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Wednesday, April 8. 2009
Die Aussichten für Lateinamerika werden trüber. Der seit 2003 andauernde Wachstumszyklus ist zu einem Ende gekommen. Chile und Peru können für Konjunkturpakete auf Erspartes zurückgreifen, Brasilien und Mexiko haben nur geringen Spielraum. Lateinamerika bekommt nun den weltweiten Abschwung zu spüren. Rückläufige Exporte, fallende Rohwarenpreise, sinkende Zahlungen von im Ausland lebenden Lateinamerikanern, geringere Einnahmen des Tourismussektors und fallende ausländische Direktinvestitionen dämpfen die Konjunktur in der Region. Die Länder sind dabei in ganz unterschiedlicher Weise betroffen. In der Karibik etwa ist es vor allem der Rückgang des Tourismus, der die Wirtschaft bremst. Venezuela, Argentinien, Chile und Peru leiden besonders unter dem Rückgang der Rohwarenpreise.
Wednesday, October 24. 2007
Quelle: Online Dienst der Backnanger Kreiszeitung Zum landesweiten Literatur- und Lesefest um den Frederick-Tag stellte die in Pforzheim geborene und in Waiblingen wohnende Autorin Astrid Fritz ihr neues Buch "Der Ruf des Kondors" vor. Sümeyya Akdag von der Kaufmännischen Schule Backnang, BK 1d, schrieb darüber.
Astrid Fritz´ neuer Roman "Der Ruf des Kondors" thematisiert die Situation von Auswanderern nach Südamerika, hier speziell nach Chile um 1850, aus dem Blickwinkel eines jungen Mannes.
Während ihres dreijährigen Aufenthaltes in Chile stieß die Schriftstellerin auf viele Spuren deutscher Auswanderer. Das intensiv recherchierte Schicksal dieser Menschen und die Schönheit des Landes veranlassten die Autorin, eine abenteuerliche, aber auch recht authentische Geschichte zu diesem Thema niederzuschreiben. Der 15-jährige Josef Scholz, heillos zerstritten mit seinem Vater und ohne wirkliche Perspektive in seinem Land, geht in einer Nachtund-Nebel-Aktion weg von daheim und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise nach Chile, um seinen Bruder, der schon drei Jahre zuvor getürmt ist, zu suchen. Auf dem Schiff macht er erste Erfahrungen mit Hunger, Not und Krankheit, und in der neuen Heimat erwarten die Siedler raue Umstände und Schwerstarbeit bei der Schaffung einer eigenen Existenz.
Auf einem Ausflug in den wunderschönen, aber auch gefahrvollen Urwald lernt Josef den Indianer-Jungen Kayuantu kennen. Schon bald verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft. Während Josef zunehmend Fuß fasst in der Fremde und beruflich die ersten Erfolge hat, verliebt er sich in die schöne Ayen, die ebenfalls zum Volk der Mapuche gehört. Dabei tauchen jedoch neue Probleme und Vorurteile auf und seine Liebe wird auf die Probe gestellt.
Monday, September 3. 2007
28. Mai 2004
Wir erreichen Cartagena de Indias in Kolumbien am frühen Morgen. Cartagena, sagenumwobener Hafen, Stadt der Piraten, die dort ihre goldene Beute aus Mexiko und der Karibik versteckten und verprassten.
Nach dem Frühstück gehe ich auf die Brücke. Der Kapitän, der Erste Offizier, der kolumbianische Lotse und der Rudergänger sind dort. Wir befinden uns in der Einfahrt der Bucht von Cartagena. Unser Kapitän zeigt mir die ehemalige Leprakolonie auf einer der Inseln und den Wohnsitz des kolumbianischen Präsidenten auf einer anderen. Cartagena ist modern, mit einem alten, historischen Stadtkern. Auf den Brückenflügeln ist es diesmal nur kurz zum Fotografieren auszuhalten, tropische, feuchte Wärme umgibt einen, und man schwitzt im Handumdrehen. In der Ferne mache ich ein großes Segelschiff aus, dass am Pier der Marine liegt, eine Bregantine: Es wird es sich um das kolumbianische Segelschulschiff handeln. Ein U-Boot verlässt den Stützpunkt und beginnt, den Hafen zu durchqueren. Da nur Turm und Heckruder aus dem Wasser ragen, sieht es wie ein vorzeitliches Reptil aus. Wir docken neben der “Lykes Commander” und der “Malambo” an.
