Heute blicken wir wieder über den südamerikanischen Zaun, diesmal nach Venezuela. Die Abreise aus Venezuela wird für Touristen immer beschwerlicher. Damit sind nicht die üblichen Kontrollen gemeint, die den Fluggast schon mal nerven können, nein, der Ton macht die Musik und die Art und Weise des Verfahrens. Hier nun einige wenige Beispiele:
Porlamar, Isla Margarita: Jeder Fluggast muss seinen Koffer öffnen, vor versammelter Mannschaft wird jedes Detail ans Licht gezerrt. Pikant, wenn dann plötzlich bei der Reisenachbarin die allerduftigste Wäsche auf dem Tisch neben dem Koffer ausgebreitet wird, Dildos zum Vorschein kommen. Kein Märchen! Und dann brüllt der Zollbeamte noch: "Was ist das denn?" Alle, aber auch ALLE schauen auf und hin, während die Dame allmählich im Boden versinken möchte. Unmöglich! Gastarbeiter aus China werden aus dem Flugzeug geholt, einzeln in eine Kabine geführt, in der zwei Zollbeamte auf sie warten. Sie müssen all ihre Koffer öffnen, das legal Erarbeitete und Ersparte, das sie in die Heimat transportieren wollten, wechselt den Besitzer: Die Zöllner bereichern sich daran. Eine Venezolanerin schüttet den gesamten Inhalt ihrer Handtasche auf den Durchsuchungstisch. Das reicht den Zöllnern nicht. Mit einer Kneifzange durchtrennen sie den Griff der Handtasche und - finden nichts. "Einpacken, gehen Sie weiter!" raunzen die Rohlinge. Von Entschädigung ist nicht die Rede. Caracas, International Airport: Eine Stunde steht ein Fluggast in der prallen Sonne und wartet darauf, den Zollbeamten den Inhalt seines Koffers zeigen zu können. Der Mann ist über 60 und die körperliche Belastung ist nicht zu übersehen. Grundsätzlich ist gegen Untersuchungen und Kontrollen nichts einzuwenden - wenn sie denn angemessen und korrekt durchgeführt werden. Tatsache ist aber, dass sich der Tourist unverzüglich so fühlt, als ob er sich in einem rechtsfreien Raum befände. Freundlichkeit und korrekte Behandlung sind Fremdwörter, man wird angeherrscht und die Zöllner führen sich auf, als wären sie kleine Götter. Ihnen kann ja keiner was. Sie haben die Macht und die Waffen, missbrauchen dies. Ihr Präsident Chávez hat offensichtlich vor, dem Tourismus den Hals abzudrehen und es gibt Anzeichen dafür, dass es ihm gelingt. Sein neuester Coup, gestern verkündet: POLAR soll enteignet werden. Eine weitere Firma, die nun vom Staat übernommen werden soll, die Günstlinge von Chávez freuen sich bereits auf gute Posten ... Darüber aber morgen mehr. Wer also stoppt Chávez, bevor er diesem wunderbaren Land Venezuela noch mehr Schaden zufügt?
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