Picaflor - Kunst, Schmuck, Musikinstrumente aus Lateinamerika
Aus ganz besonderem Holz geschnitzt

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Unsere Schlangen werden tatsächlich aus einem besonderen Holz geschnitzt: dem des Tepa-Baums. Er kommt nur in den Andenausläufern des chilenischen Südens vor. Und nun eine praktische Anleitung in Sachen Schlangefertigung.

1. Gearbeitet wird nach einem Modell. Dementsprechend formt der Drechsler den Körper und den Kopf der Schlange.

2. Danach bekommt der starre Holzkörper seine Beweglichkeit. Dazu macht der Kunsthandwerker einen Längsschnitt von oben nach unten, spart jedoch in der Mitte einen schmalen Steg aus, damit der Schlangekörper seine Festigkeit behält.

3. Nun wird zwischen dir beiden Hälften ein Streifen Stoff oder Leder geklebt - sozusagen als bewegliches Rückgrat - und beide Holzteile ebenfalls fest mit Kleber verbunden. Für die Zeit des Trocknens und Aushärtens bleibt der Schlangenkörper ung umwickelt.

4. Beim nächsten Schritt, dem "Verdrehen", darf sich der Kunsthandwerker keinen Schnitzer erlauben. Denn für eine perfekte Beweglichkeit muß der gesamte Schlangenkörper beidseitig genau bis auf den Streifen in der Mitte eingeschnitten werden. Für die Männer aus Villarica ist das natürlich gar kein Problem.

5. Wirklich lebendig wird die Schlange, wenn sie nach Bildvorlagen ihre naturgetreue Farbe und Musterung erhält. Dies ist traditionsgemaß Aufgabe der Frauen, und sie beherrschen diese meisterhaft.

Wie man es dreht und wendet - es bleibt ein kleines großes Kunstwerk

Warum wir uns direkt von einer ganzen Reihe falscher Schlangen verführen ließen, versteht man vielleicht bei einem Blick auf die unterschiedlichsten naturgetreuen Modelle, die Ihnen auf den folgenden Seiten begegnen werden.
Bereits bei unserem ersten Besuch von Don Domingos Werkstatt im Jahre 1985 fiel uns die liebevolle Fertigung jedes noch so kleinen Details auf. Bevor nicht der letzte Schnitzer und Schliff von den Kunsthandwerkern getan ist, dürfen die Malerinnen nicht Hand anlegen. Mit jeder Zeichnung, Musterung und Farbnuance, die sie dann auftragen, werden die Schlagen dem Orginal täuschend ähnlicher. Ein Blick darauf, lässt einen die vielzitierte Angst vor der Schlangengrube nachempfinden.
Aber schnell überwiegt die Begeisterung für diese verblüffende Natürlichkeit und perfekte handwerkliche Technik.
Wer unsere Begeisterung für alles, was sich schlängelt, teilt, dem geben wir noch einige Tipps, wo sich unsere Schlangen besonders wohl fühlen:
- als Dekoration im Terrarium
- in der selbst kreierten Sandlandschaft
- im eigenen Wintergarten
- als dekoratives Element in Schaufenstern
- als Anschauungsobjekt im Werk- oder Sachkundeunterricht
- als Modell für Zeichen- und Malstudien
- als Spielzeug
- als ganz besonderes Geschenk

Zur Geschichte der Schlangenfertigung

Die Geschichte der "culebreros", der Schlangenfertiger von Villarica (Südchile), ist recht sagenumwoben. Berichten zu Folge muss man bei der Suche nach den Anfängen dieser Tradition im wahrsten Sinne zu den Wurzeln zurückgehen. Denn die ersten damals noch unbeweglichen Schlangen wurden, wie es heißt, aus ungewöhnlich geformten Wurzeln hergestellt, die man für diesen Zweck sammelte.

1961 tauchte dann die erste bewegliche Holzschlange auf - wenig künsterisch und eher der Zeitvertreib eines Strafgefangenen des örtlichen Gefängnisses. Ein Engländer bekam sie in die Hände und zeigte sie einem Hunsthandwerker, der Holzschnitzarbeiten fertigte. Dieser Domingo Monsalves ließ sich durch das Unikat zu weiteren Entwürfen inspirieren. Er begann für seinen Auftraggeber neue Schlangen in anderen Größen herzustellen. Und langsam entwickelte sich daraus ein eigenes Kunsthandwerk.

Don Domingo arbeitete zusammen mit seinen Töchtern und Söhnen in der Werkstatt. Erwachsen geworden gründeten Don Domingos Kinder ihre eigenen Werkstätten und später wiederum deren Kinder. So entwickelte sich über die Generationen die Tradition der "culebreros", der Schlangenfertiger von Villarica.


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