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Monday, July 13. 2009
1904 Pablo Neruda, eigentlich Neftalí Ricardo Reyes Basoalto, geboren in Parral (Linares) am 12.7.1904, starb am 23. September 1973 in Santiago de Chile. Der chilenische Schriftsteller erhielt 1971 den Nobelpreis für Literatur. Interessantes Detail: Die Chilenen entsandten ihn als Botschafter nach Frankreich... Zurückgekehrt nach Chile verbrachte er wundervolle Tage am Pazifik in seinem verwunschenen Haus in Isla Negra, das heute Ziel von Touristen aus aller Welt ist.
Wednesday, March 18. 2009
Schade, die Sendezeit hätte ruhig günstiger liegen dürfen. Da bringt der NDR eine wunderbare Sendung über diese Perle am Pazifik, allerdings zu einer Uhrzeit, an der gewöhnliche Sterbliche zumindest sonntags den Fernseher noch nicht angeschaltet haben (6.45 Uhr!). Da aber die regionalen Fernsehprogramme großer Wiederverwerter und Weiterverwerter sind bleibt zu hoffen, dass diese Sendung irgendwann einmal zu menschlicherer Zeit von einem anderen Sender ausgestrahlt wird… Hier auf alle Fälle schon einmal der „Klappentext“ des NDR. Wer ihn liest bekommt Lust auf eine Reise… „Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen...“ diesen Vers widmete der Dichter Pablo Neruda seiner Heimatstadt. Ja, es sind die Farben, die zuerst ins Auge fallen, wenn man vom Pazifik in den Hafen des Welterbes einläuft, die Altstadt von Valparaiso. Die Farben der Häuser, hemmungslos leuchtend. Meist kleine Häuser. Sie scheinen die 27 Hügel, welche die weite Bucht begrenzen, hinaufzuwachsen. Häuser, die sich oft nur mit dem kleinen Finger am äußersten Rand festkrallen, sich manchmal auch über den Abgrund hinauslehnen. Und natürlich sind nicht alle leuchtend, doch zum Regenbogen gehören hier auch die abblätternden und rostigen Farbtöne. Die Liebe der Einwohner zu ihrer Stadt, die sie in Liedern leidenschaftlich besingen, lässt diese schön erscheinen. Valparaiso ist es unter strengem kunstgeschichtlichen Blick nur beschränkt. So gibt es kaum ein architektonisch herausragendes, altes Gebäude. Vor einhundert Jahren verwüstete ein schreckliches Erdbeben das 'Paradies Tal', zerstörte die Stadt. Paradies Tal, so hatten die Spanier die von Indianern bewohnte Bucht an der Pazifikküste genannt, die sie 1536 entdeckten und in Besitz nahmen. Sie bauten eine Kirche auf dem schmalen Uferstreifen, das Kreuz wurde zum Siegeszeichen. Um die Iglesia La Matriz wuchs die Altstadt, die heute Welterbe ist – Welterbe mit Erblasten. Atemberaubend steil sind hier die Sträßchen, die sich hinter der alten Kirche auftürmen. Endlos scheinen die Treppen zu steigen und zu fallen. Man braucht als Bewohner der Cerros, der Hügel, einen langen Atem, und auch, wenn man als Besucher die Aussicht genießen will. Neruda hat den Aufstieg zu poetischer Prosa komprimiert: „Wie viele Treppen, wie viele Stufen, wie viele Füße auf den Stufen, wie viele Jahrhunderte von Schritten, treppauf, treppab...“ 'Treppenstufen' sind dichterisch natürlich ergiebig, doch die Einheimischen bevorzugen, wenn es geht, den Fortschritt: Aufzüge, Ascensores. Sie sind seit Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Von den ehemals 30 Ascensores sind heute noch 15 in Betrieb und erleichtern den Weg von der Talsohle, in der sich der Verkehr staut, bis zur ersten Hügelterrasse. Mit leichtem Unbehagen und Herzklopfen besteigt man das erste Mal die kleinen, verglasten Holzkabinen, die von Winden mit Stahlseilen schwindelerregend steil zwischen den Häusern, oft auch über Strassen hinweg, in die Höhe gezogen werden. Doch wenn sich dann das Panorama Valparaisos vor dem Blick auftut, hat das Herzklopfen nichts mehr mit Unbehagen zu tun. Und das Auge berauscht sich am verwirrenden Gesamtbild dieser lebhaften Hafenstadt, die sich zum Weltmeer öffnet, und vor allem dem Leben weit offen steht.
Tuesday, July 8. 2008
Zwar selten, aber es passiert doch. Immer wieder findet man auf dem Dachboden einen Picasso, einen Renoir, alte Schriften. Und nun dies:
Eine Sammlung bisher unbekannter Gedichte des chilenischen Literatur-Nobelpreisträgers Pablo Neruda sind vor kurzem von einem Sammler in Chile entdeckt worden. Dies berichtet die chilenische Zeitung "El Mercurio". Die Sammlung aus dem Jahr 1969 nennt sich "Album der Isla Negra" und ist Alicia Urrutia, einer Nichte der Frau des Dichters, gewidmet.
Eigentümliches "P"
Gegen eine Fälschung spricht u.a. die verwendete grüne Tinte und die eigentümliche Form des Buchstaben "P", die laut dem Sammler Nurieldin Hermosilla "sehr schwer" nachzuahmen ist. Die Sammlung sei ein "direkter und definitiver Beweis für seine Liebe zu Alicia", sagte Hermosilla, der für die Sammlung eine "sehr große Summe" bezahlt habe.
Tuesday, May 1. 2007
Einwanderung Deutscher in Chile
Deutsche sind in Chile eine willkommene und geachtete Bevölkerungsgruppe. Möglicherweise werden wir an dieser Stelle bald Gelegenheit haben, einmal auf ein besonderes Einwandererschicksal einzugehen, ausführlich darüber zu berichten. Zu Beginn standen die deutsche Kolonisation am Llanquihue-See und in der Frontera. Ermutigt durch diese ersten Erfolge wurden 1846 durch Philippi 30 Siedler aus Hessen für Bella Vista geworben. 1848 folgten weitere 1.000 Deutsche, großenteils durch die Ereignisse der Revolution bewogen, in Übersee ein neues Leben zu beginnen; neben Handwerkern waren auch viele Akademiker darunter. 1852 wurden durch Deutsche Player Maiten, Volcan und Puerto Octay, sowie 1853 Puerto Montt gegründet. Llanquihue, Frutillar und Puerto Varas wurden noch im selben Jahr mit Deutschen besiedelt. Zwischen 1872-75 gründeten Nordböhmer Quilanto, Los Bajos, El Carril, Linea Plantanosa und Neu-Braunau. Zur Ansiedlung von Deutschen in Valdivia trugen Fritz Kindermann und Karl Anwandter viel bei. In der Frontera (Gebiet zwischen den Flüssen Biobio und Tolten) wurden vorwiegend Brandenburger, Pommern und Schweizer angesiedelt. Viele Deutsche wanderten auch in die Städte Valparaiso, Santiago, Temuco, Conception, Ancud und Magellanes. Pablo Neruda, Nobelpreisträger und unbestritten größter Dichter Chiles, schrieb während seines Grenzerlebens in Chile um 1900:
Niemand hatte Geld, aber dennoch schossen Verlage, Hotels und Schlachthäuser wie Pilze aus dem Boden. In kurzer Zeit zerfiel alles und alle waren wieder so arm wie vorher. Nur die Deutschen hielten hartnäckig an ihrer Habe fest, was sie im Hinterland alleine bestehen ließ. (Memoiren, Seite 13).
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