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Monday, January 17. 2011
Wie vorher mit Gabi und Schwiegersohn luden wir im nächsten Jahr auch Matias und Christina zu einer Deutschlandfahrt ein. Die Kinder behütete die Oma in Santiago.
So lernten die beiden jungen Leute die Heimat von Dorlis und mir kennen. Auch einen Besuch in Altenburschla, in meinem geliebten Werratal und mit der immer noch gut erhaltenen Jagdhütte, richteten wir ein. Hier war die Heimat der Familie Schirmer. Zwei kleine Buchenwälder von meinem Vater gingen auf mich über und wurden kurze Zeit danach als Eigentum an meine Töchter weitergegeben. So soll die Herkunft an die in Chile eingewanderten "Alemanes" für spätere chilenische Generationen festgehalten werden.
Der Bürgermeister des Ortes erfuhr von unserem Aufenthalt in der Gemeindeschenke und die "Chilenos" erhielten am Wochenende ein musikalisches Ständchen von der einheimischen Blaskapelle der Feuerwehr, verbunden mit einer Willkommensansprache des jetzigen Bürgermeisters und ehemaligen Jugendfreundes. Schwiegersohn Matias hat sehr viel Anregungen und Beobachtungen von diesem Besuch mit nach Chile genommen. Im Jahre 1997, während eines Aufenthaltes von Herrn Dedi in Chile, besuchten unsere Freunde, die “Grabenhörster" uns noch einmal in Osorno. Zusammen wurde vieles unternommen und auch die Verbindung mit Herrn Dedi blieb sehr intensiv.
Monday, January 10. 2011
Am 10.08.1995 wurde Enkeltochter Maria-Jose geboren. Mit den Besuchen in Viña del Mar verbanden wir oft Besuche in Santiago, um das Heranwachsen unserer Enkelkinder zu beobachten. Alle unterschieden sich im Aussehen sehr voneinander. Dies ist ein sichtbares Zeichen für das chilenische, französische, spanische und deutsche Blut, daß in den Adern unserer Familie fließt.
Auch in Deutschland hatte sich durch die Wiedervereinigung viel geändert. Wir hatten nun die Möglichkeit, den unter den Kommunisten enteigneten, landwirtschaftlichen Familienbesitz kennen zu lernen. Leider war ein Besuch des Wohnhauses, welches inzwischen als Schule genutzt wurde, nicht möglich. Eine, auch nur annähernd gerechte, Lösung in der Frage der Rückgabe der enteigneten Betriebe war und ist nicht in Sicht. In dieser Hinsicht hätte dieser so genannte Rechtsstaat Deutschland sich ein Beispiel am, doch so oft kritisierten "Antidemokraten", Pinochets in Chile nehmen können. Sicherlich wurden unter der Militärregierung Fehler begannen. Das soll auch keinesfalls beschönigt werden. Aber von Fehlern ist nun mal kein politisches System in der Welt gefeit. Es kommt eben auch sehr darauf an, durch welche Brille man bestimmte Vorgänge sehen will. In Chile wurde das gleiche Problem der unter Allende stattgefundenen Agrarreform 1974 jedenfalls elegant und zur Zufriedenheit aller Bürger gelöst. Über meine persönlichen Erlebnisse habe ich ja auf den vorhergehenden Seiten ausführlich berichtet.
Monday, January 3. 2011
Am 23.06.1994 erhielten wir die Nachricht vom Ableben von "Frau Grete", wie Frau Schickedanz meistens genannt wurde. Dorlis und ich fuhren selbstverständlich zur Trauerfeier nach Fürth, um uns von dem Menschen zu verabschieden, der mit Energie und Güte uns Mitarbeiter lange Zeit gelenkt hatte. Sie war für uns eine einmalige Chefin. Mit Herrn Dedi hatten wir ein längeres Gespräch über La Poza. Die privaten Sorgen über den Gesundheitszustand seiner Frau standen ihm ins Gesicht geschrieben. Wir trennten uns mit dem Gefühl, daß aus der reinen Arbeitgeber–Arbeitnehmer Beziehung ein vertrauteres Verhältnis entstanden war. Am 15.09.1994 verstarb nach schwerem Leiden Frau Dedi. Der engere Kreis, der am Aufbau von La Poza teilgenommen hatte wurde immer kleiner.
