord kontrolliert. Er ist in Mejillones geboren und war Taucher, erzählt er. Nun arbeite er für die Staufirma, denn er könne noch nicht in den Ruhestand gehen. Er erzählt traurig von seiner Frau, die an Lungenkrebs leidet und mittlerweile durch die Behandlung kahl geworden ist, und stolz von den Kindern und Enkelkindern, die sie mittlerweile haben; von dem Ehepaar aus Deutschland, das er vor Jahren kennenlernte, als er in Antofagasta noch als Taxifahrer arbeitete. Die beiden seien damals mit einem Luxusliner angekommen, berichtet er. Der Mann hätte Italienisch gesprochen, die Frau Spanisch. Sie hätten unbedingt sein Haus kennenlernen wollen, so habe er sie zu sich mitgenommen, in seine einfache Behausung, zu einem simplen Mahl. Seitdem hätte man in Briefkontakt gestanden, von Zeit zu Zeit hätten sie auch Geld geschickt, aber der Mann sei verstorben und der Kontakt leider abgerissen.
Peter Erdtmann können Sie an dieser Stelle auf seiner Reise begleiten. Jeden Montag erscheint ein weiteres Kapitel seines Buches "Weg zurück nach vorn" mit den interessantesten Eindrücken von seiner 30tägigen
Seereise.
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