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Thursday, July 8. 2010
Am Samstag geht es nun gegen Uruguay, da fehlt allerdings zur Zeit jegliche Motivation. Das darf man feststellen, wenn man die Interviews mit den Nationalspielern im Anschluss an das verlorene Halbfinale der Deutschen gegen die Spanier verfolgt hat. Selbst mir fehlt im Augenblick die Motivation, das "kleine Finale" am kommenden Samstag anzuschauen, aber mit höchster Wahrscheinlichkeit tu ich´s doch!
Man kann nun nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen, oder? Am liebsten ja, aber wenn man sich tagelang über phantastische Spiele und Siege der deutschen Fußballnationalmannschaft freut, dann schlägt das Pendel verständlicherweise auch zur anderen Seite aus. Die Enttäuschung ist groß, weil die Erwartungen sehr hoch waren.
Fazit: Die spanische Mannschaft hat zwar kein schönes Turnier gespielt, besonders wenn man deren Leistung mit der des jungen deutschen Teams vergleicht, aber es hat am gestrigen Tage gegen Spanien einfach nicht gereicht, bedauerlicherweise. Jede Einzelkritik an den bisher so erfolgreichen deutschen Spielern verbietet sich. Die jüngste Mannschaft des Turniers hat noch eine glänzende Zukunft vor sich und an dieser Stelle einmal ganz herzlichen Dankfür zahlreiche Glücksmomente...
Heute Morgen hörte ich auf dem Weg zur Arbeit ein Lied mit dem Refrain "When you come back, come back as heroes - and make us heroes too". Es gab viele Helden (und Träumer) in den letzten Wochen und auch ihnen wird nun klar: Niemand kann fliegen, herzlich willkommen auf dem Boden der Tatsachen. Womit nicht und auf gar keinen Fall gesagt sein soll, dass die deutsche Nationalmannschaft das nächste Spiel gegen Spanien nicht 3:1 oder 4:1 gewinnen wird !
DAS LETZTE, WAS MAN VERLIERT, IST DIE HOFFNUNG! In diesem Sinne: Vamos, muchachos, el Sábado ganaremos contra los Uruguayos - no cabe duda!
Friday, July 2. 2010
Es gibt ein Leben ohne Fußball - aber es lohnt sich nicht! So könnte man den Satz von Loriot abändern, der Ähnliches einmal über den Mops gesagt hat. Allerdings gab es ja auch an den Tagen ohne Spiele bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ein wenig Spannung: Deutschland bekam einen neuen Bundespräsidenten. Christian Wulff heißt er und in der dritten Halbzeit machte er dann die entscheidenden Punkte. Die Veranstaltung besaß einen eher mittleren Spannungswert, vergleichbar dem eines Vorrundenspieles durchschnittlicher Kategorie in Südafrika. Der Sieg zählte, wie er zustande kam interessierte bereits eine Stunde später außer der schlecht gelaunten Opposition keinen mehr. Meine Güte, waren die mies drauf, selbst der endlos arrogante Trittin musste sich zu süffisantem Lächeln zwingen.
Und nun zu Ihnen, Herr Bundespräsident: Herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt! Ich wünsche ihnen viel Glück und Erfolg, verdribbeln Sie sich nicht, immer schön geradeaus spielen, zügig abschließen und dann und wann einmal in die Rolle des Schiedsrichters schlüpfen. 82% aller Deutschen sind froh, einen jungen und dynamischen Frontmann im nationalen Team zu haben. Sie machen das schon!
Doch jetzt zum eigentlichen Thema. Am Wochenende geht´s um die Wurst. Nein, ich meine nicht die kleinen und herzhaften Brutzelteile, die morgen und übermorgen bundesdeutsche Grillroste zieren, ich denke an das heiß erwartete Duell zwischen den Gauchos und den Krauts. Zahlreiche Fragen stehen im Raum: Hat Messi seine Grippe überwunden und wird er spielen können? Lässt die weiland lädierte schweinsteigersche Pobacke trotzdem eine überragende Leistung zu? Gelingt Poldi trotz seiner Abstinenz beim Training wieder einmal ein prächtiger Wumser, den er tief im argentinischen Tor versenkt? Beenden auch alle aufs Feld gelaufenen 22 Spieler das Match? Kommt es nach dem Spiel erneut zu einer dezenten Rauferei? Fragen über Fragen, am Samstagabend sind wir klüger.
