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Monday, December 13. 2010
Bei Gabi meldete sich Martin an und wurde als Nachkömmling am 19.12.1991 geboren und kurz danach kam die zweite Tochter bei Christi am 12.03.1992 mit Namen Javiera zur Welt. Somit waren wir nun stolze Großeltern von fünf chilenischen Enkelkindern. Juristisch gesehen sind die Enkelkinder noch deutsche Staatsbürger. Die gilt für alle Länder der Welt, aber nicht in Chile. Das kommt durch die verschiedenen individuellen Gesetzgebungen, die sich geschichtlich begründen lassen. In der westlichen, der "Alten Welt" gilt das Recht “JUS SANGENUIS”. Sinngemäß bedeutet dies die Nationalität durch Blutsvorfahren. Wenn Vater oder Mutter deutsche Staatsbürger sind, kann der Rechtsanspruch auf die deutsche Nationalität auf spätere Generationen übertragen werden. In den später entdeckten Ländern der "Neue Welt", gilt meistens das Recht „ JUS SOLES“, sinngemäß die Nationalität, wo die Sonne aufgeht. Dieser Rechtsanspruch gilt für alle Menschen, die innerhalb einer bestimmten Landesgrenze geboren werden. Eines allerdings haben beide Rechtssysteme gemeinsam. Wer einmal auf seine Staatsbürgerschaft und damit auf seine Nationalität freiwillig verzichtet, kann sie kaum wiedererlangen. Das wäre bei Dorlis und mir der Fall. Wenn wir Chilenen werden wollen, müßten wir zuerst schriftlich auf die deutsche Staatsbürgerschaft verzichten. Als Konsequenz können unsere Nachkommen nicht mehr die deutsche Nationalität in Anspruch nehmen. Allerdings brauchen wir als Deutsche, um in unseren Gastland Chile leben zu können, eine Daueraufenthaltsgenehmigung. Diese wird meistens nach vier Jahren erteilt. Eine Berechtigung zur Wahlbeteiligung erhielten wir später. Bei Vergehen gegen die Landesgesetze können alle Vergünstigungen sofort eingezogen werden. Bei schweren Verstößen gegen die Gesetze kann sogar ein Landesverweis ausgesprochen werden.
Auch die Namengebung wird in Chile anders gehandhabt, als wir das von den deutschen Gesetzen gewohnt waren. Hier ist mein Name Reiner Schirmer Butenandt (Vater und Muttername) und der von Dorlis lautet Dorothee Klaehn Benecke (Vater und Muttername). Nach der Heirat wird bei den Frauen noch eine Erweiterung, z.B. de Schirmer angefügt. So wird mein Name noch in den Enkelkindern weiterleben, dagegen der von Dorlis bei den Töchtern enden.
Monday, November 15. 2010
Zurück in Osorno angekommen nahmen wir einige Veränderungen vor. Die Pläne und Vorbereitungen zur Errichtung eines Hauses wurden wieder in die Schublade gelegt und dafür noch eine im Bau befindliche moderne Etagenwohnung von 150 Quadratmeter erstanden. Kurz gesagt, wir wollten uns auf das Alter vorbereiten.
Auch beim nächsten Besuch von Herrn Dedi sollten Änderungen in meinem Berufsleben vorgenommen werden. Schwiegersohn Ignacio zog mich öfter zu Gesprächen mit dem aus Deutschland von der Firma Schörghuber anreisenden Finanzprüfer hinzu. Ich merkte, hier prallten zwei Kulturkreise aufeinander. Der Ausgang war vorauszusehen. Dazu ein Beispiel: Herr Dr. X (der Finanzprüfer) wohnte während seines Kurzaufenthaltes in einem Hotel eines Rotariofreundes und hatte auch das beste Zimmer preisgünstig erhalten. Bei Begleichung der Rechnung wollte er zwei gewaschene Hemden nicht bezahlen. Als Begründung führte er an, dies nicht speziell in Auftrag gegeben zu haben. Das dazugerufene Zimmermädchen verteidigte sich, die schmutzigen Hemden in die Wäscherei gegeben zu haben, um dem Gast einen Gefallen zu tun. Die Diskussion endete mit dem Erscheinen des Hotelbesitzers und Rückerstattung der Gebühr, wegen der Dr. X diesen Streit vom Zaum gebrochen hatte. Es handelte sich um einen Betrag von umgerechnet 0,40 Eurocent. Im Rotary – Club hat der Dienst für die Allgemeinheit einen hohen Stellenwert. In diesem Moment habe ich mich für meinen, zweifelsfrei gut verdienenden, Landsmann sehr geschämt. Auch an anderer Stelle wurde ich durch das Verhalten meiner Landsleute manchmal schockiert.
Zur Verdeutlichung füge ich ergänzend noch zwei Geschehnisse bei: 1. In Chile läßt der Flugreisende seine Koffer durch einen Kofferträger zur Abfertigung bringen, um damit einem Arbeitslosen ein wenig zu helfen. Dies wird als ganz natürlicher Vorgang empfunden. In Deutschland schleppt der Fluggast seine Koffer selber, vielleicht nicht um das Geld zu sparen, sondern einen Mitbürger nicht durch Almosen zu beleidigen. 2. Wenn man in Chile zum Abendessen eingeladen wird, kommt man zehn Minuten später. Diese Zeit wird der Hausfrau sozusagen noch für die unvorhergesehenen Dinge zugebilligt. In Deutschland ist es unhöflich, nicht pünktlich zu kommen. Andere Länder andere Sitten und jeder sollte versuchen, die Gewohnheiten des Gastlandes zu respektieren. Das sind oft Dinge, die man nicht aus dem Reiseführer lernen kann.
Friday, August 21. 2009

Er passt auf jeden Schreibtisch, in jedes Büro, ist selten und zieht die Aufmerksamkeit auf sich: ein Stiftehalter aus dem wunderbaren Combarbalita-Stein. Ob als Pinguin oder Elefant: Den Stift hält der eine so sicher wie der andere! 
Friday, August 14. 2009
Ein Grundstein chilenischer Kultur 
Seit 1993 ist der Combarbalita Chiles Nationalstein. Ein Wahrzeichen für Kunst, Kultur und Handel. Doch woher kommt dieser mal in schneeweiß glänzende, mal durch dunkelgraue Nuancen bestechende Halbedelstein? Seinen Ursprung hat er in der Region Combarbalá, gelegen in der "Provincia de Limarí" (Zentralchile). Dort wurde er schon abgebaut und verarbeitet, bevor die Spanier Fuß auf das südamerikanische Festland setzten. Durch die Jahrhunderte entwickelte sich eine Tradition von Kunsthandwerkern: Sie fertigten aus dem Vulkangestein kleine Figuren, Glücksbringer, Einrichtungsgegenstände oder auch gigantische Skulpturen. Im Zuge der Christianisierung der südamerikanischen Bevölkerung wurden sogar ganze Altäre aus Combarbalita gefertigt!
Combarbalita besteht aus verschiedenen Grundgesteinen. Hauptbestandteile sind Hämatit und Kaolinit. Hämatit leuchtet in Rosé-Tönen, während Kaolinti durch strahlendes Weiß besticht. Durch die unterschiedlichsten Zusammensetzungen ergibt sich bei jeder Figur ein neues Spiel der Farben und Maserungen.
Text und Foto: Anna C. Wattler
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