Unser Agent kommt an Bord, herzliche Begrüßung. 1 Container soll entladen, 175 Container sollen geladen werden, davon sind 101 leere Container, die zurück zum Eigentümer gehen. Ungefähre Dauer der Operation: 4 Stunden. Also nur Zeit für einen kurzen Landgang. Zuerst aber müssen die Beamten ihre Werk tun. Die Behörden kommen an Bord: Einwanderung, Hafenbehörde, Hygiene und Duty Free – insgesamt sind 5 nette, braungebrannte Kolumbianer um den Tisch in der Lounge versammelt. Man flachst miteinander, die Stimmung ist locker, man kennt sich. Der Kapitän erzählt ein paar Witze, sein Spanisch ist recht anständig, die Witze sind es jedoch nicht immer. Dokumente wechseln die Tischseite, Stempel werden gesetzt, Unterschriften getätigt. Die eine oder andere Stange Zigaretten wechselt den Eigentümer; wer gut schmiert, der gut fährt. Die Pässe für die Landgänger werden ausgestellt. Da die Zeit kurz ist, beschließe ich, nur dem Duty Free Shop des Hafens einen Besuch abzustatten. Mit dem Pass des Landgängers in der Hand betrete ich den Hafenboden und gehe zum zollfreien Einkauf. Ich entschließe mich zu 4 Flaschen chilenischen Rotweines (sechs Dollar pro Flasche) sowie zu einer Flasche Chivas Regal (20 Dollar eine Flasche). Nebenan kann man telefonieren, also versuche ich mein Glück, jedoch nimmt daheim keiner ab. So hinterlasse ich denn eine Nachricht im elektronischen Sprachbriefkasten des Anschlusses meiner Eltern. Versuche es noch kurz bei meinem Bruder, aber der ist bestimmt gerade mit seinem Hund auf dem feierabendlichen Spaziergang. Naja, versucht habe ich es, hexen kann ich auch wieder nicht!!!
Zurück zum Schiff komme ich rechtzeitig zum Mittagessen; gebratene Blumenkohlplätzchen und Kotelett gibt es heute. Ich genieße es mit Appetit. Es wird geladen, geladen und geladen. Immer neue Container kommen heran.
Das kolumbianische Militär ist ebenfalls im Hafen und inspiziert verschiedene Container auf Drogen. Soldaten prüfen die Siegel und öffnen einige der Metallboxen. Ich stehe auf Deck, mal hinten, mal vorn, und beobachte das rege Treiben. Es herrscht eine feuchte Hitze, man schwitzt aus allen Poren. Der Kapitän amüsiert sich darüber, dass ich mir stets so interessiert die Ladevorgänge ansehe. Für ihn ist dies sein tägliches Brot, für mich ist es neu und interessant. Ähnliches trifft auch auf die “CCNI Atacama” zu; für mich beinhaltet sie jede Menge Neues, für die Männer ist sie ein bekanntes Zuhause und zugleich ihr täglicher Arbeitsplatz. Es ist ein seltsames Leben, sechs Monate auf See, zwei oder drei Monate daheim, auf hoher See allein, daheim auf einmal mit Frau und Kind zu Hause. Aber gemessen am heimischen Verdienst, in Rumänien oder in Chile, verdient ein Seemann um Einiges mehr an Bord als an Land, sodass sich die Trennung von der Familie finanziell lohnt. Obschon die Ausgaben an Bord gering sind, schlagen die Landgänge dagegen meist kräftiger zu Buche. Ein gutes Essen, ein nicht schwankendes Bett, vielleicht ein paar zarte Hände für die Nacht… das alles ist nicht billig, zumindest nicht für den einfachen Seemann. Und allzu lang möchte auch keiner der Männer allein sein; aber ein Gegenpart ist schnell