Übrigens: Wie wir aus üblicherweise bestens unterrichteter Quelle erfuhren, ist der Flieger unseres neuen Staatsoberhauptes in besten Reisezustand versetzt worden. Es scheint so, als ob Wulff seine erste Dienstreise nicht wie geplant nach Brüssel, Frankreich und in die Türkei unternimmt. Südafrika steht auf dem Flugplan. Wulff möchte gerne die deutsche Mannschaft beim Endspiel gegen Brasilien unterstützen. Ich sehe es bereits jetzt vor mir: Christian Wulff, stehend, in der rechten Hand eine schwarz-rot-goldene Vuvuzela, mit der er dann die Jungs um Lahm zum Sieg trötet - das wär´s doch!!! Defined tags for this entry: Argentinien, Brasilien, Bundespräsident, Christian Wulff, Lahm, Messi, Poldi, Südafrika, Schweinsteiger, Vuvuzela, Weltmeisterschaft
Tuesday, June 29. 2010
Liebe Chilenen,
die nächste Weltmeisterschaft steht bereits vor der Tür, die Vorbereitungen laufen! Ihr habt eine tolle WM gespielt und wart ein erfrischendes Team, das unermüdlich gespielt hat, stets mit vollstem Einsatz. Gerne denken wir an den Auftakterfolg gegen Honduras, die Schweizer habt ihr dann ebenso lässig als Verlierer vom Platz geschickt, das Spiel gegen Spanien, das ihr in der Unterzahl bestritten habt, zählt nach Meinung aller Sportjournalisten mit zu den drei besten Spielen dieser WM. Leider hat es gegen Brasilien nicht gereicht. Aber egal, schnickschnack:
Während sich ehemalige Weltmeister und Europameister sowie wenig bekannte Mannschaften bereits in der Heimat von den Strapazen der Spiele ausruhten, spieltet ihr ein großes Spiel gegen einen leider zu erfahrenen Gegner. Unvorstellbar: 17 Millionen chilenischer Fans gegenüber 170 Millionen brasilianischer Fußballfreunde. Wenn das mit dem Sieg geklappt hätte - ein Denkmal auf der Plaza de Armas in Santiago de Chile wäre wohl das Mindeste gewesen ...!
Man darf zu Recht in Zukunft noch viel von euch erwarten! Also: Kopf hoch, ihr könnt erhobenen Hauptes nach Hause reisen, man wird euch stolz empfangen! Ihr habt eine tolle WM gespielt. Muchas gracias - vamos Chile!!!
Monday, February 9. 2009
1961 bis zur Rückkehr nach Deutschland
Unsere alten Möbel aus Kiefernholz mussten auch noch weiter ihren Dienst tun. Allerdings leisteten wir uns nun einen kleinen Kühlschrank. Eine Waschmaschine musste warten, sonst hätte uns das Goldstück des Monats gefehlt. Verrückt, aber wir wollten nicht vom gesteckten Ziel abweichen. Auch ein neues Radio hatten wir schon aus Deutschland mitgebracht. Das günstige Schnäppchen wurde aber durch den Zoll, der bei 80 % des eigentlichen Wertes lag, zunichte gemacht. Mit der neuen Arbeit auf dem Gut “ La Higuera”, der Feigenbaum, wurde ich schnell vertraut. Sogar das fehlende Wohnhaus auf dem Betrieb brachte den Vorteil nach Arbeitsschluss abschalten zu können, um sich mehr um Frau und Tochter zu kümmern. Der Zeit vorangehend, wurden von mir einige Änderungen in der Arbeitszeit eingeführt. Der Acht - Stundentag wurde am Samstag auf durchgehend 8 bis 14 Uhr begrenzt. Dies brachte mir Lob bei den Arbeitnehmern ein, aber Unverständnis bei den umliegenden Gutsbesitzern. Herr Schacht ließ mir glücklicherweise freie Hand. Er freute sich, dass der Betrieb intensiver geführt wurde und auch die vormals roten Zahlen nicht mehr auftauchten. Meine Arbeitszeit betrug manchmal 14 Stunden täglich. Dafür hatte ich aber auch die Freiheit, mich nach den Notwendigkeiten zu richten und fern zu bleiben, wenn es die Lage zuließ.
1962 wurde die Fußballweltmeisterschaft in Chile ausgetragen. Für mich eine große Abwechslung. Zum Empfang der Deutschen Mannschaft wurde ich eingeladen und konnte mich länger mit Uwe Seeler, dem damaligen Kapitän, unterhalten. Selbstverständlich habe ich alle in Santiago ausgetragenen Spiele angesehen. Auch das Spiel Chile gegen Deutschland mit 2:0 für Deutschland erfreute mich sehr, obwohl ich unter den chilenischen Zuschauern saß. Diese waren jedoch so fair, mich nach dem Sieg der deutschen Mannschaft herzlich zu beglückwünschen. Auf dem Betrieb hatte ich die Milchviehherde auf 300 Kühe vergrößert und auf einmal trat die Maul und Klauenseuche auf. Die Veterinärschule der Chilenischen Universität kam mir zu Hilfe. Der Leiter, Dr. Hugo Diaz, war Kommunist. Politisch trennten uns somit Welten, aber einer guten Zusammenarbeit stand das nicht im Wege. Wir versuchten uns aber gegenseitig zu beeinflussen. Trotzdem blieb jeder bei seiner Meinung und keiner konnte den Sieg davontragen, den anderen von seiner Meinung überzeugt zu haben. Zwischen uns entwickelte sich trotz der unterschiedlichen Weltanschauung eine Art Freundschaft. Zehn Jahre später kreuzte Hugo erneut meinen Weg. Er war der letzte Agrarminister der Regierung Allende und musste das von mir damals bewirtschaftete Fundo enteignen. Hugo ging nach dem Militärputsch ins Exil nach Kuba, bekam dort aber schnell die Nase voll und wurde später Professor an der Universität Dresden in der DDR.
Mitte 1962 meldete sich weiterer Nachwuchs an. Zu den Kontrolluntersuchungen in der Deutschen Klinik hatte es Dorlis nun näher. Dann erhielten wir die Nachricht, dass Dorlis die Blutgruppe RH negativ hatte. Das ließ Schlimmes befürchten, denn damals bestand noch die Gefahr für das Leben des Babys.
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