Im kommenden Jahr kam Herr Dedi nun ganz allein nach Chile und fühlte sich sehr verlassen in dem großen Haus. Wir sahen uns fast täglich und schmiedeten sogar wieder neue Pläne für La Poza. Er hatte seine Tätigkeiten in der Quelle stark reduziert und wünschte sich nun, längere Zeit im Jahr in Chile verbringen zu können. Ich glaube, auch ihn hat dieses Land in den Bann gezogen. Auch Frau Niederle war inzwischen pensioniert worden. Unsere Verbindung blieb trotzdem erhalten. Während meiner aktiven Zeit in der Firma war sie immer eine große Hilfe und auch heute noch vertritt sie unsere privaten Interessen in Deutschland. Mein damaliger Nachfolger auf den Gütern wurde um den Rücktritt gebeten. Nicht das die Arbeit der Anlaß war, sondern das andere Denken und Handeln ließ keine Harmonie unter den Akteuren aufkommen. Ich meinerseits hatte in Osorno einen in Chile gebürtigen, aber in Deutschland erzogenen jungen Mann kennen gelernt. Mit seiner Banklehre und einem abgeschlossenem Landwirtschaftsstudium brachte er gute Voraussetzungen für den nun frei gewordenen Posten mit. Später vermittelte ich ein Vorstellungsgespräch in Deutschland bei Herrn Dedi. Auch heute noch bearbeitet Harald Glimmann, verheiratet mit Frau Barbara, das Gut La Poza mit einer Milchproduktion von fast 5.000.000 Litern im Jahr.
Monday, December 27. 2010
Anfang des Jahres 1993 bekamen wir Besuch von unserer lieben Frau Niederle mit ihrem Mann und deren Freunden aus Deutschland und Brasilien. Das Indianergebiet in Chile, das Seengebiet Argentiniens, sowie andere interessante Orte wurden bereist. Der Abschluß der Rundreise wurde auf "Pichihuinco" mit einem zünftigen Spießbraten, den Schwiegersohn Ignacio immer einmalig zubereitete, gefeiert. Alle Anwesenden waren von der einmaligen Natur um uns herum begeistert.
Am 19.06.1993 wurde Enkelin Agustina geboren. Nun hatten Christi und Matias drei kleine Töchter. Die anfallenden Arbeiten zwangen Christi zur Aufgabe der beruflichen Tätigkeit. Am Ende des Jahres kam ein wohlhabender Industrieller aus Santiago an Pichihuinco vorbei und machte uns ein Kaufangebot, das wir nicht ausschlagen konnten. Dorlis und ich zogen das Verkaufsverbot für den Betrieb zurück. Die erlöste Summe legten unsere Kinder in verschiedenen Eigentumswohnungen an. Ein wenig schmerzt es einen Landwirt immer, Land zu verkaufen. Doch die Vorteile überwogen für uns. Die Bewirtschaftung des 70 Kilometer von Osorno entfernten Betriebes war für alle zur Last geworden. Das damals im Betrieb angelegte Geld hatte sich gut verzinst und half nun den jungen Familien. Als Abschluß dieser Transaktion gönnten wir uns noch eine Schiffsreise zu den nördlichsten Gletschern der Südhalbkugel. Zum ersten Mal konnten wir mit Töchtern und Schwiegersöhnen einen gemeinsamen Urlaub verbringen.
1994 kamen unsere Freunde Günter und Lisa Grabenhorst nach Chile. Vieles wurde mit unseren besten Freunden nachgeholt, was früher die intensive Arbeit nicht zuließ. Einige Monate später trafen wir uns dann im bayrischen Wald in Deutschland wieder. Kurz vorher führte uns der Weg noch nach Fürth. Diese Gewohnheit wurde beibehalten, obwohl ja seit einigen Jahren kein Arbeitsverhältnis mehr bestand. Bei unseren Treffen unterrichtete ich meine früheren Arbeitgeber immer über die wirtschaftliche und auch politische Lage in Chile, die durch den Rücktritt von Pinochet wieder zur Demokratie zurückgefunden hatte. Von Fürth aus reisten wir in einem Dienstwagen der Firma weiter, welcher uns weiterhin zur Verfügung gestellt wurde.
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