gefunden, irgendjemand kennt immer irgendeine Adresse in dem Hafen, der gerade angelaufen wird. Ob in Kolumbien, Ecuador, Peru oder Chile – auch in Lateinamerika hat das älteste Gewerbe der Welt nach wie vor Konjunktur. Die Seeleute sind gut zahlende Kunden und sie wissen guten Service zu würdigen… Unsere Ladearbeiten nehmen sehr viel mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant, mittlerweile ist sechs Uhr vorbei. Auf dem Vordeck stapeln sich die Container bereits drei Schichten hoch. Aber wir nähern uns dem Ende; der erste Offizier geht den Tiefgang prüfen, indem er die Marken an Bug und Heck abliest. Nun muss das Schiff noch ausgetrimmt, also der flüssige Ballast im Rumpf durch Pumpen so verteilt werden, dass unser Schiff in der Waage liegt, vorne wie hinten und rechts wie links. Nachdem das geschehen ist, machen wir die Leinen los und verlassen langsam den Hafen von Cartagena. Hinter der Stadt geht die Sonne unter und malt ein buntes Farbenspektakel an den Himmel. Die Lichter der Stadt spiegeln sich im Wasser. Vom Atlantik her weht eine frische Brise. In der Ferne gleißt Wetterleuchten am Himmel. Und während wir die Bucht von Cartagena hinter uns lassen, um Kurs auf das offene Meer zu nehmen, versinken die Lichter Südamerikas im Abendrot. Lateinamerika – ich komme wieder, denke ich. Wenn auch nicht zum Bleiben, so auf jeden Fall auf recht baldigen Besuch. Peter Erdtmann können Sie an
dieser Stelle auf seiner Reise begleiten. Jeden Montag erscheint ein weiteres
Kapitel seines Buches "Weg zurück nach vorn" mit den interessantesten
Eindrücken von seiner 30tägigen Seereise. Defined tags for this entry: CCNI Atacama, Karibik, Kolumbien, Lateinamerika, Mexico, Mexiko, Peter Erdtmann, Reise des Peter Erdtmann, Südamerika, Schifffahrt, Schiffsreise
Thursday, August 23. 2007
Am 12. August fand in der Galerie picaflor (in den Räumen von Wattlers Wein Welt in Zülpich) die Offene Vernissage mit Werken des in Cottbus lebenden Künstlers Rudolf Sittner statt. Studienreisen nach Chile und zur Osterinsel 1997 sowie nach Mexiko 2003 bildeten eine künstlerische Zäsur im Werk Sittners und prägen seine bildnerische Tätigkeit bis heute.
Zahlreiche an Kunst Interessierte besuchten am Sonntag die Ausstellung, bei der auch der Künstler anwesend war.
Er erläuterte seine Arbeiten. Die farbenfrohen Bilder greifen die Farbenfülle und Lebensfreude Südamerikas auf, haben aber auch aber auch die Gefährdungen und Widersprüche dieser Welt zum Thema, die Spannung zwischen Reichtum und Elend, Lebendigkeit und Irrsinn. Die subjektive Sicht Sittners führt die Besucher zu ihren eigenen „Näherungen“, baut Brücken zu diesen fernen und zugleich doch nahen Welten.
Sittner arbeitet gerne auf farbigem Karton in Ölkreidetechnik, variiert Mischtechniken auf Naturpapier. Ergänzt wird die Ausstellung durch farbige Linolschnitte, die sich – im Gegensatz zu den Unikaten – durch eine strenge und knapp lineare Bildsprache auszeichnen.  
Die Ausstellung bleibt geöffnet bis zum 5. Oktober 2007 in der Woche von 10 bis 18 Uhr, Samstags von 10 bis 14 Uhr. Hier finden Sie die Einladung zur Ausstellung.
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