Grandioser Auftritt
Am gestrigen Abend trat das chilenische Orchester "Barroco Andino" in Langendorf bei Zülpich auf. Die glänzende Veranstaltung war bis auf den letzten Platz besetzt und im wunderbar historischen Ambiente der Burg Langendorf erlebten die geladenen Gäste einen unvergesslichen Abend.
Der erste Teil der Veranstaltung war von der Klassik dominiert (Mozart, Bach und Händel). Die phantasievollen Interpretationen erhielten ihren besonderen Reiz durch die ungewöhnliche Instrumentierung des Orchesters: Zampoña, Quena, Panflöten bis zur Höhe von 160 cm für die tiefen Bassklänge, ein Charango - Klassik klang noch nie so andin, der Erde verbunden. Wenn man die Augen schloss, fühlte man sich ins koloniale Chile versetzt, wo auf einem spanischen Herrschaftssitz ein Hauch Europa in die Festhalle wehte.
Nach der Pause wurde klar, dass nicht nur perfekte Musiker auf der Bühne standen, sondern ebenso gute Sänger. Die südamerikanische Seele und insbesondere die chilenische wurde aufs emotionalste bedient, als Gedichte von Pablo Neruda und Violetta Parra interpretiert wurden. Aufs Beste vertont wurden Nerudas Verse von Jaime Soto León, dem musikalischen Direktor des Orchesters. Die des Spanischen mächtigen gestatteten sich die ein oder andere Träne, nachvollziehbar.
Da die Veranstaltung letztlich aus Anlass der 199. Wiederkehr des chilenischen Nationalfeiertages stattfand, waren neben zahlreichen ehemaligen Botschaftern und Gesandten auch zahlreiche Angehörige des diplomatischen Dienstes angereist. Auch der Botschafter Chiles in Deutschland, Professor Alvaro Rojas Marín, war aus Berlin gekommen und hielt auf Deutsch eine Ansprache an die Gäste. Die hörten zum Ausklang des Abends eine kraftvolle Interpretation der chilenischen Nationalhymne und spätestens da kam beim Schreiber dieser Zeilen der Wunsch auf, dass doch auch bitte in Deutschland bald ein solch ungezwungener Umgang mit Hymne und Nation möglich sein sollte...
Die Musiker wurden erst nach mehreren Zugaben von der Bühne gelassen und traten die kurze Reise ins Parkhotel nach Euskirchen an. Die Gäste aber blieben bei Empanadas und exzellentem chilenischen Wein noch lange beisammen.
Zusatzinformation:
Botschafter der Republik Chile: Alvaro Rojas
Alvaro Rojas Marín ist Veterinärmediziner und war von 1981 bis 2006 Rektor der Universidad de Talca. Auf diesen Posten verzichtete er, als er zum Landwirtschaftsminister ernannt wurde. Dieses Amt übte er bis Januar 2008 aus.
Herr Botschafter Rojas war Professor für Ländliche Entwicklung, Makroökonomie und Agrarwirtschaft an der Universidad de Talca. Zudem erlangte er seinen Doktortitel der Agrarwissenschaften an der Universität München.
Er war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung sowie Berater für CEPAL und FAO.
Von 1994 bis 1997 war Herr Botschafter Rojas Vorsitzender des Rates für Agrarinnovation des Landwirtschaftsministeriums. Anschließend war er von 1997 bis 2000 im Außenministerium der Koordinator des Programms für wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Chile und Deutschland.
Des weiteren hatte Álvaro Rojas von 2002 bis 2004 den Vorsitz des regionalen Hochschulrektorenrates inne.
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