
Was freut die Chilenen mehr als ein gut gemixter Pisco Sour, eine köstliche Ceviche, ein nettes Mädchen am Strand? Wenn Colo Colo wieder einmal gewinnt (oder die UC?), wenn Steuern gesenkt würden oder ein Chilene auf dem Mond landete?
Die Lösung lautet anders: Sportliche Erfolge eines zwar umstrittenen aber doch exzellenten Tennisspielers wie Marcelo („Chino“) Ríos führen zu Schlagzeilen, die an Bildzeitungsformat erinnern, lassen euphorische Stimmungen erblühen, reißen ein ganzes Land mit. „Chino“, wie sie ihn nennen, hatte in der Vergangenheit einmal der ersten Platz der Tennisweltrangliste inne, fiel aber immer wieder durch eigenartiges Benehmen in der Öffentlichkeit und auf dem Platz unangenehm auf, so dass auch die treuesten Fans zuweilen ins Grübeln kamen. Und nun schlägt er in einem Turnier einen Saurier der Tennisgeschichte, André Agassi. Der hatte offensichtlich entweder Berater, die sich mit der chilenischen Mentalität besonders gut auskannten, oder er ist einfach ein netter Mensch. In der an das Match anschließenden Pressekonferenz äußerte sich Agassi äußerst positiv über Land und Leute.
Und das freut die nationalbewussten Chilenen natürlich fast noch mehr, als wenn einer der ihrigen Papst geworden wäre...
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